TIM RIPPER OWENS   THUNDERBOLT   ECLIPTICA    ENCLAVE   
24.09.2010 @ Viper Room

Groß und lang war die Vorfreude, als bereits im Frühling angekündigt wurde, dass Tim „Ripper“ Owens, seineszeichen Ex-Fronter von Kalibern wie JUDAS PRIEST oder ICED EARTH sich mit einer Art Best-Of Special in Wien die Ehre geben wird. Wie ich im Interview erfahren konnte, sollte es neben seinen und den aus der Ära Halford PRIEST-Klassikern und Material aus seinem eigenen Solo-Album auch so manches von BEYOND FEAR und diversen Legenden wie RAINBOW, BLACK SABBATH und Co. geben. Als wären das nicht schon unzählige Gründe genug, um in den Viper Room zu pilgern, hat man mit THUNDERBOLT und ECLIPTICA noch hochkarätigen Support hinzugeholt.

Den Abend eröffnete aber die junge Truppe ENCLAVE aus Mödling. Eine Mischung aus Heavy Metal und Thrash wurde gegen 19:45 losgelassen, jedoch ohne wirklich zu begeistern. Einfach gestrickte Songs, die schwer nach METALLICA rochen, hatten es schwer, die bisher anwesenden Zuschauer anzuheizen, denn diese beschäftigten sich großteils lieber mit der Bar.

Umso freudiger war dann die Erwartung von den Wiener Power Metal Durchstartern ECLIPTICA, die mit „Impetus“ nicht nur ein tolles Album im Petto haben, sondern auch live zu begeistern wissen. Im Gegensatz zum letzten Male, als ich die Band erleben durfte, hat sich aber einiges getan, denn Drummer Roman Klomfar saß nicht mehr hinter den Kesseln, sondern stand im Publikum, der von Neuzugang Roman Daucher (wer den Mann googelt, wird sich wundern) abgelöst wurde. Auch die spanische Zweitsängerin Maria war nicht mit dabei. Ich wüsste auch nicht, wo man diese auf der winzigen Bühne hingepackt hätte.



Nichts desto trotz zogen ECLIPTICA wieder eine astreine Show ab. Fronter Tom, sympathisch wie eh und je, scherzte und interagierte mit dem Publikum und bewies erneut, dass er ein begnadeter Sänger ist, der Songs wie „My Paradise“ oder das fetzige „Jester In The Ballroom“ in Kombination mit Sängerin Sandra perfekt intonierte. Der Wechsel zwischen den Vocals funktioniert reibungslos und fließend. Natürlich zockten auch Markus, Van Alen und Alexander an ihren Instrumenten in professioneller Manier, was die Stimmung im Viper Room sichtlich anhob. Mit „Fire:Burn“ gab es dann auch noch einen Vorgeschmack auf das hoffentlich bald erscheinende zweite Werk. Und nach lautstarken Zugabe-Rufen enterte man mit „Twilight Hall“ nochmals die Bühne, um erneut richtig Gas zu gehen.



Setlist ECLIPTICA:

My Paradise
Watching You
The Jester In The Ballroom
Fire:Burn
Land Of Silence
Cary On
-
Twilight Hall

Es wurde eine etwas längere Pause eingelegt, bis die, mir bisher unbekannten Norweger von THUNDERBOLT die Bühne betraten. Fünf Hünen, drei davon mit sehr langen Matten und Rauschebart, die optisch mühelos zu den Hells Angels passen, präsentierten originalen US-Power Metal mit viel Saft im Arsch. Die Überraschung der Truppe war sicherlich Fronter Tony „Thunder“ Johannessen, dessen Name und einige Songtitel recht offensichtlich darauf hinwiesen, worum es hier geht. Der Mann überzeugte mit seiner kraftvollen Stimme, die in höheren Regionen irgendwo zwischen Bruce Dickinson und Michael Kiske liegt und in den tieferen, große Ähnlichkeiten mit Matt Barlow von ICED EARTH aufweist. Leider war der Sound bei THUNDERBOLT sehr schwammig, was den Spaß etwas trübte. Musikalisch lieferte man zwar nichts innovativ Neuwertiges, jedoch machte der Auftritt jede Menge Spaß.



