KALTENBACH OPEN AIR - TAG3: DYING FETUS   PRIMORDIAL    ABORTED   KEEP OF KALESSIN   DARKANE   HAIL OF BULLETS   SKYFORGER   DARKFALL    FLESHLESS   OBSCURITY   PARSIFALL   EREBOS    HORNS OF HATTIN    VXPXOXAXAXWXAXM  
17.07.2010 @ Kaltenbachgraben, Spital am Semmering

Der letzte Tag des Kaltenbach Open Airs war angebrochen. Obwohl es zu Mittag so heiß war, dass man, ohne Scherz, die Gulasch- und Reisfleischdosen auf dem Armaturenbrett des Autos anrichten konnte, beschlossen wir kurzer Hand, uns in den nächsten Shuttlebus zu sitzen und uns die Linzer Grindcore Bagage mit dem eindrucksvollen Namen VxPxOxAxAxWxAxMxC anzusehen.

Als wir es endlich vor die Bühne geschafft haben, machten die Linzer gerade ihren Soundcheck. Viele Leute waren noch nicht zu dem frühen Grindcore Spektakel gekommen. Man könnte sagen, das Areal vor der Stage war so gut wie leer. Ihre „Scheiß-auf-alles“ Attitüde war sehr lustig mit anzusehen. Nach dem die Feinabstimmungen im Sound fertig waren, schrie der Tontechniker nach einem Intro oder so ähnlich, als kurz darauf eine CD von der Stage Richtung Tontechniker flog. Rein musikalisch boten die Linzer ziemlich abwechslungsreichen und originellen Grindcore, mit leicht groovigen Death Metal Passagen. Nur leider war es noch viel zu früh und viel zu heiß, als dass mehr als 30-40 Menschen vor die Stage kamen.

Weiter im Programm ging es mit den Wienern von HORNS OF HATTIN. Und die Sonne hörte nicht auf zu scheinen. Viele Menschen wurden noch nicht angelockt. Der epische Black Metal der Wiener, kam bei sengender Hitze und außerdem zur Mittagszeit noch nicht wirklich gut an. Auch von technischen Problemen blieben HORNS OF HATTIN nicht verschont, sodass einer der beiden Gitarristen für fast einen kompletten Song gezwungen war, Gitarre zu wechseln und technische Fehler zu beheben, also ein großer Tag der Truppe war das bestimmt nicht.

Die Hitze machte es einem nicht leicht, mehr als ein oder zwei Stunden vor der Bühne zu verbringen. Somit machten wir uns erst mal wieder zu den Ständen auf, um etwas Nahrung und Getränke zu uns zu nehmen.

Als es gegen späteren Nachmittag allmählich abkühlte, war es Zeit für die Folk Metaller von SKYFORGER. Die Letten schafften es zu meinem Vergnügen endlich, erstens: mehr Leute anzulocken und zweitens: Stimmung zu machen. Ihr selbstständiger Sound getragen von Dudelsack, Flöte, natürlich Gitarren und Drums und ein merkwürdig nach einem Hackbrett, welches gezupft wird, aussehendem lettischen Instrument, kam live sehr gut an. Der Sänger und Gitarrist Pēteris Kvetkovskis entpuppte sich als überaus sympathisch und lustig. SKYFORGER zeigten dem Publikum erfolgreich wie Pagan/Folk Metal auf lettisch aus zu sehen hat.





