KORN   DIMMU BORGIR   TURBOWOLF  
26.09.2010 @ Gasometer

Ziemlich genau ein Jahr ist’s her, da machten die Nu Metaller von KORN, zusammen mit SHINEDOWN, den Gasometer in Wien unsicher. Heuer mit neuem Album am Start und feiernd, dass sie wieder „back to the roots“ sind, sind die Amis mit niemand geringeres als den Symphonic Black Metal Speerspitzen von DIMMU BORGIR in Wien. Eine vielversprechende Kombination, die man sich natürlich nicht entgehen lässt!

Den Anfang machen TURBOWOLF, die in etwa nur das vordere Viertel der Bühne nützen können, da im Hintergrund schon alles für DIMMU BORGIR aufgebaut ist. Der Sound ist ok und die Jungs aus Bristol zeigen sich sehr agil. Nur leider lässt sich das Publikum zu nicht mehr als einem Kopfnicken hinreißen. Musikalisch wird bei TURBOWOLF nach eigener Aussage „Eternal Dudecore“ geboten, soll heißen: moderner Rock mit metallischen Riffs und Elektro Sounds, die Sänger Chris G nebenbei mit seiner freien Hand am Keyboard bastelt. Selbiger fragt die müde Crowd, wer denn für KORN und wer für DIMMU da sei; für KORN wird wesentlich lauter gejubelt. „I wanna see some fucking moving!“ und plötzlich packt das Quartett die totale Hardcore-Keule aus: Brüll Gesang und Ufta Beats passen zwar irgendwie nicht zum Restprogramm der Band, hört sich aber trotzdem gut an. Mehr als gut gemeinter Applaus ist aber trotzdem nicht drin, was den Engländern aber nichts ausmacht, denn sie zeigen extrem viel Spielfreude und am Ende schafft es Chris G dann doch noch, dass zumindest der halbe Gaso mitklatscht, was er mit einem ehrlichen „Dankeschön“ quittiert. Sollte man auf jeden Fall im Auge behalten, die Herren von TURBOWOLF.

Danach wird das Stage-Equipment von DIMMU BORGRIR enthüllt: riesig. Das Licht geht aus und ein Jubel fährt durch den Gasometer. Die Halle ist dennoch nicht zum bersten voll, wie man vorher vielleicht erwartet hätte, so mancher singt dafür schon beim Intro mit. Für schmunzeln sorgt Drummer Daray, der aufgrund seiner Maske halbblind zu seinem Drumkit geführt werden muss. Die coole Lightshow erzeugt zusammen mit DIMMUs Kostümen für die passende Stimmung. Sänger Shagrath lässt sich so dann schon mal zu kleinen Publikumsanstachelungen hinreißen: „Make some noise! Is that a metal concert or what?“ Natürlich werden auch Songs vom neuen Album „Abrahadabra“ gezockt, und die kommen gut an.



Trotz der guten Performance des Vierers sind die Publikumsreaktionen doch sehr verhalten. Die Fans sind zwar da, hören und sehen aber lieber hin, anstatt abzugehen. Doch zum Mitklatschen bei den zahlreichen marschartigen Teilen kann schon animiert werden. Die KORN-Fans zeigen sich unsportlich und pfeifen nach jedem Song, was aber durch den lauten Applaus der DIMMU-Fans fast übertönt wird. „Thank you so much for your support!“, heißt es dann nach einem guten Set der Norweger. Die Jungs lassen sich noch feiern als das Licht angeht und werden vor der jubelnden Crowd und all den erhobenen Fäusten fotografiert. Zugabe gibt’s offensichtlich keine mehr und so bleiben die Rufe nach jener auch gleich aus. Wie erwartet tauschen kurz danach auch gleich die DIMMU-Fans mit den KORN-Fans quasi Plätze.




