NOVA ROCK 2010 - TAG 3: BULLET FOR MY VALENTINE   THE PRODIGY   KILLSWITCH ENGAGE   AS I LAY DYING   UNEARTH   TRACHTENKAPELLE  
13.06.2010 @ Pannonia Fields II

Der letzte Tag war angebrochen. Deutlich konnte man sehen, dass sich das Festivalgelände allmählich leerte. Das Wetter hatte sich wieder normalisiert gegenüber dem stürmischen Vorabend und es wurde sogar um ein paar Grad kühler, um nicht zu sagen angenehmer.





Frühshoppen war angesagt. Wie jedes Jahr, sorgte auch heuer wieder die traditionelle TRACHTENKAPELLE für einen gelungenen Start zum letzten Festivaltag. Tja, gratis Bier konnte man als waschechter Festivalbesucher doch nicht widerstehen. Von der Stimmung und der etwas untypischen Festivalmusik angelockt, sprang ein junger Festivalbesucher auf die Bühne und fing energisch zu dirigieren an. Anstatt ihn von der Bühne zu holen freute sich die Kapelle und er wurde zum inoffiziellen Star an diesem Vormittag ernannt.





Gegen Nachmittag wurde es wieder ein wenig wärmer und zeitweise richtig heiß. Auf ging’s zum Pressezelt um sich nochmals für die bevorstehenden Interviews mit UNEARTH und AS I LAY DYING vorzubereiten, jedoch vergeblich wie sich bald herausstellen sollte. Nach über einer Stunde warten in der prallen Sonne kam die Absage beider Bands. Der Grund dafür wird wohl ein Rätsel bleiben.

Um die Laune nach so einer enttäuschenden Mitteilung ein wenig zu heben ging’s weiter zu einem der beiden Bungee-Türme. Die Mitarbeiter waren durchaus freundlich und ließen die Earshot-Crew das Festivalgelände von oben aus bewundern. Ein paar Bilder wurden geschossen und schon ging es wieder abwärts, allerdings, den Kameras zu liebe, auf die langsame Art.

Die Metalcore-Band UNEARTH konnte an diesem Sonntagnachmittag die Menge ganz schön aufwühlen. Mit ihrem energischen Auftritt projizierten die Amerikaner ihre gute Laune auf die Menge. Die Stimmung auf beiden Seiten war super. Vom VIP-Turm aus war der Blick zur Bühne durch eine dicke Staubschicht bedeckt. Ein Anzeichen dafür, dass die Fans nicht still standen, sondern sich der Musik dementsprechend hingaben.





Setlist UNEARTH:

The Great Dividers
My Will Be Done
This Lying World
Crow Killer
Zombie Autopilot
Sanctity Of Brothers
Endless
This Glorious Nightmare
We Are Not Anonymous
Black Hearts Now Reign

Nach einer kurzen Pause stürmte AS I LAY DYING auf die Bühne und mit ihnen kamen noch mehr Besucher zur Red Stage. Auch hier konnte man nach einiger Zeit, nachdem sie angefangen haben auf der Bühne zu rocken, nur wenig von dem gesamten Geschehen erkennen. Hin und wieder sah man hartgesonnene Metaller in der dichten Staubwolke gegeneinander springen oder wie verrückt im Kreis rennen. Jaja, was wäre ein Metalkonzert ohne Moshpit und Circle Pit. Da sich die Lungen der, im Grunde festivaltauglichen, Earshot-Crew immer mehr mit Staub füllte, trat man doch ein paar Schritte zurück um das Schauspiel von einem etwas weiter entfernten und Atmungs-leichteren Platz zu betrachten. Mit ihren neuen Songs vom Album „The Powerless Rise“ konnten die Amerikaner die Fans durchaus in ihren Bann ziehen.






Setlist AS I LAY DYING:

94 Hours
An Ocean Between Us
Through Struggle
Beyond Our Suffering
The Sound Of Truth
Within Destruction
Vacancy
Condemned
Meaning In Tragedy
Confined
Nothing Left
Forever

Auf dem Weg zurück zum Zeltplatz kam man an einer See-ähnlichen Schlammpfütze vorbei. Drei Tage hatte sie Zeit, sich nach den Duschen allmählich zu füllen. Dies wollten natürlich ein paar motivierte Festivalbesucher ausnutzen und sprangen voller Freude in den stinkenden Tümpel. Einige Schaulustige standen um die in Schlamm getränkten Gestalten herum und belustigten sich an diesem Schauspiel, andere wiederum versuchten, teilweise vergeblich, möglichst sauber an diesem „Hindernis“ vorbei zu kommen. Alkohol, Übermut, Aufmerksamkeit, kann viele Gründe haben sich zu so etwas verleiten zu lassen, jedenfalls hatten sie ihren Spaß dabei.

