THE CHARIOT   IWRESTLEDABEARONCE   EYES OF A TRAITOR   SEEDS OF BLOOD  
19.04.2010 @ Arena

Den Abend eröffnen, durfte SEEDS OF BLOOD aus dem schönen Burgenland, welches ja in letzter Zeit als Garant für guten Hardcore aus Österreich steht. So wusste auch der Deathcore der offensichtlich noch jungen Herrschaften durchwegs zu überzeugen. Zwar kamen einem viele Songstrukturen schon ziemlich bekannt vor, aber SEEDS OF BLOOD sind definitv auf einem guten Weg.





Die nachfolgenden, und im Vorfeld viel gelobten, EYES OF A TRAITOR wussten dann leider überhaupt nicht zu überzeugen. Zwar verfügt der Brüllwürfel am Mikro Jack Delany, über ein fieses wie ansprechendes Organ, aber über die volle Spielzeit war die Band nicht in der Lage einen zu fesseln. Machten die ersten beiden Nummern noch durchaus Spaß, stellte sich bald eine gewisse Fadesse ein, die Zeit verging im Schneckentempo und das Set schien ewig zu dauern.





Ein kleiner Exkurs: Zwar wird nicht jeder meiner Meinung sein, aber das Rauchverbot an diesem Abend in der kleinen Halle war schon sehr angenehm und die Luftqualität blieb bis zum letzten Ton mehr als erträglich. Und aufgrund des bisher lauen Abends schien auch der rauchende Teil des Publikums kein Problem damit zu haben ihre obligatorische Zigarette in den Bandpausen vor den Toren der kleinen Halle zu genießen.

IWRESTLEDABEARONCE sind ja gerade eine sehr angesagte Band und so eilt ihnen ein mehr als guter Ruf voraus. Dementsprechend viele Leute waren dann auch scheinbar wegen dieser Band rundum Frontfrau Krysta Cameron in die Arena gereist und verließen diese eigenartigerweise auch schlagartig wieder, aber dazu später mehr. So gaben IWRESTLEABEARONCE ein kleines aber feines Set zum Besten, bei dem vorallem die ansonsten eher zierlich wirkende Dame am Mikro mit ihrem gewaltigen Stimmspektrum überzeugte, welches von Growls aus der Hölle bis zu Gesang, der locker den Sieg bei American Idol bedeutet hätte, reicht. Das Publikum schien von der kruden Mischung aus Grindcore, Metal, New Wave und diversen anderen Muskstilen zwar begeistert, wirklich abgegangen ist es aber nur bei dem „Hit“ der Band „Tastes Like Kevin Bacon“. Letzteres beendete auch das Set der fünfköpfigen Band, die aufgrund der knappen Running Order ohne die geforderte Zugabe die Bühne verließen.





THE CHARIOT ist die Band des ehemaligen NORMA JEAN Frontmanns Josh Scogin. Und veröffentlich auf dem christlichen Label Solid State. Den religiösen Background der Band klammern wir nun mal aus. Die Reihen der kleinen Arenahalle haben sich schon zu beginn der Band aus den Südstaaten der USA deutlich gelichtet, trotz der noch frühen Stunde. THE CHARIOT fackelten nicht lange und ließen ein gewaltiges Mathcore-Metalcore Feuerwerk auf die Anwesenden aus. Die Bühnenpräsenz der Band war gewaltig, Shouter Josh Scogin fegte wie ein Derwisch rastlos über die Bühne, Bassist Jon Kindler schien wie in Ekstase und schleuderte seinen Instrument durch die Lüfte, packte sich ab und an das Mikro, brüllte wie von der Tarantel gestochen und man wechselte sich an den Instrumenten ab. Das hier war unkontrollierte reine Live-Energie, gelebte Karthasis und damit stellten sie alle anderen Bands des Abends bei weitem in den Schatten. Eine Vielzahl der Besucher schien dies anders zu sehen, und so hatten THE CHARIOT die kleine Halle bald quasi leergespielt, obwohl bis zur letzten U-Bahn aus St. Marx noch ausreichend Zeit geblieben wäre um bei dem Konzert zu veweilen. So versäumten sie ein Live-Feuerwerk mit großartigen und komplexen Songs, wie „Daggers“, "They Drew Their Swords“ oder „Back To Back.“ THE CHARIOT schienen vom Publikumschwund unbeeindruckt und beendeten ihr tightes und musikalisch hervorragendes Set nach gut 50 Minuten, ohne irgendwelche Wünsche offen zu lassen.





Der Publikumspreis ging an diesem Abend vielleicht an IWRESTLEABEARONCE, den Kritikerpreis kann man aber ohne mit der Wimper zu zucken THE CHARIOT überreichen.


tsunemoto
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Beitrag vom 03.05.2010
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