Nun folgte die Allstar-Truppe von HAIL OF BULLETS, welche aus niemand anderen, als Martin Van Drunen (Vocals), Paul Baayens (Gitarre) von ASPHYX, die am Vortag bereits zum Einsatz kamen, Theo van Eekelen (Bass), Stephan Gebédi (Gitarre) von THANATOS und Ed Warby (Drums) von GOREFEST besteht. Komplett gefüllt war das Gelände zwar noch nicht, aber es kamen immer mehr Menschen vor die Stage. Die Message der Holländer war unverkennbar: „Wir scheißen auf den New School Death Metal, auf Make-Up und Blast Beats. Wir machen Old School Death Metal!“ Die Songs, welche außnahmslos über den 2. Weltkrieg handeln, wie z.B. „Warsam Rising“ oder über den polnischen Wiederstand, wie bei „Red Wolves Of Stalin“. Die Songs bekommen durch die einzigartige Stimme von Martin Van Drunen ein eigenes brutales Gewand, welches nicht besser die Zustände des Krieges beschreiben hätte können. Komplett voll wurde das Areal noch nicht, aber es waren genug Headbanger versammelt, um ordentlich Staub aufzuwirbeln.





Um 21:05 Uhr ging es weiter mit den Belgiern von ABORTED. Es wurde langsam Abend und dunkel, was dem Sound der Grind-Deather zu gute kam. Sie hatten ein enormes Tempo drauf, was immer wieder durchkreuzt wurde von langsameren und groovigen Headbang-Passagen. So ließen ABORTED einige Matten kreiseln und den ein oder anderen Circle/Mosh Pit und Wall of Death entstehen. Ein Garant für Nackenschmerzen am nächsten Tag sind ABORTED alle mal und sehenswert noch dazu.

In eine etwas andere Richtung ging es bei der nächsten Band mit dem Namen PRIMORDIAL. Die irische Gruppe schickte ihre Zuhörerschaft auf eine Reise voller Mythologie, Kelten und Kobolde. Wie auch an den Vortagen wurde es bei der vorletzten Band gerammelt voll und A.A.Nemtheanga war von der mitsingenden Menge sichtlich begeistert. Abgesehen von den klassischen Standart Nummern, wie z.B. „Empire Falls“, „Sons Of Morrigan“ oder „Gallows Hymn“ hatten die Iren ein kleines Schmankerl für die Audienz am Kaltenbach vorbereitet. Bei dem Song „The Coffin Ships“ war ursprünglich eine Violine mit auf der Aufnahme, so der Frontman. Also hatte man kurzer Hand den Geiger von MANEGARM mit ins Boot geholt, damit er den Song etwas aufpeppt und das ist ihm gelungen. Richtige irische Verhältnisse kamen zum Schluss auf, als leichter Regen einsetzte. Ein gelungener Gig der Iren, der auf ein baldiges Wiedersehen hoffen lässt.





Die letzte Band des letzten Tages des Kaltenbach Open Airs, waren die Amis von DYING FETUS, welche im Jahr davor leider ihren Gig absagen mussten. Man kann sagen, dass die Truppe echt vom Pech verfolgt war. Beim Soundcheck der Band fängt es dermaßen zu schütten an. Einige Leute versuchten sich bei der Bar, unter den Schirmen und beim Tontechniker unterzustellen, aber ein drastisches Zurückgehen der Zuseher war zu vermerken. Nur der kleine harte Rest blieb im Regen stehen, um den Brutal Death von DYING FETUS zu huldigen. Nach etwa der Hälfte des Gigs konnte man erstaunlicherweise einige Menschen wieder kommen sehen. Und obwohl es am Ende noch immer ziemlich regnete, konnte man dem Bassisten die Worte „You are so fucking sick to stay out in that rain, thank you!“ entlocken.





Das war ein nasses Ende des Kaltenbach Open Airs, aber es hat sich trotzdem wieder einmal echt ausgezahlt. Mit spitzen Bands der härteren Gangart wie z.B. GOD DETHRONED, ASPHYX, DARK FUNERAL oder PRIMORDIAL, um nur ein paar zu nennen, und dem alten Gelände, war das ein erfolgreiches und sehr angenehmes Festival.


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Mit bestem Dank an die Kollegen Sabine und Anna von Moremetal.org für die Fotos!
www.kaltenbach-openair.at

Stoney
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Beitrag vom 20.08.2010
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