MASTERS OF ROCK 2010 - TAG1: TARJA   AXEL RUDI PELL   SABATON   MIKE TERRANA   K2   SALAMANDRA  
15.07.2010 @ Areál likérky Jelínek

Während ein Teil der Earshot-Crew es sich auf dem Kaltenbach Open Air ums Eck gemütlich machte, begab sich ein anderer mutiger Trupp nach Vizovice in Tschechien, um sich vier brutal anstrengenden Tagen, Sonne, Hitze, Sturm, der Schnapsbrennerei und Heavy Metal aller Art zu stellen. Wie auch schon in den letzten Jahren fand das Masters Of Rock 2010 einmal mehr auf dem Gelände der Schnapsbrennerei Jelinek statt, was zu den Temparaturen von fast 40 Grad und knapp 70 Bands natürlich noch für mehr Anstrengung sorgte, denn an den nicht zu knapp aufgestellten Ständen gab es natürlich viel zu „kosten“.

Am Donnerstag zu Mittag angekommen wurden erstmal brav Zimmer-Küche-Kabinett und das Schlafzimmer im Grünen aufgebaut, um sich dann richtig schön abzukühlen. Das MoR ist auch bekannt dafür die eigene Szene zu unterstützen und so spielten nicht nur auf der kleinen Coca-Cola Stage ausschließlich Bands aus der näheren Umgebung und den Nachbarländern, sondern auch auf der, kurz zuvor getauften RONNIE JAMES DIO (Haupt)-Stage einige lokale Helden, wie FINAL FICTION oder GAIA MESIAH. Wir begaben uns erstmal zu den Power Metallern von SALAMDRA auf das schöne Gelände, um unsere Ausweise, Bändchen usw. zu holen, ein Reinkommen auf das Gelände war aber durch den großen Ansturm auf die tschechische Band für uns noch nicht lukrativ.

Nachdem MASTERPLAN leider kurzfristig absagten, holte Drummer Mike Terrana, der sowieso am Festival war, seine recht unbekannte Band K2 nach Tschechien. Die Schwedisch-Amerikanische Combo konnte aber nur bedingt mit schmalzigem, recht abgedroschenem Rock überzeugen. Zu verweichlicht und kitschig kam das Material aus den Boxen, um wirklich zu zünden. Nett war das aber allemal, da Mike an den Drums die unangefochtene Nummer eins ist.

Und nun sollte schon das erste Highlight dieses langen Festes auf die Bretter steigen. Dass AXEL RUDI PELL live eine Wucht ist, konnte ich spätestens bei der letzten Live DVD „One Night Live“ feststellen, doch was der Meister und seine multikulturelle Band hier ablieferten, übertraf unsere Erwartungen um Längen. Schon das Intro „Prelude Of Doom“ und der dazugehörige Opener „Too Late“ vom aktuellen Werke „The Crest“ sorgten für eine verdammt gute Stimmung.



Der optimale Sound und Johnny Gioeli’s kraftvolle Stimme taten ihr Übriges dazu. Vollgepackt mit Hits und Hymnen wie „Strong As A Rock“, „The Temple Of The King“ oder das übermächtige „The Masquerade Ball“ überzeugten AXEL RUDI PELL über die volle Distanz. Gegen Ende hin spielten Johnny und Mike Terrana (der nach K2 wieder hinter den Kesseln saß) einen kleinen Gag und wechselten das Instrument. So entstand eine lustige Coverversion des FRANK SINATRA Klassikers „My Way“ mit Mike an den Vocals. Und nicht zu glauben, der Mann kann nicht nur in Lichtgeschwindichkeit auf sein Schlagzeug einschlagen, sondern auch noch singen.





Setlist AXEL RUDI PELL:

Prelude Of Doom (Intro)
Too Late
Devil Zone
Fool Fool
Mystic Eye
Rock The Nation
The Temple Of The King (RAINBOW)
Strong As A Rock
The Masquerade Ball / Casbah
My Way (FRANK SINATRA)


Nach ein paar Runden am Festivalgelände, inklusive einer Inspektion der Getränke und Fressalien, die mehr als nur fair bepreist waren (Bier €1,50 – Cola €1,20 – ½ Pizza €2,00 - Gyros €2,00 usw.) und dem Metal-Market mit allerlei mehr oder weniger sinnvollen Dingen, war es schon Zeit für den ersten Headliner des Festivals. Wer nun dachte, er sei Mike Terrana los, der irrte sich, denn auch bei der Ex-NIGHTWISH Sängerin TARJA Turunen, die mit dem Orchester aus Zlin auftrat, haute der Mann in die Felle, um sich an diesem Abend einen Weltrekord zu holen. Wie zu erwarten war, füllte sich das Areal umgehend mit den tschechischen Anhängern, die wie man an diesem Tag im Jahre zuvor schon beim Auftritt von NIGHTWISH merkte und auch noch bei EPICA bestätigt werden sollte, sichtlich auf Female-Fronted Bands stehen.



