PAGANFEST: FINNTROLL   ELUVEITIE   DORNENREICH   ARKONA   VARG  
27.02.2010 @ Gasometer

Als das letzte Mal das Paganfest 2009 mehr oder weniger unter der Piratenflagge und in der Arena, Wien statt fand, übersiedelte man 2010 in das Gasometer und ließ sich ordentlich von Wikingern, Galliern und, den schlimmsten von allen, …Trollen die Rübe beschallen.

Den Anfang machten VARG. Die Coburger zeigten sich stärker denn je. Trotz schlechter Presse in den letzten Jahren, haben sie sich, wie man auch auf dem neuen Album hört, sehr gut entwickelt. Und ihre Fangemeinschaft ist größer denn je. Zwar war die Halle des Gasometers noch nicht komplett gefüllt, jedoch waren genug Fans vor der Stage um es ordentlich krachen zulassen. Das aktuelle Album „Blutaar“ schien von der anwesenden Menge gerade zu verschlungen zu werden. Der erste Song „Viel Feind Viel Ehr“ brachte die Menge in Wallungen und das schon um diese noch frühe Uhrzeit. Cirlce-Pits taten sich auf und die ersten Crowdsurfer ließen die Securities in Bewegung geraten. Eine Ansprache gegen Nazis und Faschisten durfte natürlich auch nicht fehlen und um ihrem Unmut noch mehr Ausdruck zu verleihen ließen sie daraufhin den Titelsong des neuen Albums erklingen. So richtig zur Sache ging es schließlich bei den Klassikern „Skol“ und das Lieblingslied des Front-Wikingers Philipp "Freki" Seiler, nämlich „Wolfszeit“. Leider dauerte es nicht lange bis das Set zu Ende war und die Deutschen die Bühne für ARKONA frei machen mussten.



Schließlich kamen die russischen Wikinger von ARKONA mit Frontfrau Masha "Scream" Arhipova auf die Bühne. Den Spitznamen „Scream“ hat sie nicht umsonst, denn für ihre knappen 1,60m Größe schreit sie wie ein wütender Berserker. Das ließ so manchen Neuling in Sachen russischem Pagan Metal mit offenem Mund staunen. Leider sind ARKONA in Österreich noch nicht so bekannt wie ihre Vorreiter von VARG, somit war die Stimmung weniger aufbrausend wie bei den Vorgängern, trotzdem lieferten die vier Russen einen passablen Gig und gaben bis zum Schluss alles.



Mit DORNENREICH hat heuer eine österreichische Band im Paganfest Line-Up Platz gefunden. Den Part mit dem eingespielten heroischen Intro ließen die Tiroler weg und spielten selbst ein akustisches Stück, mit Geige und Akustik Gitarre, als Einleitung ein. Das klang schlicht und einfach sehr ehrlich und natürlich, ist aber wahrscheinlich Geschmacksache. Ihr epischer und düstere Dark/Black Metal Sound ließ zwar die Menge nicht sonderlich abgehen, dafür war es sehr interessant den Avantgardisten zuzuhören. Die Violine passte ausgesprochen gut in das Klangkonzept der Band. Die Besetzung der Band beinhaltete den Geiger Thomas „Inve“ Riesner, an den Drums Moritz „Gilvan“ Neuner und am Gesang und an der Gitarre Jochen „Evíga“ Stock. Ein Bass fehlte, somit drückten die Songs weniger, was der Grund sein könnte warum das Publikum eher still stand. Ansonsten war der Sound ohne weiteres akzeptabel. DORNENREICH boten eine düstere, epische und sehenswerte Show, die es sich lohnt anzusehen.



Bei ELUVEITIE stand eine beträchtlich höhere Anzahl an Besuchern vor der Stage. Das lag wahrscheinlich an ihrem neuen Album „Everything Remains (As It Never Was)“, auf das man, in seiner live vorgetragenen Form gespannt war. Das Intro „Otherworld“ ertönte und gleich darauf kam eine der stärksten Nummern der neuen Scheibe „Kingdom Come Undone“. Die Stimmung in der Menge war um ein gewaltiges Level gestiegen. Sie entlud sich in einigen Cirlce Pits und gewaltigem Headbangen. Die neue Single „Thousandfold“ konnte jeder aus tiefster Kehle mitschreien, aber auch andere Stücke des neuen Albums wie z.B. „Quoth The Raven Queen“ oder „Nil“ kamen sehr gut bei den Fans an. Eigentlich hätten ELUVEITIE genauso gut Headliner sein können. Die Stimmung beim Publikum war hervorragend, der Sound wie immer spitze und ihr Konzert sehr abwechslungsreich. Man spielte nicht nur die heftigen Klassiker, sondern auch die eine oder andere Nummer vom vorigen Akustik Album. Alles in Allem lieferten sich ELUVEITIE eine Show der Sonderklasse und hatten sich wieder einmal selber übertroffen. Aufgrund der hervorragenden Stimmung der schwarzen Meute, konnte man daraus schließen, dass ELUVEITIE die inoffiziellen Headliner des Abends waren.




Setlist ELUVEITIE:

Kingdom Come Undone
Thousandfold
Bloodstained Ground
Gray Sublime Archon
Slanias Song
Omnos
Inis Mona
Quoth the Raven
Nil
(Do)minion
AnDro
Tegernakô


Die Trolle aus Finnland standen als letzte auf der Liste. Zwar waren manche Songs von FINNTROLL nicht so bekannt beim Publikum wie die von ihrer Vorband ELUVEITIE, jedoch den einen oder anderen konnte man doch noch wiedererkennen, wie beispielsweise „Under Bergets Rot“. Die „Wooo hooo“- Schreie hörte man noch bis in die U-Bahn nach der Show. Ansonsten schafften FINNTROLL es nicht das Livepotenzial von ELUVEITIE zu halten, ließen aber trotzdem nicht locker. Das Publikum schien nur in ein paar Ausnahmefällen die Songs zu kennen. Einer dieser Fälle war „Trollhammaren“. Bei diesem einen Song hatte man das Gefühl, dass sich das Blatt noch wenden würde. Die Feierstimmung war plötzlich auf einem Höhepunkt, doch leider hielt diese nicht lange genug an. Obwohl sie im Großen und Ganzen eine akzeptable Headlinershow ablieferten, war es einfach zu schwer ELUVEITIE zu toppen. Mit dem Ziel, die neu erschienene CD "Nivelwind" an den Metaller zu bringen, hatten FINNTROLL trotz allem das Publikum mit dieser Performance auf ihre Seite ziehen können, auch wenn sich einige Paganfest-Besucher während ihrer Zugabe auf dem Nach-Hause-Weg machten.




Setlist FINNTROLL:

Dråp
Skogens
Slaget Vid Blodsälv
Den Frusna Munnen
Nedgång
Korpens
Nattfödd
Aldhissla
Blodnatt
Trollhammaren
Kitteldags
Under Bergets Rot
Svartberg
Vätteanda
Fiskarens
-
Solsagan
Jaktens
Rivfader

Ansonsten war das Paganfest 2010 wieder ein gelungenes Event, dass man als Paganmetal-Fan keinesfalls missen sollte.


FOTOS + E-CARDS
www.paganfest.eu

Stoney
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Beitrag vom 08.03.2010
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