MASTERS OF ROCK 2010 - TAG3: GAMMA RAY   ANNIHILATOR   PRIMAL FEAR   BEHEMOTH   COMMUNIC   BLOODBOUND   GRAND MAGUS  
17.07.2010 @ Areál likérky Jelínek

Schlaftrunken und völlig unausgeschlafen torkelte man auch am dritten Tage des Masters Of Rock aus seiner Privatsauna heraus und versuchte sich irgendwie vom Schweiß zu befreien und sich selbst munter zu bekommen. Äußerst viel Vorbereitungszeit blieb an jenem Tag aber nicht, denn wenn man an einem Samstag um 10:00 Uhr morgens bei fast 30 Grad schon vor der Bühne stehen will, dann musste es einen guten Grund geben. Und mit GRAND MAGUS war der Grund auch schon gefunden.

Bei ihrem 50-minütigen Auftritt ließen die drei Schweden keine Wünsche offen und lieferten perfekten bodenständigen Rock. Ohne große Show und mit minimalen Ansagen konzentrierte sich das Trio voll und ganz auf die Musik und die kam selbst um diese frühe Uhrzeit super an. Auch über die Besucherzahlen braucht man sich nicht beschweren, fanden doch einige hundert Frühaufsteher den Weg aus ihren Zelten. Um vom gestrigen Rausch munter zu bleiben und bei der Hitze nicht umzukippen, half nur ein Sprung unter den Wasserschlauch, der vor der Bühne für die nötige Erfrischung sorgte. Songs vom neuen Album wie „Hammer Of The North“ oder „The Lord Of Lies“ kamen genauso gut an wie die älteren Werke „Iron Will“ und „Silver Into Steel“. Der rockige Doom-Metal machte Spaß und ließ einen richtig abgehen.





Obwohl GRAND MAGUS ein starkes Konzert ablieferten, hoffe ich doch beim nächsten Festival ein paar Stunden später und länger das Live-Vergnügen mit den Jungs teilen zu dürfen. Verdient hätten sie es auf jeden Fall. Ganz bodenständig, wie es sich gehört, konnte man das Trio auf dem Festivalgelände auf ein Bier und einen Schwatz treffen.





Setlist GRAND MAGUS:

Kingslayer
Like The Oar Strikes The Water
Silver Into Steel
Ad Midnight Tey’ll Get Wise
Wolf’s Return
I, The Jury
Hammer Of The North
Iron Will
The Shadow Knows

Mit LEGENDY SE VRACÍ war es nun wieder an der Zeit für eine einheimische Band. Die drei Herren mit den Akustik-Klampfen und ihren Rock und Pop Cover-Songs wirkten irgendwie wie die tschechischen STS und kamen bei den Fans sehr gut an. In ihrem Sortiment befinden sich u.a. Klassiker von AC/DC, KANSAS, LED ZEPPELIN, BOB DYLAN und URUIAH HEEP. Es folgten drei weitere Lokalvereine. DODO, SKWOR und DOGA zogen wie zu erwarten war, dank tschechischen Texten und partytauglicher Mucke einige Fans vor die Bühne, um dann die Bühne für gehobene Musik frei zu machen.

Es war Zeit für COMMUNIC - die Dänen, die schon vor zwei Jahren auf dem MoR für progressive Klänge vom Feinsten sorgten. Erneut verblüffte uns der Sound, der nur von drei Männern aus den Boxen schalte. An Dichte, Härte und Atmosphäre fehlt es der Minimalbesetzung jedenfalls nicht. Sänger Oddleif überzeugte nicht nur durch sein starkes Prog-Thrash Riffing, sondern auch durch seine einzigartige Stimme, die auch in hohen Regionen jeden Ton trifft. COMMUNIC präsentierten ein starkes Set in dem „Ravens Cry“, „Fooled By The Serpent“ & „Communication Sublime“ stellvertretend für jede Veröffentlichung zu finden waren. Somit ließ diese außergewöhnlich Band wieder einmal keine Wünsche offen, außer vielleicht den, nach einem neuen Album.





