EYEHATEGOD   TOTIMOSHI  
22.04.2010 @ Arena

Am Donnerstag den 22.4.2010 gab es endlich einmal die Gelegenheit, die Urväter des Sludge Metals zu hören. EYEHATEGOD beendeten ihre Tour mit einem Konzert in der Wiener Arena. Im Vorprogramm waren TOTIMOSHI, und nicht wie angekündigt SOILENT GREEN und SOURVEIN, was wahrscheinlich der Grund für die Langen Gesichter so mancher Schwermetaller war. Schuld an den Absagen der Bands war der Vulkan in Island, der beinahe den gesamten Flugverkehr lahmlegte und bereits einige Veranstaltungen auf den Kopf stellte.

Nicht ganz so heftig wie die seismischen Aktivitäten in Island wüteten die Kalifornier von TOTIMOSHI. Der anfangs noch beinahe leere Raum, der wie ein Hinterzimmer, zur eigentlichen Halle der Arena wirkte, füllte sich anfangs nur gemächlich, doch ließen sich TOTIMOSHI davon nicht sonderlich ablenken. Ihr Sound war sehr einzigartig, was zwar nicht heißt, dass so etwas automatisch jedem gefällt, jedoch passte ihr Stil gar nicht so schlecht zu dem des Headliners dieses Abends. Sie hatten ein metallisches, leicht psychodelisches, dann wieder punkiges und sogar leicht lateinamerikanisches Soundkonzept, dass gut funktionierte. Nicht nur durch die attraktive Bassistin Meg Castellanos war das Trio ein Hingucker, sondern auch durch die leicht spastische Bühnenperformance des Sängers und Gitarrist Antonio Aguilar. Ihr Gig war sehr einzigartig und durch die kleine Lokation sehr familiär.





Nach etwa einer halben Stunde, nach der TOTIMOSHI auf der Bühne standen, wurde es Zeit für den heutigen Headliner EYEHATEGOD. Es war eine sehr angenehme und stressfreie Stimmung in dem kleinen Konzertraum, obwohl es immer voller und voller wurde. Während der kurzen Umbaupause tauchte Jimmy Bower, der Gitarrist auf einmal mit Rucksack und Konvers bepackt auf, so als ob er jemand aus der Crowd gewesen wäre, und sprang auf die Stage um sich aufzuwärmen.

Als schlussendlich alle Bandmitglieder auf der Bühne versammelt waren, schien es anfangs noch kleine Verständnisprobleme zwischen den Musikern zu geben, doch nach ein paar Minuten hörte man die ersten Töne quietschender Gitarren, wie sie nicht anders, als von EYEHATEGOD hätten sein können. Der erste Song war eine verhältnismäßig schnellere Nummer, als das Standardprogramm, somit wurde ab den ersten Noten in dem engen Raum auf Teufel komm raus gemosht. Das hatte zu folge, dass die Fotografen der Presse, stetig immer mehr beschlossen ihre Fotos von der Ferne zu schießen. Der Sound der Truppe hätte fetter, satter und vor allem aggressiver nicht sein können. Mike Williams, der aussah, als ob er direkt vor der Show ein Blaues Auge kassiert hätte, schrie sich auf grauenvollste Art die Kehle wund, während abwechselnd bei langsamen Doom Metal und Hardcore Parts die Crowd einmal wie verrückt Headbangte und danach wieder Mord und Totschlag im Pit praktizierte. Welche Songs hervorragend beim Publikum ankamen, waren unter anderen „Serving Time In The Middle Of Nowhere“ oder „Southern Discomfort“.





Abgesehen davon, dass SOILENT GREEN und SOURVEIN abgesagt haben, wofür rein das Flugverkehrschaos etwas konnte, muss man erwähnen, dass die Getränkepreise eindeutig zu hoch waren. 4,90€ ist mit oder ohne Bechereinsatz ziemlich viel für ein Bier, somit profitierte dafür die Tankstelle gegenüber, an die sich durstige Kehlen wandten. Ansonsten war dieses Konzert für den Eintrittspreis von 16/18€, ein durchaus angemessenes Konzert, dass man sich als Fan oder nicht Fan ohne weiteres anschauen kann.
www.myspace.com/eyehategod

Stoney
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Beitrag vom 05.05.2010
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