METAL OVERDOSE # 30: IN SLUMBER   ARTAS   REAP    SOREHEAD   MOSFET   
27.02.2010 @ Posthof

Das Linzer Metal Overdose feierte einen Runden, zwar sind es nicht 30 Jahre, aber immerhin 30 Ausgaben. Natürlich ein Grund zum feiern. Um dies auch würdig zu zelebrieren, wurde neben einem überaus fetten LineUp, gleichzeitig das Punkorama, das mit 20 Ausgaben auch einen Runden zu feiern hatte, abgehalten. Das geniale dabei – ein Ticket gilt für beide Veranstaltungen.

Aufgrund von Zeit und Geschmack, kann ich nichts Näheres zum Punkorama, das sein Dasein im kleinen Saal fristete, sagen, aber die Besucher waren auch dort nicht wenige, um den SKABUCKS, den TRANS AMs und weiteren Vertretern der Szene zu huldigen.

Den Anfang im mittleren Saal bei einer schon beachtlichen Zuschaueranzahl, machten die Marchtrenker MOSFET, die kürzlich ihr Debüt „Sickness Of Memory“ auf die Menschheit losgelassen haben. Bei sehr gutem Sound starteten die jungen Herren in ihr deftiges Death Metal-Set und überzeugten die Besucher mit einer recht professionellen und spielfreudigen Performance. Dennoch ließ die Bewegung in den Reihen vor der Bühne noch sehr zu Wünschen übrig und in den ersten drei Metern war eigentlich nur der Boden zu sehen. Auch die Aufforderungen von Sänger Phil halfen da nur bedingt. Dennoch war der Job des Openers erledigt und die Bühne war frei für die Vorarlberger von SOREHEAD.



Nach der Pause füllte sich der Saal nicht mehr ganz so sehr, wie bei den Oberösterreichern, aber dafür brachten SOREHEAD, dank ihres energiegeladenen Metalcores schon etwas mehr Bewegung in den mittleren Posthof-Saal. Die sympathischen Vorarlberger bewiesen von Anfang an ihre Live Tauglichkeit, aber sprudeln nicht gerade vor Innovation. Irgendwo zwischen älteren MAROON und NEAERA rasten SOREHEAD durch ihr Set und ließen auch ein paar KILLSWITCH ENGAGE-Anleihen aufblitzen. Dennoch waren einige sehr feine Ideen und Potential zu Genüge vorhanden. Technisch war aber alles solide und auch die Performance war stark.



Die Tribal-Thrasher von REAP, die stark von SEPULTURA beeinflusst sind, musste ich, aufgrund eines unterhaltsamen Interviews mit dem Max und Woifi von IN SLUMBER auslassen.



Band Nummer drei im Reigen des dreißigsten Metal Overdose hört auf den Namen ARTAS und sorgte schon die letzten Jahre für absolut starke Livestimmung, wenn auch durch ihre energische Performance die Qualität stellenweise etwas leiden musste. Im Posthof war aber an diesem Abend nichts davon zu merken. Bei bestem Sound zogen die Wiener alle Register. Auch die Bühnenshow wurde immer besser. Musikalisch präsentierten die Jungs ihren aggressiven, aber teilweise auch modernen Metal. Darunter Hits wie „The Healing“ oder ihr kultiges COOLIO-Cover „Gangstas In Paradise“. Mit „Nanopotz“ (?) präsentierten sie auch einen neuen Track vom kommenden Album, der doch etwas eingängiger und weniger aggressiv, als das bisherige Material wirkte. Stark ist der Song aber auf alle Fälle. Rund ging es nicht nur, wie gewohnt, auf der Bühne, sondern auch davor, doch der Spaß währte dann doch nur kurz und ARTAS verabschiedeten sich sehr bald mit dem ominösen Track “Fick Das Fett“.



So schade dies auch war, konnte man sich doch schon auf den Headliner des Abends freuen. Die Lokalmatadoren IN SLUMBER sollten diesen Abend würdig zu Ende bringen. Der Sound, der aus den Boxen wummerte, blieb eben so wuchtig wie schon bei ARTAS, wenn nicht sogar einen Tick mehr.

So kam man, trotz des Fehlens eines Bassisten, da der neue Mann am 4-Saiter Kay Brem mit seiner Hauptband ELUVEITIE gerade in Wien beschäftigt war, in den Genuss von heftigen Melodic Death Metal Brechern, des neuen Albums wie „Patchwork Masquerade“, „Razorblade Balance“ oder „Fellow Believers Follow“. Aber natürlich galt es auch Tracks von den beiden vorangegangen Alben abzufeiern. Fronter Wolfgang gab sich redselig und erzeugte eine recht heimische und familiäre Atmosphäre im Posthof. Auch wenn die Bewegung in den Reihen wieder etwas abnahm, so waren Stimmung und Jubel sehr gut. Aber auch IN SLUMBER konnten nur zirka 60 Minuten ihrer Diskographie präsentieren und entließen uns gegen halb eins in die Nacht hinaus.



Wie immer ist das Metal Overdose ein Garant für starken Metal „Made in Austria“, was alle fünf Bands an diesem Abend souverän beweisen konnten. Nummer 31 steht schon für April in den Startlöchern und man kann gespannt sein, was denn das dazugehörige LineUp für Schmankerl zu bieten hat.


FOTOS + E-CARDS
www.posthof.at

maxomer
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Beitrag vom 02.03.2010
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