GAMMA RAY   FREEDOM CALL   SECRET SPHERE  
20.03.2010 @ KC Vltavska, Prag

Der wohl beste Power Metal Musiker, der auf dieser Welt wandelt, ist (für mich) unumstriten Kai Hansen, der mit seinen Veteranen von GAMMA RAY ein geiles Album nach dem anderen raus haut, sich nicht wiederholt und immer wieder aufs Neue überrascht. Der letzte Streich hört auf den Namen „To The Metal!“ und das ist eine Ansage, die natürlich in die Tat umgesetzt werden will. Nach drei Festivalgigs, einem kurzen Openerslot für IRON MAIDEN und als Special Guest für HELLOWEEN, war ich außer mir vor Freude, dass die Herren endlich mal wieder auf eine Headlinertour gehen, denn eine Stunde oder weniger werden dieser Formation mit ihrer Discographie nicht annähernd gerecht. Natürlich fiel Österreich wieder einmal komplett durch den Rost, womit ich erneut die Booker dieses Landes anprangere. Von nix, kommt nix! Also auf nach Prag!

Die lange Reise sollte sich lohnen. Nach einem Tag Sightseeing und dem Interview mit dem entspannten Fronter von FREEDOM CALL Chris Bay, startete die Show in der ausverkauften Halle der KC Vltavska mitten in Prag mit den Italienern von SECRET SPHERE, die mich mit ihren Platten schon öfter beeindruckten. Bei sengender Hitze begann das Programm relativ pünktlich und der Saal füllte sich zusehends. Die Südländer heizten die Menge mit ihrem schnellen, aber auch pompösen Power Metal, bei mittelmäßigen Soundverhältnissen, deftig an. Apropos anheizen – wo war denn bitte die Klimaanlage? Die Songs von SECRET SPHERE, unter denen sich „Welcome To The Circus“ vom aktuellen Album, "Loud And Raw“ oder der Rausschmeißer „Dance With The Devil“, bei dem FREEDOM CALL und einige Leute der Crew zum Feiern auf die Bühne kamen, erfreuten die Zuhörer und leiteten diesen phänomenalen Abend mehr als überzeugend ein. Kurz aber knackig war dieser Auftritt und die Sauna war nun wirklich eröffnet.




Setlist SECRET SPHERE:

Stranger In Black
Welcome To The Circus
Legend
Loud & Raw
Dance With The Devil


Für den ersten Aufguss war dann niemand geringeres als FREEDOM CALL zuständig. Man kann die sympathischen Jungs wohl als kleinen Bruder von GAMMA RAY bezeichnen, denn die Bands verbindet so einiges und die Zusammengehörigkeit wurde auch auf dieser Tour bewiesen. Außerdem könnte ich mir keinen besseren Special Guest vorstellen. Chris Bay und die Jungs eröffneten fulminant mit einem Klassiker. „We Are One“ ertönte nach dem „Shadowking-Intro“ und brachte die Halle sofort zum Ausrasten. Sowohl auf der Bühne, als auch davor bildeten sich unzählige Schweißperlen und die Speedhymne „United Alliance“ erhöhte den Zähler auf dem Thermometer gleich nochmals um 2°C. Der neue Opus „Legend Of The Shadowking“ sollte natürlich auch nicht zu kurz kommen. „Out Of The Ruins“, „Tears Of Babylon“ und „Thunder Gods“ bewiesen das hohe Niveau und die ebenso hohe Geschwindigkeit dieser Platte. Die gefühlten 60 Grad, die auch Chris bemerkte: „Yeah, you like it sweaty?!“, störte die wenigsten, denn gebangt und gefeiert wurde, als gäbe es kein Morgen. Die Band gab sich bewegungs- und spielfreudig und voller Energie. Das starke Set war aber viel zu früh mit der Bandhymne „Freedom Call“ beendet. Das ruft nach einer Headlinertour, die schon längst überfällig ist.




Setlist FREEDOM CALL:

Intro
We Are One
United Alliance
Thunder God
Tears Of Babylon
Hunting High And Low
Out Of The Ruins
Warrirors
Land Of Light
Freedom Call


Komplett durchgeschwitzt, obwohl wir nicht im größten Trubel standen, erstanden wir lauwarmes Wasser, das sofort auf unserer Haut zu verdampfen schien, nur kurzzeitig half und somit nich die erhofte Wirkung zeigte. Von Luft, Klimaanlage oder sonstigen Erfrischungen keine Spur, aber wir verharrten der Dinge und freuten uns auf die Power Metal Heroen aus Hamburg.

