TUSKA 2010 - TAG1: DEVIN TOWNSEND - ZILTOID THE OMNISCIENT   SATYRICON   TAROT   INSOMNIUM   TESTAMENT  
02.07.2010 @ Kaisaniemi, Helsinki

Wie jeden Sommer seit dem Jahre 2001 führte mich auch der diesige nach Finnland und zu meinem mittlerweile neunten TUSKA – und dem zumindest vorerst letztem in Kaisaniemi – so werde ich also mein persönliches TUSKA 10 Jahres Jubiläum in Suvilahti, dem zukünftigen Austragungsort des Leidens feiern.





Groß war der Aufschrei bei nahezu jedermann, als das Lineup im letzten Jahr veröffentlicht wurde, wenige große Namen – da kann doch nichts Gutes dahinterstecken – und doch hatte das TUSKA 2009 einiges zu bieten und konnte mit „kleinen“, dafür sehr guten und übermotivierten Bands voller Spielfreude überzeugen. 2010 waren sicher alle Gemüter beruhigt, waren doch mit Bands wie NEVERMORE, MEGADETH, TESTAMENT, CANNIBAL CORPSE, W.A.S.P., DEVIN TOWNSEND und SATYRICON – um nur einige zu nennen – wieder die großen Namen da und prompt war das Festival auch sehr schnell wieder ausverkauft. Aber auch die Geschichte hat schon des öfteren gezeigt, dass die kleinen die großen zu Fall bringen und ähnliches konnte man – sofern man die Augen nicht vor der musikalischen Realität verschloss und das Göttertum so mancher Bands beiseite ließ – dieses Jahr in Kaisaniemi beobachten.
Und wie die meisten Geschichten beginnt auch diese mit – es war einmal...

Es war einmal ein Freitag, wir schrieben den zweiten Juli des Jahres 2010 und die Götter meinten es gut und ließen die Sonne auf Kaisaniemi herunterbrennen. Geschützt von den Zeltplanen der "Sue Stage" betrat, die noch junge Band BARREN EARTH die Bühne – doch nun Schluss mit Märchen.





Junge Band insofern, hat man mit „Curse of the Red River“ erst vor relativ kurzer Zeit das Debüt veröffentlicht. Dahinter stecken allerdings keine unbekannten der finnischen Metalszene, sondern Namen wie Mikko Kotamäki (SWALLOW TEH SUN), Olli-Pekka Laine (ex-AMORPHIS, MANNHAI, CHAOSBREED), Kasper Mårtenson (ex-AMORPHIS, MANNHAI), Janne Perttilä (RYTMIHÄIRIÖ), Marko Tarvonen (MOONSORROW, CHAOSBREED) und Sami Yli-Sirniö (WALTARI, KREATOR). Und was man aus den Namen vielleicht auch schon herauslesen kann, erwartet einen bei der Band auch – eine Melange von Progressive und Folk inspiriertem Death/Doom Metal, der doch des öfteren Reminiszenz an alte AMORPHIS aufkommen lässt. Als erste Band des Festivals konnte sich BARREN EARTH auch auf der positiven Seite des Festivals verewigen – ja, man kann wirklich Metal spielen, Spaß an der Musik haben und auf der Bühne einen größeren Aktionsradiu, als den eines Laborpendels haben.
Opener auf der Hauptbühne – der Radio Rock Stage – waren TESTAMENT, die als eine der wenigen großen Bands ihren Arsch bewegten und etwas ablieferten.





Mit im Gepäck hatten die Amis unter anderem die Songs "Practice What You Preach", "Over The Wall" und "Into The Pit" – also einen Querschnitt durch rund 25 Jahre – und ein Beweis, dass man noch lange nicht alt geworden ist. So nutzte die Band und vor allem Sänger Chuck Billy die Größe der Stage aus und es wurde wirklich gute Unterhaltung geboten, die sich wenig später bei INSOMNIUM fortsetzte, wenn man es so nennen kann.

Setlist TESTAMENT:

The Preache
More Than Meets The Eye
The New Order
The Persecuted Won’t Forget
Practice What You Preach
Over The Wall
Henchmen Ride
Disciples Of The Watch
Into The Pit
D.N.R. (Do Not Resuscitate)
3 Days in Darkness
The Formation Of Damnation





Die Melodic Deather aus Joensuu haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich an die Spitze finnischer Metalbands gespielt und sich auch außerhalb des Landes einen Namen machen können. Hauptaugenmerk lag auf Album Nummer vier „Across The Dark“ und das spiegelte sich auch in der Setlist wieder, die sich wie folgt las:

Equivalence
Down With the Sun
Drawn to Black
Where The Last Wave Broke
The Harrowing Years
The Killjoy
The Gale
Mortal Share
Weighed Down With Sorrow

Nach dieser eher der jungen Generation finnischer Bands zuzuordnenden Band, kommen wir jetzt zu einer der alteingesessenen; einer Band mit riesiger Fanschar im Land der tausend Seen und einer Band, von der den meisten höchsten der Namen des Sängers/Bassisten was sagt – die Rede ist von Marco Hietala (NIGHTWISH) und TAROT.





