SUFFOCATION   ANNOTATIONS OF AN AUTOPSY   NERVECELL   FLESHGOD APOCALYPSE   BURNING THE MASSES  
24.03.2010 @ Feierwerk

Am 24.03. war es mal wieder so weit. Dem Urinstinkt folgend sind wir natürlich zuerst zum Backstage gefahren. Kurz vor dem Eingang wurde uns dann klar dass wir zum Feierwerk hätten fahren sollen. Routenplaner umprogrammiert und ab quer durch die Stadt.

Pünktlich angekommen enterten BURNING THE MASSES die Bühne. Die recht junge Band aus San Diego zündeten daraufhin ein wahres Deathcore Massaker. Ein hervorragender Sound, eine eingespielte Band, welche tighter nicht sein könnte und eine Spielfreude, die ansteckte. Leider waren zu diesem Zeitpunkt noch recht wenig Leute im Club anwesend. Der Band schien dies egal zu sein, denn man sah ihnen die Freude am Konzert richtigan. Der Sänger marschierte ab und an durchs Publikum und die Instrumentalisten (Nerdalarm!) besorgten es sich, dem Publikum und vor allem ihren Istrumenten. Da haben ein paar Typen geübt und sich weniger um’s Outfit gekümmert, denn das könnte man der Band ankreiden. Auch die vielen Soli – welche auf den CDs gar nicht so auffallen, zündeten sofort. Dennoch, diese Band machte Bock auf den weiteren Abend.

Reichlich motiviert warteten wir dann auf FLESHGOD APOCALYPSE. Ohne mich vorher informieren zu müssen, sah man der Band ihre Herkunft an. Schwarze Hemden, lange Haare mit Locken und einen Pizzeria-Flair ausstrahlend konnte die Band nur aus Italien kommen. Leider war der Sound nicht so einfach zu identifizieren. Nicht zuletzt wegen des sehr schlechten Sounds schepperten die Songs undifferenziert aus den Boxen. Hört man sich die Band auf Myspace an, vermag die Band um einiges besser zu gefallen. Vielleicht klang das Schlagzeug aber wirklich nur Soundbedingt so untight. Auch die inflationär oft eingesetzten Klassik Intros und Breaks nervten. Alles in allem nur ein Füller die FLESHGOD APOCALYPSE.




Und dann begann der Abend so richtig abzugehen. NERVECELL, die wilden Jungs aus Dubai und Umgebung (Australien) überzeugten mit sehr authentischem Auftreten und vor allem einem Frontmann der diesen Titel auch verdient. Selten habe ich einen so netten und zugleich doch ernst wirkenden Sänger erlebt. Perfekt passend zu dem teilweise recht Old-Schooligen Death Metal der Band. Das Publikum bedankte sich bei der Band durch einen massiven Anstieg der Meute vor der Bühne und durch den ersten Mosh Pit des Abends. Sänger James wiederum hatte seine Hausaufgaben gemacht und ratterte seine einstudierten deutschen Sätze á la „wir lieben your sickness“ ins dankbare Publikum. Auch die Coverversion eines BOLT THROWER Songs kam sehr gut an! Klasse Band, deren aktuelles Album „Preaching Venom“ ein Probehören wert ist.




Nach NERVECELL waren dann endlich ANNOTATIONS OF AN AUTOPSY an der Reihe das Publikum zu plätten. Und das taten sie dann auch. Unglaublich brutal kam der englische Deathcore aus den Boxen und erfüllte den Mosh Pit mit Leben. Leider nur kurz, denn das anwesende Publikum war sich dann doch nicht ganz sicher, ob Moshen in München zum guten Ton gehört. Schade für die Band, denn der Sound hätte sich perfekt dafür angeboten. Gespielt wurden hauptsächlich Songs der aktuellen Scheibe „Reign Of Darkness“. Alte Klassiker fehlten auch nicht und einer der Zuschauer durfte sich Gastsängermässig profilieren. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, einen Auftritt dieser hervorragenden neuen Band zu besuchen und sich die Cds zu beschaffen. Derzeit gibt es im Deathcore Bereich wenige Bands die hier anstinken können.




Nachdem ich und die paar der wenigen Mosher AOAA überlebt hatten, enterten SUFFOCATION, eines der ältesten Urgesteine des amerikanischen Death Metals, die Bühne. Nachdem ich seit „Pierced From Within“ (nach wie vor eine der besten Death Metal Alben überhaupt!) keine Suffocation CD mehr gekauft habe, war ich umso gespannter wie sie denn anno 2010 klingen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit einer unglaublichen Wucht und jahrzehntelanger Live Erfahrung schlug die Band eine Schneise der Verwüstung durch das Publikum. Hauptsächlich neue Songs, aber auch Klassiker wie „Thrones Of Blood“, „Breeding The Spawn“ und das unglaubliche „Pierced From Within“ wurden dargeboten. Sänger Frank verstand es hervorragend die Meute anzuheizen. Nicht zuletzt durch seine berühmt berüchtigte Handkanten-Wedeltechnik und die vielen Ansprachen zwischen den Songs.




Einer der großen Vorteile des Feierwerks in München ist die Nähe zu den Bands. In den Umbaupausen trifft man immer mal wieder einen der Musiker und kann diesen für ein kurzes Gespräch gewinnen. zB. James von NERVECELL, der erzählt dass er unser Klima so mag dass er am liebsten den ganzen Tag nackt herumlaufen würde (in Dubai soll die Sonne dann doch heisser sein...?). Also unbedingt auch mal in diesen recht kleinen Club gehen und sich ein Konzert anschauen. Sehr empfehlenswert!


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nano
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Beitrag vom 08.04.2010
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