Leider war die Dame auf dem Masters Of Rock aber trotz großem Bemühen auf verlorenem Posten. Stimmlich war Tarja ohne Frage souverän wie immer, doch das Material, eine Mischung aus Rocksongs und Klassik war eher ermüdend als wirklich begeisternd, was auch an dem recht dünn klingenden Orchester lag, das nicht das gewünschte Volumen erbringen konnte. Außerdem verlief sich die Finnin oftmals in schmalzige Balladen, die nicht auf den Punkt kommen wollten. Diesen Headliner hätte man sich getrost sparen können. In einem Theater mit Sitzplätzen wäre da wohl mehr Stimmung aufgekommen, da dort auch die Atmosphäre stimmiger gewesen wäre. Freude gab es dennoch bei den Fans, da auch zwei NIGHTWISH Songs und einer von WHITESNAKE intoniert wurden. Wobei verwunderlich ist, warum nicht statt „Still Of The Night“ ein DIO Tribute geleistet wurde, da man sich ja auf der gleichnamigen Bühne befand.






Setlist TARJA:

Song To The Moon
Boy And The Ghost
The Escape Of The Doll
My Little Phoenix
Sing For Me
I Walk Alone
In For A Kill
Rivers Of Lust
Still Of The Night (WHITESNAKE)
The Reign
Angels Fall First (NIGHTWISH)
Crimson Deep
The Archive Of Lost Dreams
-
Beauty Of The Beast (NIGHTWISH)
Die Alive



Mittlerweile war die ärgste Hitze verflogen und die Uhr bewegte sich unaufhaltsam in Richtung zwei Uhr. Aufgrund diverser technischer Probleme und Änderungen im Schedule verschob sich alles und SABATON standen erst um zwei Uhr morgens auf der Bühne. Dennoch versammelte sich eine beachtliche Menge Fans vor der Bühne. Mehr als vor zwei Jahren noch nachmittags. Diesen Erfolg haben sich die sympathischen Schweden aber verdient, wie auch dieser Auftritt zeigte.

Fulminant eröffnete die quirlige Truppe um Laufmaschine Joakim Bróden das Set mit dem Hit „Ghost Division“ vom letzten Album „The Art Of War“ und dem Klassiker „Panzer Battalion“, um dann das aktuelle Album „Coat Of Arms“ mit dem Titeltrack und „Saboteurs“ vorzustellen. Auch wenn das Album ein kleiner Rückschritt ist, fügten sich die Tracks nahtlos in die Setlist und bereiteten sehr viel Freude bei den Metalheads, die sich aber über „Attero Dominatus“ oder „The Price Of A Mile“ sichtlich mehr freuten. Joakim witzelte unentwegt und forderte Drummer Daniel zu einem Solo auf, wozu er sich zum Glück nicht hinreißen ließ, denn genug ist genug. Dafür ging es mit „Cliffs Of Gallipoli“ lautstark weiter. Auch gab es noch Gratis-Shirts, die SABATON ohne Skrupel bei Schwarzmarkthändlern konfiszierten. Die Schweden gehören unumstößlich zu den Aufsteigern der letzten Jahre und werden weiter nach oben klettern. Ein würdiger Abschluss dieses ersten Tages, der mit den Party-Tracks "Metal Machine / Metal Crüe" um kurz nach 3 Uhr beendet wurde. Und so kämpfte man sich, mit seinem durch die Sonne verbrannten Körper in's Zelt, und freute sich auf den nächsten anstrengenden Tag.





Setlist SABATON:

Ghost Division
Panzer Battalion
Coat Of Arms
Saboteurs
Cliffs Of Gallipoli
Attero Dominatus
The Price Of A Mile
Aces in Exile
Uprising
The Art Of War
-
Primo Victoria
Metal Machine / Metal Crüe


- In Zusammenarbeit mit AndyVanHalen & Sunny


FOTOS + E-CARDS
www.mastersofrock.cz

maxomer
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Beitrag vom 29.07.2010
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