KILLSWITCH ENGAGE hatten einige Fans angezogen. Die Show war nicht sonderlich atemberaubend. Gegenüber dem vorherigen Jahr hatte sich nichts verändert. Sie wirkten dieses Mal leider etwas zu zu routiniert. Trotz dessen ließ sich die Menge die Freude am Bangen nicht nehmen. Auch das Tribute für DIO – „Holy Dive“ (das sie eigentlich im Grunde jedesmal als Zugabe spielen) brachte ihnen weitere Pluspunkte bei den Fans.

Setlist KILLSWITCH ENGAGE:

Rose Of Sharyn
Reckoning
Fixation On The Darkness
Starting Over
Breathe Life
The Forgotten
This Is Absolution
A Bid Farewell
Never Again
Self Revolution
My Last Serenade
Life To Lifeless
The End Of Heartache
My Curse
-
Holy Diver (DIO)

Das x-te Mal in Österreich und noch immer lieferte THE PRODIGY eine unvergleichliche Show. Schräg, einzigartig, durchgeknallt. Die gelungene Mischung aus verschiedenen musikalischen Bandbreiten zog unterschiedlichste Besucher an, die alle gemeinsam nur ein Ziel hatten: wild abshaken. Nicht nur Klassiker wie „Firestarter“ und „Smack My Bitch Up“ brachten die Meute zum tanzen, auch bei neue Songs wie „The Omen" und „Run With The Wolves“ wurde ordentlich gefeiert. THE PRODIGY verwandelten die Area vor der Blue Stage in einen riesigen Dancefloor.





Setlist THE PRODIGY:

World's On Fire
Breathe
Omen
Poison
Thunder
Warrior's Dance
Firestarter
Run With The Wolves
Voodoo People
Omen (Reprise)
-
Invaders Must Die
Diesel Power
Smack My Bitch Up
Take Me To The Hospital
Their Law
Out Of Space

Als Ersatz für HEAVEN AND HELL besetzten BULLET FOR MY VALENTINE die Headliner Position. Die Setlist war im Allgemeinen gut zusammengestellt. Eine passende Mischung aus allen drei Alben und das neue Album „Fever“ ist ebenfalls bei den Fans sehr gut angekommen. Soundtechnisch waren sie auf einer sehr guten Schiene unterwegs. Man könnte beinahe keine Fehler erkennen. Die Show an sich war nicht besonders spektakulär, nahezu kein Unterschied zu normalen Konzerten. Es taten sich nur wenige Moshpits auf, wie es sich für einen Headliner dieses Genres eigentlich gehören sollte, was daran liegen könnte, dass doch wesentlich mehr weibliche und junge Headbanger anwesend waren, als beispielsweise bei SLAYER. Auch das Feuerwerk am Schluss konnte die Show nicht sonderlich aus den Angeln heben. Fazit: allgemein gute Band, allerdings in diesem Fall als Headliner nicht geeignet.

Setlist BULLET FOR MY VALENTINE:

Your Betrayal
Fever
Waking The Demon
All The Things I Hate
Tears Don't Fall
Pleasure And Pain
Words (To Choke Upon)
The Last Fight
Say Goodnight
Scream.Aim.Fire
-
Begging For Mercy
Hearts Burst Into Fire
Hand of Blood
Alone

Dieses Mal wurde das Partyzelt nicht mehr aufgesucht. Nach 3 Tagen voller Action war man am Ende doch ziemlich geschlaucht . Außerdem fing es ohnehin an zu regnen. Da zog man das trockene Zelt dann doch vor. Zum Schluß noch ein Abschiedsbier und dann ging’s ab in die Federn, oder besser gesagt, in den Schlafsack.


Am Abreisetag sah es aus wie auf einem Schlachtfeld. Der Wind wehte über das verlassene Gelände und vereinzelt sah man noch wilde, hinterbliebene Festivalbesucher die restlichen Überreste von Zelten oder dergleichen voller Elan zerstören. Hin und wieder hopste auch einer unserer ungarischen Nachbarn auf dem Gelände herum auf der Suche nach brauchbaren zurückgelassenen Utensilien um für den Sommer vorzusorgen. Sachen wurden fertig zusammengepackt, Autofahrer hatte sich langsam wieder ausgenüchtert und schon wurde die Heimreise angetreten.

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Taipan
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Beitrag vom 24.07.2010
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