Es dauerte seine Zeit, bis sich mit den ersten Tönen des legendären „Welcome“ bei mir die erste Gänsehaut einstellte und kurz darauf Kai Hansen mit einen Grinsen von Ohr zu Ohr und seine Männer auf die Bühne stürzten, um „Gardens Of The Sinner“ zu zocken. Optisch eindrucksvoll, aber ungewohnt präsentierte sich GAMMA RAY wieder mit schönem Background, aber auch einem unbekannten Gesicht. Zwei Shows mussten aufgrund einer Augenoperation von Henjo Richter verschoben werden. Doch der Mann war nicht zurück, sondern durch einen fantastisch spielenden Finnen namens Kasperi Heikkinen, der spontan einsprang, ersetzt. Sämtliche Riffs, das Stageacting und jedes Solo saß exakt bei dem jungen Talent. Der Mann versteht sein Handwerk, dank seiner GAMMA RAY Cover-Band GUARDIANS OF MANKIND. Was optisch ungewohnt begann, entpuppte sich im Verlaufe der Show als Glücksgriff, und Heikkinen als perfektes Bandmitglied.



Es folgten „No World Order“ und die neuen Songs „Empathy“ und „Deadlands“, die überaus gut empfangen wurden. „Fight“, der Speed-Banger schlechthin förderte wieder literweise Körperflüßigkeiten zu tage. Auch auf der Bühne war das tropische Klima allgegenwärtig und die Musiker durchnässten ihre Kleider immer mehr. Kai kämpfte zwischen den Songs um Atem und Wörter, ließ seine Performance aber nicht schmälern und auch die Stimmung nicht, denn diese war nicht nur bei ihm selber, sondern auch im Saal phänomenal. "Lets blow the fucking roof of!" verlangte der symphathische Fronter und Chöre und Rufe zu Hauf machten den Vieren auf der Bühne Mut und spornten diese zu Höchstformen an, auch wenn die Tschechen, dank beträchtlichem Englischdefizit, textlich nicht wirklich sicher waren. Aber beim neuen Live-Hit „To The Metal!“ konnte keiner etwas falsch machen. GAMMA RAY kramten auch etwas in der Raritätenkiste und fanden „Abyss Of The Void“ und „Armageddon“, das in voller Länge natürlich auch wieder für Gänsehaut sorgte, ebenso wieder der Klassiker schlechthin „Rebellion In Dreamland“ – was für ein Monument! Bei „No Need To Cry“ brillierte Dirk Schlächter mit seiner Gesangseinlage und akustischem Gitarrenspiel.



Mittendrin verschwand Kai mal kurz von der Bühne um kurz darauf einen Sponge-Rock-Interlude zu fabrizieren. Die lustige Einlage mit passender Spongebob Schwammkopf-Signature Gitarre sorgte für einige Lacher.

Daniel Zimmermann durfte dann natürlich auch beweisen, was für ein Ausnahmetalent er an den Drums ist, aber gerade als ich denken will, dass Drumsoli oftmals trotz riesigem Können etwas langatmig werden, setzt Mozarts „Rondo Alla Turca“ ein und bringt Schwung in die Sache und der „Can Can“ von Jaques Offenbach setzt in Sachen Stimmung noch eins drauf. Inzwischen bedient Kai immer wieder die Zuschauer mit Wasserflaschen und bringt diese neben dem HELLOWEEN Klassiker „I Want Out“ zur ersten Zugabe auf die Bühne mit. Nach „Man On A Mission“ und der zweiten Rückkehr auf die Stage mit „Send Me A Sign“ beenden die vier Herren ihr fast 2-stündiges Set überaus anständig, wobei sie ihre letzten Reserven für das verdammt laute Publikum mobilisierten.




Setlist GAMMA RAY:

Welcome
Gardens Of The Sinner
No World Order
Empathy
Deadlands
Fight
Mother Angel
No Need To Cry
The Saviour
Abyss Of The Void
Drumsolo
Armageddon
To The Metal!
Rebellion In Dreamland
Ride The Sky (HELLOWEEN)
-
I Want Out (HELLOWEEN)
Man On A Mission
-
Send Me A Sign


GAMMA RAY sind und bleiben eine der besten Power Metal Combos unseres Sonnensystems, was dieser Auftritt mehr als nur untermauerte. Auch der Special Guest und der Supporter lieferten eine mehr als saubere Arbeit. Ein denkwürdiger Abend!


www.secretsphere.com
www.freedom-call.net
www.gammaray.org


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maxomer
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Beitrag vom 23.03.2010
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