ROCK THE LAKE - TAG3: CALIBAN   ALF POIER   LETZTE INSTANZ   MONO INC   KISSIN´ DYNAMITE   BEFORE THE DAWN   HACKNEYED   INMATE   LOST VITAL SPARK  
04.09.2010 @ Sachsenburg an der Drau

Nachdem der nette Herr mit dem Megaphon Gott sei Dank die Lust an seinem Spielzeug verloren hat, war es diese Nacht angenehm ruhig auf dem Campingplatz und man konnte gut ausgeruht in den letzten Tag starten.

Los ging es wie schon den Tag davor mit einem mehr als ausgedehnten Frühstück beim Dorfwirten. War wieder ein sehr angenehmer Zeitvertreib bis es mit den ersten Bands losging.

Kurz nach 14:00 Uhr begaben wir uns wieder auf das Gelände. Leider war durch ein paar Absagen der Zeitplan gehörig durcheinandergewirbelt worden, sodass wir noch nichts versäumt hatten.

Der samstägliche Reigen wurde durch LOST VITAL SPARK eröffnet. Die oberösterreichischen Death-Metaller ließen gleich ein Soundgewitter über den Zusehern niedergehen, das sich gewaschen hat. Sehr druckvoll, technisch einwandfrei und mit dem starken Gesang von Steff „garniert“ machte es Spaß den 5 Mannen zuzuhören. Einzig die Tatsache, dass es erst früher Nachmittag war, schien sie etwas in ihrer Bühnenperformance zu hemmen.

Es folgte ein weiterer, mir bis dahin unbekannter Act. INMATE, eine Metal-Formation aus Slowenien. Die Jungs machten einen gutgelaunten Eindruck und hatten sichtlich Freude daran, beim RTL auf der Bühne zu stehen. Die Songs waren abwechslungsreich und fuhren gleich in die Nackenmuskeln. Vor allem die Passagen mit den fetten Riffs und treibenden Beats luden zum Moshen ein. Zwischendurch legten die Gitarristen immer wieder schöne Soli hin. DARK TRANQUILLITY haben sich sicherlich was dabei überlegt INMATE als Supportband auf die kommende Tour mitzunehmen.

Während die ASSTRONAUTS, INZEST und DWEAL weiter die Headbanger aus der Reserve lockten, machten wir einen kurzen kulinarischen Boxenstopp und begutachteten die Verkaufsstände sowie das Merchandising-Zelt.



(INZEST)




(DWEAL)


Zum Gig von HACKNEYED fanden wir uns aber rechtzeitig wieder vor der Metal-Stage ein. Wenn diese Band die Bühne betritt glaubt man zuerst, jetzt kommt eine Schülerband, die für den nächsten bunten Abend ein Ständchen vorbereitet hat, so unschuldig sehen die Bandmitglieder aus. Aber wehe wenn sie losgelassen werden. Astreiner Death Metal der sofort in die Glieder fährt. Und was die zwei Gitarristen aufführen ist, wenn man das jugendliche Alter der Burschen bedenkt, beeindruckend. Die Band als Einheit agierte ungemein agil und lebhaft. Ein Knaller jagte den nächsten und im Pit ging´s ordentlich zur Sache. Sehr feiner Gig. Man darf gespannt sein, wie’s mit HACKNEYED weitergeht.





Nach dieser geballten Ladung Tod & Schmerz, schlenderten wir gut gelaunt in Richtung Dark-Stage, um zu sehen, was sich auf der dunklen Seite der Macht so tut. ILLUMINATA waren angesagt. Dabei handelt es sich um eine Symphonic Metalband aus Graz. Symphonic Metal ist ehrlich gesagt nicht so ganz meins, aber man soll ja auch mal über seinen Tellerrand rausblicken. Wir wurden nicht enttäuscht. Das Sextett mit den beiden Sängerinnen Katarzyna und Lisa breitete einen sehr schönen Klangteppich am Ufer der Drau aus. Obwohl die Dark-Stage nicht allzu groß war, passte die Performance und der Sound war ebenfalls gut. Die klaren Strukturen der Songs gefielen sofort und selbst die Querflöte, die bei einem Song mit von der Partie war, kam sehr gut zur Geltung. Am Ende des Auftritts wurde dann verkündet, dass zwei Mitglieder (Sängerin Lisa und der Drummer David) die Band verlassen werden. Es hatte den Anschein, als wäre das nicht ganz einvernehmlich gewesen. Während dem Auftritt hat man davon aber nichts gemerkt, was eindeutig für ihre Professionalität spricht.

