EISBRECHER   STAHLMANN  
23.09.2010 @ Backstage

Angekommen bei der Backstage Einfahrt, wundert man sich zuerst einmal an den vielen Menschen, die vor dem Backstage in einer langen Schlange stehen. Hinzu kommt, dass der Einlass um 19.30 Uhr hätte stattfinden sollen und wir erst knapp vor 20.30 Uhr in München angekommen sind (den Baustellen sei an dieser Stelle herzlichen Dank ausgesprochen). Darüberhinaus spielte LACUNA COIL im Saal daneben – der Großteil der Besucher war jedoch wegen EISBRECHER gekommen – Heimspiel für Alex, den Auto- und hofftlich auch Mikro Checker.

Nach einigen Streitigkeiten mit dem sehr unfreundlichen Backstage Personal (Deutsch ist durchaus eine Sprache derer man in München mächtig sein sollte...) kamen wir dann rein.

Nach einer kurzen, sehr freundlichen Ansprache und Vorstellung der Vorband STAHLMANN durch Alex, den EISBRECHER Frontmann starteten diese auch gleich ins Programm durch. Komplett silbern geschminkt und dadurch an Genrekollegen erinnernd, entern StAHLMANN die Bühne und eröffnen den Abend. Und dieser startet laut. Übertrieben laut, zumindest für eine Vorband. Die Bässe lassen das Trommelfell gefährlich stark vibrieren. Dementsprechend ist auch der Sound. Unklar und breiig, besonders an den beiden Seitengallerien. Inhaltlich bieten STAHLMANN nichts Neues. Klassisch deutsche, geradlinige Beats, Sinnvolle bis Sinnleere Refrainphrasen und dicke Gitarrenwände gepaart mit einer halb singenden, halb sprechenden Gesangdarbietung. Dennoch macht es der Fünfer recht gut, wären da nicht die rhytmischen Schwankungen wenn mal wieder das Schlagzeug an den Sampler andocken muss. Alles in Allem eine gute Aufwärmrunde um sich nach ca. 45 Minuten dem Headliner widmen zu können.

EISBRECHER kommen dem Bandnamen entsprechend in Winterkleidung, sprich mit Pelz gefütterten Jacken und Eispickeln (Alex) auf die Bühne. Das Publikum ist vom ersten Auftauchen der Band bis zum Ende der Show – immerhin über zwei Stunden später - hin und weg. Die Band wird gefeiert und jeder noch so gute oder schlechte Schmäh wird huldigend mitgefeiert. Für EISBRECHER ist München natürlich ein Heimspiel. Dementsprechend verwunderlich war es, dass sich die Band nicht mehr Mühe mit der Dekoration bzw. dem Bühnenbild gemacht hat. Lediglich die bereits von fast allen Bands bekannten Back- und Sidedrops schmücken die Bühne und ein paar Scheinwerfer tauchen die Musiker überwiegend in ein blaues, kaltes Licht.



Doch genug genörgelt. EISBRECHER, insbesondere Alex, machen ihren Job sehr gut. Beim halb improviseirten Akkustikset läßt er sich noch dazu hinreissen „Patrona Bavaria“ anzustimmen. Ein klares Statement in Richtung Oktoberfest. Das Publikum wird bestens unterhalten, sei es zum Einen durch die EISBRECHER Songs an sich, welche einem durch Mark und Bein gehen, oder aber durch die einstudierten Showelemente. Und genau diese Showelemente sind meiner Meinung nach ebenso ein Schwachpunkt. Es passt nicht zu einer Band, welche innerhalb der Songs sehr kalt und hart daher kommen möchte, dass in jeder Pause ein Lacher den nächsten jagt. Vielleich ist es wegen dem bereits erwähnten Heimspiel, das Alex dazu bewegt das Publikum zusätzlich zum Sound noch durch viel Humor zu unterhalten. Irgendwie gehört hier aber eine Linie rein. Dies betrifft auch den Schlagzeuger, der zwar optisch mit seiner Baseballkappe in eine Punk- bzw. Crossoverband hervorragend hineingepasst hätte, nicht aber in eine Band mit diesem Sound.



Dennoch, bei aller Kritik die Show betreffend, muss festgehalten werden, dass rein Songtechnisch EISBRECHER ihren Genrekollegen klar die Nase vorne hat. Hier spielt das Thema Abwechslung eine große Rolle. Eisbrecher arbeitet mit einigen Elektronik-Stilmitteln, die den Sound unglaublich auflockern und dadurch von den unterm Strich immer gleichen Riffs ablenken.

Wer die Möglichkeit hat, eine der beiden Bands live zu sehen, soll das machen. Einmal muss man zumindest EISBRECHER gesehen haben. Auch der EISBRECHER Merchandise beherbert eine sehr gute Auswahl an T-Shirts und Hemden. Und wer immer noch Hemmungen hat, seinen Kollegen zu sagen, dass er auf ein Neue Deutsche Härte Konzert geht, dem soll gesasgt sein, dass im Backstage – zumindest als ich dort war – noch bei keiner Metalcore oder sonst irgendwie im Moment trendigen Band, so viele Leute am Eingang angestanden sind. EISBRECHER und Co. sind eine ernstzunehmende Stilrichtung, die uns nach wie vor in Europa und dem Rest der Welt abhebt vom Einheitsbrei der anderen Metalbands.




FOTOS + E-CARDS
www.eis-brecher.com

nano
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Beitrag vom 29.09.2010
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