Die Songs von DIMMU BORGIR:

Xibir
Spellbound (By The Devil)
Dimmu Borgir
Gateways
Chess With The Abyss
The Serpentine Offering
Puritania
Progenies Of The Great Apocalypse
Mourning Palace
Perfection Or Vanity


Beim Umbau erwartet uns eine erfreuliche Überraschung, denn statt fader Umbau-Atmosphäre entert ein DJ die Stage. Und dieser heizt der wartenden Crowd gleich mächtig ein und zwar mit Überkapellen wie PANTERA, DROWNING POOL, DISTURBED oder SYSTEM OF A DOWN. Der Herr kommt mit seinem Hitfeuerwerk quer durch die Metalbank natürlich extrem gut an. Bei RAMMSTEINs „Du Hast“ geht die Crowd steil und es wird lautstark mitgesungen, man muss schon sagen, so macht das Warten unglaublich Spaß! Leider bleibt uns ein Soundcheck natürlich nicht erspart, als Jonathan Davis‘ Mikroständer enthüllt wird, gibt’s aber trotzdem wieder lautes Jubeln.

Endlich geht das Licht aus und Ray Luzier wird als erster auf der Stage hinter seinem ziemlich coolen Drumset gesichtet. Der Herr strotzt nur so vor Energie, drischt auf die Becken und wirft ständig seine Sticks in die Luft. Munky betritt als zweiter in schickem weißen Anzug die Bretter, gleich darauf Jonathan Davis und am Ende - wahrscheinlich volè aus dem Tourbus auf die Bühne – Basser Fieldy, der anfangs leichte Probleme mit seinem Bass hat. Mit „Right Now“ legen die Amis los und der Sound ist ziemlich gut, bis auf Jonathans Vocals, die etwas zu leise sind, außerdem geht dem Vokalisten sichtlich die Puste aus, weswegen er des Öfteren zwischen den Songs von seiner Sauerstoffflasche nuckeln muss. Natürlich wird im Publikum fleißig mitgehüpft und mitgesungen. Ansagen sind wie immer sehr rar, was aber nicht weiter stört, denn KORN wissen es gut, mit dem Publikum auch ohne sprachliche Kommunikation umzugehen. Ray, der von einem Spot düster von unten angeleuchtet wird, ist ein Tier an den Drums! Diesen Drummer dürfen KORN nicht mehr hergeben, so viel steht fest. Und auch Munky wirkt wieder deutlich fitter oder besser gesagt gesünder als vor einem Jahr.



„Falling Away From Me“ wird von Live-Mitglied Zac Bair am Piano angefangen, was ziemlich gut rüberkommt und für Abwechslung sorgt. Als Munky und Live-Gitarrist Shane Gibson dann einsteigen, wird sogar die Melodie mitgesungen. „Somebody Somehow“ wird angereichert durch ein extrem tightes Drumsolo von einem ohnehin schon abgefeierten Ray Luzier. Fieldy jamt ebenso ein bisschen mit ihm und zusammen wird „Master Of Puppets“ kurz angespielt, was aber nur wenige KORN-Fans wieder erkennen. „Blind“ beendet das bisherige Set, nur Fieldy jammt noch ein kleines bisschen hinter der Bühne weiter, bevor Jonathan unter frenetischem Jubel mit seinem Dudelsack nochmal auf die Bühne stürmt. METALLICAs „One“ wird kurz angespielt, was ziemlich genial ist, doch auch wieder nicht dementsprechend von den KORN-Fans honoriert wird. Nach „Got The Life“ ist der Spaß auch schon vorbei und es werden noch Picks verteilt. Die Zugaberufe helfen nichts und ein paar Pfiffe im Publikum ertönen. Dennoch bleibt ein durchaus sehr positives Resümee: KORN haben sich von der Hitsingle-Maschine zu einer viel reiferen Liveband mit Jams und wesentlich mehr Spielfreude als letztes Jahr entwickelt.





Die Songs von KORN:

Right Now
Pop A Pill
Here To Stay
Oildale (Leave Me Alone)
Falling Away From Me
Let The Guilt Go
Did My Time
Somebody Someone
Throw Me Away
Freak On A Leash
Helmet In The Bush
Blind
-
Shoots And Ladders / One
Clown
Got The Life

www.dimmu-borgir.com
korn.com


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Doano
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Beitrag vom 13.10.2010
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