Es wurde wieder umgebaut und soundgecheckt bis schließlich die finnischen Metaller von BEFORE THE DAWN die Stage enterten. Die Skandinavier gibt es jetzt seit mittlerweile fast elf Jahren. Die Jahre sind aber scheinbar spurlos an ihnen vorübergegangen. Keine Spur von Müdigkeit oder vielleicht Überheblichkeit, weil sie hier auf einer kleineren Bühnen standen. Von Beginn an wurde Gas gegeben obwohl Sänger Lars sichtlich von einer Verkühlung gezeichnet war. Der Sound hat perfekt gepasst. Die Gitarren kamen vorangetrieben von den groovenden Drums aus den Lautsprechern und gingen direkt in die Knochen. BEFORE THE DAWN hätten sich meiner Meinung nach einen etwas späteren Slot und ein größeres Publikum verdient.

Für uns ging es wieder zurück zur Rock-Stage. KISSIN’ DYNAMITE standen in den Startlöchern. Wieder mal eine Band, die ich noch nie live gesehen habe. Was soll man sagen, da hab’ ich bisher echt was verpasst. Wirklich sehenswert, wie sich die fünf jungen Burschen (alle noch unter 20) präsentierten. Im Stile der 80er Hair Metal-Bands mit langen Haaren, teilweise hautengen Outfits, oder mit freiem Oberkörper. Coole Sache. Der Sound war spitzenmäßig. Jedes Instrument kam sehr gut zur Geltung und was die Jungs technisch schon drauf haben ist sensationell. Der Tupfen auf dem i ist die Stimme von Sänger Johannes, der das Metal-Screaming, das zu diesem Sound dazugehört, perfekt beherrscht. Super Auftritt und dem Publikum hat’s definitiv gefallen.

Das Gute beim RTL waren auch die kurzen Wege. Von den beiden Hauptbühnen zur Dark-Stage waren es nur ein paar hundert Meter. Deshalb gingen wir nach KISSIN’ DYNAMITE eben wieder ans Ufer der Drau, um uns MONO INC, die fast zeitgleich mit den einheimischen Stars von EVILS JACKSON rockten, anzusehen. Das ist einfach eine coole Band. Angefangen vom charismatischen Sänger Martin Engler, der auch ein paar Scherze auf Lager hatte, über die Schlagzeugerin Katha Mia, die ihre Arbeit hinter den Toms sehr exakt und konzentriert erledigt, bis hin zum Bassisten und zum Gitarristen, die ihre Instrumente ebenfalls sehr gut im Griff haben. Es war ein sehr stimmiger Auftritt bei dem der Funke sofort auf das Publikum übersprang. Gut angekommen ist auch die akustische Coverversion von IFFY POPs Klassiker „The Passenger“. Während diesem Song wurde auch direkt von der Bühne aus die Crowd für den Video-Blog von MONO INC gefilmt.