Setlist COMMUNIC:

On Ancient Ground
Payment Of Existence
Conspiracy In Mind
Fooled By The Serpent
Communication Sublime
Raven’s Cry
Waves Of A Visual Decay

Im Anschluss folgte ebenso wenig leichte Kost, wie bei den dänischen Proggies, denn der polnische Death-Panzer BEHEMOTH rollte an. Als einzige Band der extremen Sorte auf der Hauptstage möchte man meinen, Nergal und Band stehen auf verlorenem Posten, aber dem war nicht so. Nicht nur angereiste Fans aus Polen, sondern eine ganze Menge weiterer Banger versammelten sich brav vor der Bühne, um trotz nicht aufhörender Hitze alles zu geben. Ob „Slaves Shall Serve“, „Conquer All“ oder „As Above So Below“, sowohl auf der Bühne, als auch davor flogen heftig die Matten und die grau eingefärbten Gesichter der Bandmitglieder schmolzen allmählich dahin. BEHEMOTH zerstreuten meine Bedenken und entpuppten sich zwischen den Prog und Heavy Metal Bands des Masters Of Rock als würdige Walze zwischendurch. Geschmackssache werden sie dennoch bleiben.

Setlist BEHEMOTH:

Ov Fire And The Void
Demigod
Conquer All
LAM
As Above So Below
Slaves Shall Serve
At the Left Hand Ov God
Alas, Lord Is Upon Me
Chant for Eschaton 2000

Gegen 19:45 – eine leichte Brise stellte sich ein und die Sonne neigte sich – wurde es wieder true’er. PRIMAL FEAR zeigten kürzlich mit ihrer Live-DVD/CD Veröffentlichung, dass sie auf der Bühne zu Hause sind. Mat Sinner, Ralf Scheepers und der Rest des Reigens zeigten sich äußerst beweglich und spielfreudig. Überraschenderweise fand man schon recht früh Klassiker wie „Final Embrace“ oder „Nuclear Fire“. Das mittelmäßige „Killbound“ vom neuen Werk hätte man austauschen können, dafür sorgten „Fighting The Darkness“ und „Seven Seals“ für Gänsehaut. Als Kontrastprogramm feuerte man den Stampfer „Battalions Of Hate“ oder den Up-Tempo Kracher „Riding The Eagle“ ab. Stimmlich war Ralf eigentlich gut wie immer, wie bei „Sign Of Fear“ oder „Metal Is Forever“ gut zu hören war, doch beim Mitsingspielchen wirkte der Hüne etwas heiser. Machte aber nichts, denn sowohl das reguläre Set, als auch das Solo-Duell der Gitarristen Wolters und Karlsson machten sehr viel Freude.





Setlist PRIMAL FEAR:

Final Embrace
Killbound
Nuclear Fire
Six Times Dead (16.6)
Seven Seals
Sign Of Fear
Fighting The Darkness
Riding The Eagle
Final Embrace
Metal Is Forever


Schon alleine die Bestätigung der Band war für mich im Vorhinein schon ein Highlight. Nach der ultimativen Show von 2008, die man auch auf der DVD „Live At Masters Of Rock“ Revue passieren lassen kann, war ich gespannt ob „Jeff Water’s und Dave Padden’s ANNIHILATOR“ (wie man sie nun getrost nennen darf) dieses Ereignis toppen können. Und schon kommt mir ein breites Grinsen auf die Lippen - „The Box“, gefolgt vom neuen Kracher „Ambush“ und dem Klassiker „King Of The Kill“ brachten nicht nur mich in headbangende Extase.





Auch „Clown Parade“ vom letzten Werke „Metal“ und das starke Neuwerk „The Trend“ bei dem Jeff und Dave sich eine Soli-Schlacht sondergleichen lieferten, kamen exzellent an. Jeff und Dave kennen sich nach mitlerweile sieben Jahren und vier Alben blind und bilden eine funktionierende Einheit, während in der Rhythmusabteilung mit Carlos und Al Campuzano wieder zwei neue Gesichter zu sehen waren. Zwischendurch plauderten die zwei Frontmänner, die sich jetzt wirklich schon den Leadgesang komplett teilen, wie in „Set The World On Fire“, wo mal der eine, mal der andere die Strophe singt, kurz mit den Fans. Dabei widmete Waters den Song „Crystal Ann“ DIO und danach konnte nur eines kommen – genau – „Alison Hell“. Und vorbei war der Zauber. Viel zu kurz, aber genial war dieser Auftritt. ANNIHILATOR hielten wieder einmal was sie versprachen. Bitte bald eine Headliner Tour!





Setlist ANNIHILATOR:

The Box
Ambush
King Of The Kill
Clown Parade
Hell Is A War
Ultra-Motion
Set The World On Fire
The Fun Palace
The Trend
Crystal Ann
Alison Hell

Nun war es angesagt, die Coca-Cola Stage erneut zu besichtigen. Die tschechische Melodic Metal Formation SYMPHONITY mit der deutschen Goldkehle Olaf Hayer (Ex-DIONYSUS, LUCA TURILLI) stand bereits einige Zeit auf der Bühne und spielte das witzige NENA-Cover „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“. Leider kam mit dem verdammt starken „Bring Us The Light“ schon gleich der letzte Track der Band. Eine Platzierung zwischen den Headlinern war kein dankbarer Slot für diese feine Truppe.