Nicht weniger als 25 Jahre und acht Studialben hat die Band im Rücken, von welchen „Gravity Of Light“ erst dieses Jahr das Licht der Welt erblickte. Die Setlist setzte sich zum großen Teil aus den letzten beiden Veröffentlichungen zusammen. Man fand somit Songs wie "Satan Is Dead", "Crows Fly Back", "Hell Knows" und das abschließende „Traitor“ im Set. Höhepunkt waren wohl die Choireinlagen von einem Teil von Marco's Choir (Finnish Battle of Choirs) – wer sich davon selbst ein Bild machen will, wird hier auf YouTube fündig.

Setlist TAROT:

Sleep in the Dark
I Walk Forever
Satan Is Dead
Crows Fly Black
Tides
Calling Down the Rain
Hell Knows
Pyre of The Gods
Rider of the Last Day
TRAITOR






Weiter im Reigen finnischer Bands ging es mit SWALLOW THE SUN und Mikko Kotamäki die Zweite. Und nicht nur die Fläche vor der Inferno Stage war zum Bersten voll, auch der Photo Pit war mehr als überfüllt – und das obwohl zeitgleich PAIN das Festival beglückte.





Die Entscheidung zugunsten von StS war zumindest genau die Richtige und man erlebte die Truppe wieder in Höchstleistung, wie eigentlich bei fast allen ihren Auftritten – und Ausreißer seien erlaubt. Höhepunkt war für mich wieder einmal „Falling World“ vom aktuellen „New World“ Album, das einmal mehr untermauerte, wer die Thronherschafft im Doom/Death Bereich innehält!






Die nächsten Thronanwärter – jedoch in einem gänzlich anderem Bereich – gaben sich danach die Ehre.
„Blackmetalproll“ und Spaßversteher Satyr und seine Mannen von SATYRICON knallten uns ihre Ladung an natürlich „TRUE“ Norwegian Blackmetal um die Ohren und es zeigte sich, dass es auch Spaß machen kann, wenn man nicht mehr mit Mamas Schminkkasten spielt und das kommt auch noch viel ehrlicher rüber als bei so manchen Kollegen aus Norwegen (D.B.)!





Sieben Alben im Rücken, eine Heerschar an Fans vor der Bühne und strahlend blauer Himmel, das war das Rahmenprogramm für Songs wie „Repined Bastard" „Now, Diabolical“, „The Rite Of Our Cross“ und das Abschlussduo „K.I.N.G.“ und „Mother North“.

Setlist SATYRICON:

Repined Bastard Nation
The Wolfpack
„Now, Diabolical
Black Crow On A Tombstone
Filthgrinder
The Rite Of Our Cross
The Pentagram Burns
Die By My Hand
Fuel For Hatred
K.I.N.G
Mother North

Headliner des ersten Tages, der erfreulich gut und unterhaltsam über die Bühne ging war DEVIN TOWNSEND und seine ZILTOID THE OMNISCIENT – und Hell yeah! – der Mann rockte die Bühne!





Alleine schon das Intro trieb einem die Tränen in die Augen – wohlgemerkt vor Lachen – und auch sonst machte der Kanadier alles richtig! Der Auftritt war Spaß pur und zwar für Musiker und Zuschauer gleichermaßen und wohl der beste Headliner, den ich in neun Jahren TUSKA zu Gesicht bekommen habe! Die Setlist bildete u.a. „ZTO“, „N9“ – gefolgt von einem Gitarren Duell gegen Ziltoid, der sein Gastspiel auf dem großen Screen am linken Rand der Bühne hatte, „Planet Smasher“ – mit Chuck Billy von TESTAMENT – mit Krone und einige weitere schöne Tracks.

Setlist DEVIN TOWNSEND:

ZTO
By Your Command
Ziltoidia Attaxx!!!
Solar Winds
Hyperdrive
N9
Kingdom
Mountain
Planet Smasher





Nach diesem würdigen Abschluss des ersten Tages ging es zu den Aftershowpartys und in unserem Fall ab ins On The Rocks zu CHAOS INJECTED, einer aufstrebenden jungen Band aus Lahti, die noch einiges vor sich hat – überzeugen kann man sich davon auf HIER - wo man sich auch gleich fünf Demosongs herunterziehen kann.

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FOTOS + E-CARDS
www.tuska-festival.fi

Harald
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Beitrag vom 25.07.2010
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