HYPOCRISY   SURVIVORS ZERO  
15.02.2010 @ Posthof

Nicht nur, dass über 4 Jahre ins Land ziehen mussten, bis Mastermind Peter Tägtgren seine Mannen erneut um sich schart, um nach zwei PAIN-Alben endlich wieder ein neues für HYPOCRISY einzuknüppeln, sondern auch ebenso lange dauerte es, bis der Herr wieder nach Österreich fand. Mehr als nur ein guter Grund fielen mir also ein, um in den Posthof zu pilgern, um den Veteranen bei der Arbeit zuzusehen.

Nachdem die Dänen von HATESPHERE schon vor einiger Zeit von der Tour abgesprungen waren, blieben lediglich die mir bisher gänzlich unbekannten SURVIVORS ZERO aus dem finnischen Helsinki übrig. Was an sich keine schlechte Sache war, denn somit musste man sich nicht, wie so oft durch eine Masse an Vorbands durchkämpfen, die im Endeffekt eher an den Nerven zerren und konnte sich voll und ganz auf die Hauptschow konzentrieren.

Die Finnen legten gleich mit einem überaus grausamen Sound los, bei dem Sänger Tommi komplett auf der Strecke blieb. Spätestens beim dritten Sound legte sich dieser missliche Umstand und die Boxen gaben von Song zu Song einen klareren Klang von sich. Wieder ein Lob an den Posthof, der an diesem Abend, abgesehen vom holprigen Anfang organisatorisch und bühnentechnisch alles im Griff hatte. Musikalisch wussten die letzten Überlebenden zu überzeugen. Melodischer Death Metal mit abwechselnden Groove- und Thrash Attacken heizten dem leider recht sperlich besuchten Saal ab 20:15 gehörig ein. Die Melodic Deather agierten souverän und professionell auf der Bühne. Neben den eigenen, technisch angehauchten Songs erfreuten die Finnen die Bangerschafft auch noch mit einem Klassiker von KREATOR. „People Of The Lie“ wurde somit sauber adaptiert und brachte zusätzliche Stimmung. Auch ein paar ganz unterhaltsame Ansagen, mit ärgstem finnischem Slang eher schwer zu verstehen, gaben Tommi und Basser Tapio, der ihn auch stimmkräftig unterstützte, von sich. HYPOCRISY hatten mit SURVIVORS ZERO einen absolut guten Griff gemacht und nach etwas mehr als einer halben Stunde konnte man sich gespannt auf den Hauptact des Abends freuen.



Schon zur sehr frühen Stunde – man bedenke, dass die Uhr erst kürzlich 21:00 Uhr schlug – ertönte das Intro und schon hämmerte das fette „Valley Of The Damned“ los, um dann in das neue Stück „Hang Him High“, das sich, wie auch die weiteren Scheiben von „A Taste Of Extreme Divinity“ nahtlos ins Set einfügten.

Als besonderen Bonus an die Fans, durften diese im Vorhinein die Setlist über ein Voting auf der Homepage mitbestimmen und diese taten eine wirklich gute Arbeit. Schnell erfreuten uns die schwedischen Veteranen mit Granaten der Marke „Adjusting The Sun“ oder Medleys in das beispielsweise „Penetrailia“ oder „The Fourth Dimension“ eingebaut waren. Peter, Mikael, Horgh und Tourgitarrist Tomas, den sie sich bei SANCTIFICATION leihten, wirkten überaus fit und spielfreudig, trotz der doch recht wenigen Besucher. Dieser Umstand schien sie überhaupt nicht zu stören und die Zuschauer feierten einen Song nach dem anderen ab. Das Hitverdächtige „Let The Knife Do The Talking“ tat sein Übriges dazu.



HYPOCRISY hielten das Set überaus abwechslungsreich. Auf ein tonnenschweres und Gänsehaut bereitendes „Apocalypse“ folgte gleich ein brutales „A Coming Race“. Und so hielten es die Schweden den ganzen Abend über. Wie auch schon im Interview zuvor gab sich Peter nicht sehr gesprächig, was aber der Atmosphäre, die doch überaus dicht war, zu gute kam.

Mit dem Übertrack „Fire In The Sky“ beendete man das reguläre Set und kam zur Freude aller mit dem legendären „The Final Chapter“ – ganz große Klasse – „Warpath“ und dem üblichen Rausschmeisser „Rosswell 47“ nochmals auf die Bühne. Welch eine fette Setlist. Schade nur, dass "Catch 22" komplett ignoriert wurde.

Nicht ganz 90 Minuten mit HYPOCRISY waren schnell vergangen und keine Wünsche blieben übrig. Mit nur zwei neuen Songs hatten die Jungs wirklich ein fettes BestOf-Set kreiert, bzw. kreiert bekommen. Man merkt auch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte keine Abnutzungserscheinung und die vier Jahre Abstinenz wurden somit überaus souverän vergessen gemacht. Immer wieder gerne!




Setlist HYPOCRISY:

Intro
Valley Of The Damned
Hang Him High
Fractured Millenium
Adjusting The Sun
Eraser
Pleasure Of Molestation / Osculum Obscenum / Penetralia
Apocalypse / The Fourth Dimension
Killing Art
A Coming Race
Let The Knife Do The Talking
Weed Out The Weak
Fire In The Sky
-
The Final Chapter
Warpath
Rosswell 47


www.myspace.com/survivorszero
www.hypocrisy.tv


FOTOS + E-CARDS
www.posthof.at

maxomer
Weitere Beiträge von maxomer


Zurück

Beitrag vom 18.02.2010
War dieser Bericht
interessant?

344 Stimme(n)
Durchschnitt: 5.35
Diesen Beitrag bewerten:
  
Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: