BEHEMOTH   DECAPITATED   EX DEO  
04.07.2010 @ Club Vaudeville

Der Club Vaudeville überrascht in den letzten Monaten mit einer großen Anzahl an hervorragenden Konzerten. Insbesondere im metallischen Bereich. So auch wieder an diesem Sonntag Abend an welchem gleich drei hochkarätige Bands des lauten Genres zu sehen waren. EX DEO, DECAPITATED und BEHEMOTH.

Nachdem ich kurz vor Beginn des Konzertes mit dem äußerst sympathischen Sänger von EX DEO und KATAKLYSM, Maurizio Iacono, gesprochen hatte, betrat ich mit ziemlicher Neugier den Konzertsaal um die Band zu sehen. Maurzio hatte nicht zu viel versprochen. Nach einem sehr epischen Intro ging es los. Soundmässig sind EX DEO natürlich nicht mit KATAKLYSM zu vergleichen, auch wenn der komplette Rest der Band mit auf der Bühne steht. Es ist, und das merkt man unter dem Konzert auch immer wieder, Maurizio’s Projekt.

Stampfende, treibende Rhytmen, welche ab und an mal auch an AMON AMARTH oder die grandiosen BOLT THROWER („For Victory“) erinnern, zeichnen EX DEO aus. Zwar war der Sound nicht perfekt gemischt, aber die Band, welche konzeptmässig komplett in römischer Schlachtmontur auftrat, konnte über alle Maßen überzeugen. Sehr gute Songs, überzeugende Darbietung und einen überproportionalen Aufwand was die Bühnendeko anging (wir sprechen hier von der Opener Band). Vergeleicht man ein KATAKLYSM Konzert mit EX DEO, fällt einem sehr stark auf, dass keine Zwischenansagen, Bieranstoßaktionen oder übertriebene Fannähe stattfinden. Ganz klar wird hier gezeigt, dass ein Konzept bestheht und dieses wird ohne Kompromisse verfolgt. Wer die Band noch nicht kennen sollte, ist angehalten die CD „Romulus“ zu kaufen. Wahrlich ein gutes Stück Metal.





Nach der recht kurzen Umbaupause betraten DECAPITATED die Bühne. Diese Band hatte mich schon immer beeindruckt doch was die nächste geschätzte Stunde abging überstieg meine kühnsten Erwartungen. DECAPITATED heizten dem Publikum aber so dermaßen ein, dass einige staunende Gesichter im Publikum zu sehen waren. Unglaublich präzise, schnell und kompromislos holzte die Band ihre Songs runter. UNGLAUBLUCH! Auch der Sound war der Geschwindigkeit angepasst, sehr transparent und drückte ohne Ende.

Der erst 2009 neu hinzugekommene Sänger Rafael, mit seinen ultra langen Rastas erinnerte an IN FLAMES, nur der Sound passte nicht dazu. Dafür spielte der österreichische (!) Schlagzeuger Kerim zu brutalem und technisch versiertem Death Metal. DECAPITATED überzeugten das Publikum hauptsächlich durch ihren Mix aus Hochgeschwindigkeits Death Metal und den sehr komplexen Rhytmusteilen a’la MESHUGGA. Leider leidet auch DECAPITATED an dem von mir erfundenen PANTERA-Syndrom. D.h. die Gitarrensolos welche nur vom Bass begleitet werden nerven ohne Ende. Glücklicherweise kommen diese sehr selten vor und sind auch schnell wieder vergessen. Unterm Strich kann und sollte sich niemand diese Band live entgehen lassen.





Zu guter Letzt enterten BEHEMOTH die Bühne. Die aufwändigen Mikroständer ließen auf eine großartige Bühnenshow schließen. Doch weit gefehlt. Viel zu laut war der Sound. Die Band war zu sehen, doch zu hören waren lediglich die Bassdrum und die undefinierbaren Gitarren. Ich vermute mal, dass die Songs handwerklich korrekt runter geholzt wurden, doch leider nicht nachvollziehbar. Da nützte auch das sehr an SATYRICON erinnernde Auftreten Nergals nichts. Es war einfach stumpf, monoton und praktisch nicht anzuhören. Was sehr positiv auffiel war die Lichtshow.





Resume: EX DEO überzeugten mit ihrem Mix aus erdigem Death Metal und epischem Metal. DECAPITATED vernichteten alles und jeden. BEHEMOTH gebe ich bei der nächsten Show nochmals eine Chance, denn an und für sich ist das eine spitzen Band welche absoluten Support verdient.


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nano
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Beitrag vom 22.07.2010
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