(ELVIS JACKSON)


Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Nach MONO INC war wieder die Metal-Stage angesagt, wo sich bereits die LETZTE INSTANZ die Seele aus dem Leib hüpfte. Ein live-Erlebnis der besonderen Art wenn das ganze Ensemble mit Cellist & Geiger auf der Bühne das Gaspedal voll durchtritt. Der Cellist würde, was seine Perfomance angeht, auch gut zu APOCALYPTICA passen. Seine langen Raster drehten sich nahezu ständig im Kreis. Die Songauswahl war sehr gut. Stücke vom aktuellen Album wechselten sich mit Klassikern früherer Zeiten ab und das Publikum war nicht mehr zu halten. Als Zugabe wurde kurz der „Song 2“ von BLUR angestimmt und geschickt mit „Rapunzel“ verknüpft. Alle waren aus dem Häuschen, die LETZTE INSTANZ hatte auch sichtlich ihren Spaß und weiter gings zum nächsten Act, dem Headliner auf der Rock-Stage.





Das war niemand geringeren als ALF POIER mit seiner Band DIE OBERSTEIRISCHE WOLFSHILFE. Auf diesen Auftritt war ich auch sehr gespannt. Es hat sich gezeigt, dass die Veranstalter einen guten Griff mit Hr. POIER gemacht haben. Es war sehr unterhaltsam und erstaunlicherweise musikalisch interessant und anspruchsvoll. Seine Band, allesamt Vollblutmusiker, lieferte die perfekte Kulisse für die schrägen Songs, die man zum Besten gab. Natürlich durfte sein Songcontest Hit „Weil der Mensch zählt“ nicht fehlen. Sein Schlagzeuger wurde bei einem Song kurzfristig durch ihn abgelöst und da hat sich auch gezeigt, dass ALF POIER musikalisch nicht auf der sprichwörtlichen Nudelsuppe dahergeschwommen ist. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Auftritt, der für mehrere Lacher gut war.





Was für ein Kontrast. Nach ALF POIER kamen die Metalcore-Heroes von CALIBAN auf die Metal-Stage um dem RTL und der Gemeinde Sachsenburg noch einmal ordentlich einen vor den Latz zu knallen. Die Jungs brannten ein Feuerwerk auf der Bühne ab und im Publikum gab’s kein halten mehr. Am Ende des RTL mussten die Leute vor der Bühne noch mal alle Kräfte mobilisieren, um im Pit zu überleben. Der Sound war über jeden Zweifel erhaben. Die Metalcore-Wand, die einem aus den Boxen zuflog, haute einen fast um. Trotzdem kamen die Melodien gut zur Geltung und auch der Gesang ging nicht in dieser "Soundwall-of-Death" unter. CALIBAN setzten einen grandiosen Schlusspunkt für ein grandioses Festival.





Wer nachher immer noch nicht heim wollte, konnte im Partyzelt beim Auftritt der MÜLLIONÄRE das RTL ausklingen lassen und beim coolen, rockigen Sound der Kärntern Lokalmatadoren chillen oder noch mal richtig shaken.

Für uns hieß es, zurück auf den Campingplatz und ab in die Heia.

Fazit:
Das RTL war ein durchwegs gelungenes Festival. Die abwechslungsreiche Bandauswahl war spitzenmäßig, die Organisation sehr gut, das Personal durchwegs freundlich und die Location hat ebenfalls sehr gut gepasst. Die Preise für Speisen und Getränke waren OK (€ 3 für 0,5 l Bier plus Pfand, € 4 für eine Currywurst) wobei gerade beim Speisenangebot etwas mehr Abwechslung wünschenswert wäre. Ideal wäre auch vielleicht eine Frühstücksmöglichkeit. Für die Hygiene könnte man noch den einen oder anderen Duschcontainer aufstellen und die Dixies öfter entleeren und auf dem Campingplatz zumindest die Hauptwege beleuchten.

Das sind aber im Grunde Kleinigkeiten. Alles in allem war’s ein super Wochenende und wir alle, die wir aus Salzburg angereist sind, hoffen auf eine Fortsetzung 2011.

Special Thanks to: den 3 Zeltnachbarn Puppy, Arno & Dani und an den Kurtl (a.k.a. Christoph), für die gastfreundliche Bewirtung.




FOTOS + E-CARDS
www.rockthelake.at

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Beitrag vom 20.09.2010
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