Setlist THUNDERBOLT:

Call Out The Lions
Bad Boys
Fight
The Moderators
Love & Destruction
Special
Lidless Eye
Crucified
Metal Tide

Zu später Stunde war es dann endlich soweit. Der Ripper stand in den Startlöchern und seine mitgebrachten Musiker starteten auf die Bühnen und shredderten um ihr Leben, bis dann ein grinsender Tim, gehüllt in Lederjacke, mit Cappy und Sonnenbrille ausgestattet, auf die Bühne sprang. Nur wenige Sekunden haute Drummer Rick Hagan in die Drums, da wusste schon jeder was nun kommen sollte. „Painkiller“ – was hätte wohl besser einen Gig des Ripper einleiten können, als vielleicht das folgende „The Ripper“, das Tim mit der lautstarken Frage „what´s my name?“ ankündigte. Die Stimmung war jetzt schon großartig und es wurde langsam aber sicher heiß in den ersten Reihen. Der Sound war super und die Stimme des charismatischen Sängers noch um Welten besser. Bald bekam man „Scream Machine“ von seiner Truppe BEYOND FEAR zu hören und der Titel hält, was er verspricht. Auch bei seinen Solo-Tracks „It´s Me“ oder „Starting Over“, die live um einen Zacken deftiger sind, waren die Fans sehr textsicher.



Bald sollte ein Freund und Idol von ihm geehrt werden und so erzeugte das Anspielen von „Heaven And Hell“ Gänsehaut, aber auch der kurze Ausflug zu „Man On The Silver Mountain“ sowie die komplett vorgetragenen „Children Of The Sea“ und "Gates Of Babylon“ wurden dem Meister Ronnie James Dio mehr als gerecht. Mit „Running Wild“ und „Wrathchild“ lieferte man noch Mitsing-Songs. Am meisten wurden jedoch PRIEST-Klassiker abgefeiert. Man spürte förmlich, dass Tim diese Songs liebt und lebt. Ob das brutale „One On One“ oder die unumgänglichen „Breaking The Law“ und „Hell Bent For Leather“, die Freude war auf beiden Seiten riesig. Nur einmal wurde seine Stimmung getrübt, denn auch nach mehrmaliger Bitte an den Soundmann, gab es immer wieder Feedbacks an seinem Monitor, die ein hässliches Pfeifen produzierten. Der Mann ist einfach Anderes gewöhnt und ein Perfektionist. Bei dieser Stimme kein Wunder. Und abgesehen von diesem technischen Problem, muss ich die Veranstaltung durchwegs loben.



Man braucht eigentlich nicht zu sagen, dass seine Band alles Vollblutmusiker sind, die genau wissen, was sie zu tun haben. Für eine zusammengewürfelte Truppe, ein echter Traum von einem Auftritt. Leider war das Konzert mit „The Hellion / Electric Eye“ dann doch viel zu früh vorüber und die Scream-Maschine verließ die Bühne, jedoch nicht ohne sich ausgiebig von den Fans zu verabschieden.




Setlist TIM RIPPER OWENS:

Painkiller (JUDAS PRIEST)
The Ripper (JUDAS PRIEST)
Scream Machine (BEYOND FEAR)
Running Wild (RUNNING WILD)
It´s Me
Death Race
Heaven And Hell (BLACK SABBATH)
Man On The Silver Mountain (RAINBOW)
Children Of The Sea (BLACK SABBATH)
The Ides Of March (IRON MAIDEN)
Wrathchild (IRON MAIDEN)
Save Me (BEYOND FEAR)
One On One (JUDAS PRIEST)
Gates Of Babylon (RAINBOW)
Desert Plains (JUDAS PRIEST)
Breaking The Law (JUDAS PRIEST)
-
Hell Bent For Leather (JUDAS PRIEST)
Starting Over
The Hellion (JUDAS PRIEST)
Electric Eye (JUDAS PRIEST)

Verschwitzt und voller Ohrwürmer gingen wir gemütlich Richtung Ausgang und Auto, nur um wenige Minuten nach dem der Ripper hinter der Bühne verschwunden war, gleich vor dem Eingang auf ihn zu treffen. Fannähe pur. Überaus sympathisch gab sich Tim Owens den Fans gegenüber, plauschte mit ihnen und ließ sich zu diversen Fotosessions hinreißen. Ein Musiker wie er im Buche steht. Danke Tim!


FOTOS + E-CARDS
www.timripperowens.com

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Beitrag vom 29.09.2010
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