THE DILLINGER ESCAPE PLAN  
01.02.2010 @ Chelsea

Die Tatsache, dass ein THE DILLINGER ESCAPE PLAN Konzert im doch überschaubaren Chelsea stattfinden sollte, stieß bei Vielen wohl auf Verwunderung. Doch wie Gitarrist und einzig verbliebenes Gründungsmitglied Ben Weinman im Interview betonte, war es der ausdrückliche Wunsch der Band auf dieser Europatour in kleinen Venues zu spielen. Was auch als ein Dankeschön an die Fans zu verstehen sei.



So war das Chelsea mit einer Band, die auch die große Halle der Arena durchaus zu füllen vermag, natürlich längst und restlos ausverkauft. Dennoch, und dies sei an dieser Stelle als Lob an den Veranstalter zu verstehen, hatte man nie das beklemmende Gefühl einer stark überfüllten Location.

Kurz nach 22 Uhr starteten die fünf Herrschaften zuerst mit einem technischen Gebrechen und dann mit einem Song aus dem kommenden Album „Option Paralysis“ in den Abend. Auf der kleinen Chelseabühne brach wie gewohnt, der Wahnsinn aus, wenn auch, bedingt durch den Platzmangel, in geordneteren Bahnen als gewohnt.
Neben Klassikern wie „Sugar Coated Sour“, "The Running Board“, „Panasonic Youth“ und Hits des Ire Works Albums „Black Bubblegum“ und „Milk Lizard“ wurden auch Songs aus dem neuen Album in das Set eingestreut. Deren Darbietung hinterließ im Publikum aber wohl (noch) gemischte Gefühle. Das aktuelle Material wirkte live sehr sperrig und bei den auffallend vielen cleanen Gesangparts war Greg Puciato, der Mann am Mikro, nicht immer der Sicherste. Dieser Umstand lag aber womöglich auch an der mangelnden Livepraxis der neuen Songs.
Ganz im Stile von FAITH NO MORE, die ja mit „Easy“ in erster Linie beim Publikum anecken wollten, erlaubten sich auch TDEP diesen Spaß und brachten gegen Ende des Abends eine (O-Ton Earhshot-Kollege Roomservice: ) "Kuschelrocknummer" zum Besten.



Trotz allem hinterließ ein THE DILLINGER ESCAPE PLAN Konzert zum ersten Mal einen schalen Beigeschmack, und es war schließlich das sechste für den Autor dieser Zeilen. Woran das gelegen sein mag, ist nicht ganz so einwandfrei festzustellen. Es dürfte aber vor allem auf die etwas unglückliche Wahl der Location zurückzuführen sein. Was nicht als „Chelsea-Diss“ zu verstehen ist, aber alleine die bauliche Beschaffenheit des Gürtellokals ist bei gut besuchten Konzerten nicht wirklich optimal, sowohl für den Sound, als auch für die Dynamik eines Live-Konzertes.

Bleibt zu hoffen, dass TDEP bei ihrer angekündigten Herbsttour wieder in Wien halt machen und dann in einer ihnen angemessen Location wieder zu gewohnten Livequalitäten zurückkehren.


tsunemoto
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Beitrag vom 10.02.2010
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