HELLOWEEN   STRATOVARIUS  
26.11.2010 @ Gasometer

Man steht gespannt und auch gebannt vor der Bühne, der Vorhang fällt, es erscheint ein schönes Bühnenbild, eine rotierende siebenschneidige Klinge und es erschallen Happy-Happy-HELLOWEEN Chöre. Die Spannung ist nicht mehr auszuhalten, als eine Intro, zusammengestellt aus diversen Songs der Bandgeschichte, die Show um ca. 22:20 einleiten….

…doch da war vorher noch was. Genau, HELLOWEEN besuchen das Gasometer natürlich nicht alleine, sondern haben niemand geringeres als das finnische Prog/Power Metal Gespann STRATOVARIUS, das im kommenden Jahr ihr bereits zweites Album im neuen LineUp präsentiert. Somit gehen wir kurz zurück durch die Zeit und flüchten aus „Futureworld“.

Natürlich war auch die Spannung bei STRATOVARIUS groß, denn nachdem Tolkki vor einigen Jahren die Band verließ, musste nach ganzen 23 Jahren ein neuer Gitarrist für ihn her. Matthias Kupiainen, mit dem wir kurz zuvor das Vergnügen hatten, hat sich nicht nur perfekt in die Band integriert, sondern nimmt schon einen Großteil des Songwriting-Ruders in die Hand. Dementsprechend startete die Band souverän in den ersten Gig der Tour mit den flinken Klassikern „Phoenix“ und „Legions“ ins Set. Anfangs mochte der Sound noch nicht hundertprozentig passen, was sich jedoch schnell besserte. Die Band zeigte sich als Einheit, als hätte es nie einen Wechsel im LineUp gegeben und ebenso spielfreudig agierten Thomas, Lauri, Jens und Timo. Einer fehlte jedoch und musste für die Tour ersetzt werden. Drummer Jörg, dem es aber erfreulicherweise schon besser geht, wie wir im Interview erfuhren leidet er an Krebs und musste kürzlich operiert werden. Für ihn haute mit Alex Landenburg (AXXIS, MEKONG DELTA, AT VANCE) kein unbekannter in die Felle.



Es ging weiter im Programm mit der neuen Single „Darkest Hour“. Der Song ist sehr melodisch und hymnisch, somit ein typischer STRATOVARIUS MidTempo Track, der aber im ersten Hören etwas unscheinbar wirkt, was sich aber sicher nach einigen Durchläufen des Albums ändern wird. Natürlich durften auch „Kiss Of Judas“, „Eagleheart“ und auch „Father Time“, das Timo Kotipelto als langsamen (?!) Song ankündigte. Leider dauerte es auch etwas bis das Goldkehlchen stimmlich auf Betriebstemperatur kam, ließ sich jedoch nicht lumpen und sucht, wenn auch nur kurz, immer wieder die Nähe zum Publikum. Mit nur 60 Minuten Spielzeit beeilten sich die Finnen, möglichst viele Hits und Klassiker zu präsentieren und schlossen das famose Set mit „Black Diamond“ ab, um für HELLOWEEN Platz zu machen, denn diesen brauchten sie auch mit ihrer energischen Show und dem Bühnenbild.



Setlist STRATOVARIUS:

Phoenix
Legions
Darkest Hours
Kiss Of Judas
Deep Unknown
Eagleheart
Father Time
Speed Of Light
Paradise
Hunting High And Low
Black Diamond