Eigentlich hätten GAMMA RAY nach dem genialen Gig in Prag bei mir leichtes Spiel gehabt, doch die Power Metal Giganten machten es sich dann doch etwas zu einfach, aber dazu gleich mehr. Erstmal musste ein akuter Sturm überstanden werden. Aufgrund des heftigen Windes, der sogar Banner und mit Luft gefüllte Cola-Reklame umblies, mussten genannte umgehend entfernt werden und so enterten Kai Hansen und seine Hamburger Truppe die Bühne voerst ohne dem schönen Backprint des aktuellen Albums „To The Metal!“. Der Regen blieb aber zum Glück aus und so konnten gleich „Welcome“, „Gardens Of The Sinner“, „New World Order“ und das neue „Empathy“ abgefeiert werden. Die Stimmung war großartig, der Sound gut und die Band wie immer bei bester Laune. Neben den Übertracks „Armageddon“ und „Rebellion In Dreamland“ wurden Natürlich die HELLOWEEN Meisterstücke „Ride The Sky“ und „I Want Out“ frenetisch abgefeiert.





Schön und gut, aber wie gesagt, machten sich die Herren es zu einfach. Versprach man eigentlich schon vor der „To The Metal!“-Tour etwas an der Setlist zu tun, was nur bedingt berücksichtigt wurde, so verzichtete man auf den Festival-Gigs komplett auf Neuerungen und kickte einfach nur "Man On A Mussion" und die neuen Tracks „Deadlands“, „No Need To Cry“ und „Mother Angel“ aus dem Set, um sich ansonsten haargenau an die einstudierte Abfolge zu halten. Für eine Band diesen Kalibers, die vor wenigen Monaten erst ums Eck einen Headliner Gig absolvierten, finde ich, ist das äußerst unflexibel und unfair den Fans gegenüber. Trotz starker Performance, super Sound, genialer Stimmung, eine kleine Enttäuschung für mich. Wer aber auf der letzten Tour nicht zugegen war, der konnte eine brillante Show einer übermächtigen Power Metal Band erleben.





Setlist GAMMA RAY:

Welcome
Gardens Of The Sinner
No World Order
Empathy
Fight
The Saviour
Abyss Of The Void
Drumsolo
Armageddon
To The Metal!
Rebellion In Dreamland
Ride The Sky (HELLOWEEN)
-
I Want Out (HELLOWEEN)
Send Me A Sign


Es musste kommen, wie es kommen musste. Freute ich mich schon riesig auf BLOODBOUND, so ließ uns der Gott des Metals sprichwörtlich im Regen stehen. Wenige Minuten bevor das schwedische Power Metal Kommando, das schon vor zwei Jahren und auf der Tour mit HAMMERFALL für Aufsehen sorgte, auf die Bühne wirbelte, blitzte, donnerte und goss es wie aus Kübeln. Binnen weniger Minuten füllte sich das Areal knöcheltief mit Wasser. Viele mutige verharrten dennoch vor der Bühne und lauschten den hitverdächtigen Tracks wie „The Book Of The Dead“, „Metal Monster“ oder dem genialen Abschlusstrack „Nosferatu“ vom gleichnamigen Debüt. Genannte Songs wurden aber nicht wie erwartet vom zurückgekehrten Gründungsmitglied Urban Breed (PYRAMAZE, Ex-TAD MOROSE), sondern vom bereits im April rekrutierten Jungspund Patrik Johansson (DAWN OF SILENCE) vorgetragen. Der Mann machte seine Arbeit äußerst gut, aber ob er den stimmgewaltigen Urban wirklich ersetzen kann, wird sich erst auf dem neuen Album zeigen.

Durch Schlamm, Regenpfützen, vorbei an extrem stinkenden (teils umgefallenen Dixies) kämpfte man sich zu seinem Zelt durch. Manche hatten dabei ein wirklich schweres Los, denn die Campingplätze die auf den erhöhten Weiden angelegt waren, konnte man nur durch extrem rutschige Matsch-Passagen erreichen. Nicht wenige fielen schlammbedeckt ins Zelt.


- In Zusammenarbeit mit AndyVanHalen & Sunny


FOTOS + E-CARDS
www.mastersofrock.cz

maxomer
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Beitrag vom 03.08.2010
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