…über 30 Minuten später stehen wir also wieder in der Gegenwart (oder doch in „Future World“?) und blicken auf die Bühne, auf der in diesem Moment die fünf Kürbisköpfe aus Hamburg auf die Bühne wirbeln und mit „Are You Metal?“ (blöde Frage…) vom neuen Werke „7 Sinners“ die Zuschauer anheizen, doch das war nicht mehr nötig, denn tosender Jubel und laute Stimmen begleiteten den Song, der schon jetzt perfekt mitgesungen wird. Andi Deris, der sichtlich überrascht von der Resonanz in Wien ist, holt gleich zum Klassiker Doppelschlag aus: „I’m Alive“ und der Gänsehauttrack „March Of Time“, stacheln die Zuschauer noch mehr an. Nun richtet er zum ersten Male richtig das Wort an die Fans, die immer lauter wurden und bedankt sich für die Besucherzahlen, denn schon bald waren die Verkäufe so gut, dass man kurzerhand von der kleinen Szene in das Gasometer übersiedeln musste/konnte. Gut so, denn in der Szene wäre die Bühnenshow, die zwar dezenter als auf der letzten Tour war, aber dennoch nicht weniger eindrucksvoll, alleine schon von der Lichtshow her.



Es sollten zwei weitere neue Tracks folgen. „Where The Sinners Go“ und das fröhliche „World Of Fantasy“ im Doppelpack fügen sich nahtlos ins Set ein und leiten problemlos in „Power“ über. Die Band pflügt über die Bühne, als wären sie Jugspunde, die erst mit der Musik begonnen haben, allem voran Markus Großkopf, der nie eine Grimasse auslässt. Die Gitarrenmeister Weikath, der eher etwas ruhiger die Bühne begeht und Jungbrunnen Sascha Gerstener liefern sich ein Solo-Duell nach dem anderen, glänzen aber auch bei den zweistimmigen play-along Soli, die HELLOWEEN damals mit Kai Hansen noch - eigentlich erfunden haben. Andi wird von Jahr zu Jahr besser und so hatte er auch null Probleme mit den unerreichbaren „Ride The Sky“ und „Eagle Fly Free“, die ihm vor einigen Jahren noch sehr viel abverlangten. Und auch das neueste Mitglied Dani Löble darf bei einem kurzen Drum-Solo glänzen.




Es ist wieder pure Magie in der Luft und beim genialen „Keepers“–Klassiker „I Want Out“ wird das Publikum kurzerhand eingebunden. Andi macht das typische „Ich singe einen Teil, ihr singt einen Teil“–Spiel und entschuldigt sich für kleinere Patzer, die aufgrund des Tourstarts passierten, aber nicht weiter auffielen. Es wird kurz finster und HELLOWEEN führen das Pflichtprogramm, das mit „I Want Out“ startete fort. Ein Medley bestehend aus den epischen Übertracks „Keeper Of The Seven Keys“, „King For A Thousand Years“ und „Halloween“ lässt den Fans das Grinsen bis zu den Ohren wandern und erzeugte ein Glänzen in vielen Augen. Nach „Future World“ geht das Licht erneut aus und die „Happy-Happy-HELLOWEEN" Chöre erschallen wieder. Die Herren lassen sich nicht lange bitten und beenden das zweistündige Set mit dem überraschenden „Steel Tormentor“ und „Dr. Stein“, bei dem ein weibliches und ein männliches Exemplar des Doktors, mit Luft gefüllte Kürbisse im Publikum verteilen und auf der Bühne abrocken.



Setlist HELLOWEEN:

Are You Metal?
I’m Alive
March Of Time
Where The Sinners Go
World Of Fantasy
Drum-Solo
Eagle Fly Free
If I Could Fly
Handful Of Pain
You Stupid Mankind
Ride The Sky
I Want Out
-
Keeper Of The Seven Keys / King For A Thousand Years / Halloween
Future World
-
Steel Tormentor
Dr. Stein

Nach den kürzesten zwei Stunden des Jahres, verlässt man mit einer weiteren freudigen HELLOWEEN-Erinnerung songträllernd das Gasometer hinaus in den tobenden Schneesturm, der einem in dieser fröhlichen Stimmung nichts mehr anhaben kann. Die Band ist eine Live-Macht, die jeden sofort in den Bann zieht und problemlos verzaubert.



FOTOS + E-CARDS
www.helloween.org

maxomer
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Beitrag vom 29.11.2010
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