DISTURBED   PAPA ROACH   BUCKCHERRY   HALESTORM  
24.11.2010 @ Gasometer

Ein weiteres Mal stand eine Reise im Zeichen des Metals auf dem Tagesplan. Und natürlich war auch diesmal wieder Wien das Ziel. Die sogenannte Taste of Chaos Tour machte in der Landeshauptstadt halt und hatte DISTURBED, PAPA ROACH, BUCKCHERRY und HALESTORM im Gepäck. Das Konzert war blitzschnell ausverkauft und vorm Gasometer tummelten sich schon weit vor dem Hauptakt jede Menge Fans in freudiger Erwartung einen geilen Abend zu erleben.

Dank des einen oder anderen Fahrfehlers kam ich leider etwas zu spät und verpasste HALESTORM mit dem Eröffnungsgig. Somit stürzte ich mich umso motivierter bei BUCKCHERRY in die Menge. Ein riesiges Transparent mit Totenkopf und Schriftzug kündigte den 2. Auftritt des Abends an. Sänger Josh Todd, der nicht viel Kleidung am Leib trug, war von Anfang an in seinem Element und hatte die Meute perfekt im Griff. Oberkörperfrei und komplett tätowiert tanzte der sympathische Frontmann einen etwas eigenwilligen Stil, und sorgte für eine Menge Lacher. Dass optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit Rocklegende Steven Tyler von AIROSMITH besteht, sei hier nur am Rande erwähnt.



Der solide Hard Rock gemischt mit einem Schuss Partymucke machte richtig Freude und kam beim Publikum super an. Zwar klang das Ganze ab und zu ein bisserl zu radiotauglich, machte aber Dank der Power und der Spielfreude mächtig Spaß. Selbst zu dieser frühen Zeit war die Halle rappelvoll. Besonderes Highlight war der letzte Song „Crazy Bitch“, der der erfolgreichste Hit der Jungs ist. Der Song, der auch als Single ausgekoppelt wurde, kam in den US-Charts in die Top Ten und wurde in der Kategorie Best Hard Rock Performance für einen Grammy nominiert. Der Grundstein für einen tollen Abend war gelegt.

Setlist BUCKCHERRY:

Tired Of You
Rescue Me
All Night Long
Oh My Lord
Lit Up
It's a Party
Dead Crazy Bitch

Den nächsten Auftritt hatten PAPA ROACH, die heute ein leichtes Spiel hatten, da bestimmt die Hälfte der Halle mit eingefleischten Nu Metal Fans gefüllt war. Von der ersten bis zur letzten Minute an herrschte geniale Stimmung und der Gasometer kochte. Moshpit und Circlepit lösten sich im Minutentakt ab, und ließen junge verschwitzte Menschen zurück. Ein Lob sei hier auch noch angebracht, da der Großteil der Songs laut mitgesungen wurde. Sehr textsicher!
Sehr sympathisch, und immer ein Lächeln auf den Lippen rockte Sänger Jacoby Shaddix die Bühne. Gesanglich erwischte Coby Dick, so der Spitzname des Fronters, einen perfekten Tag und jeder Ton saß perfekt. Trotz einigen Kilos zu viel auf den Rippen sprang und tanzte Jacoby mit seiner Band die Bühne auf und ab. Kaum ein Zuseher der bei der Musik nicht mit bangte. Bei Songs wie „The Enemy“, One Track Mind“ oder den Überhit „Last Resort“, war nicht viel Einsatz der Musiker nötig, da der Funke sofort übersprang. Ein schöner Hingucker waren die sechs riesigen Metallgitter im Hintergrund auf denen dank Beamer jede Menge Videos und Effekte für Stimmung sorgten. Ein gelungenes Konzert der US Rocker, die inzwischen nicht mehr in die Teenie-Band-Schublade gesteckt werden können. Klingt nun sehr gereift und sehr erwachsen. Diese starke Leistung musste DISTURBED erst mal überbieten.



Setlist PAPA ROACH:

Kick in the Teeth
Lifeline
One Track Mind
Scars
The Enemy
Getting Away With Murder
...To Be Loved
Forever
Burn
Hollywood Whore
Between Angels And Insects
Last Resort

Mit kurzer Verspätung, da der gewaltige Aufbau der Bühnedeko etwas länger dauerte, betraten um kurz vor zehn endlich DISTURBED den Saal. Da ich ein großer Fan der Band bin und ich zum ersten Mal bei einer Show dabei sein durfte, waren die Erwartungen dem entsprechend hoch. Doch leider erwischte, meiner Meinung nach, Sänger David Draiman nicht seinen besten Tag. Besonders die hohen Töne bereiteten dem muskulösen Glatzkopf teilweise arge Probleme. Schade, da die einzigartige Stimme normal nur so vor Kraft strotzt. Trotz dieses Mankos ließen sich die Fans nicht beirren und rockten was das Zeug hielt. Mit Fortdauer des Konzerts besserte sich zum Glück das Gesangsorgan von David. Die restlichen Mitglieder von DISTURBED zogen gekonnt und routiniert ihre Show durch und sorgten für Spitzensound.



Mit 5 Alben hat die Band, die 1996 gegründet wurde, nun schon eine breite Auswahl an Songs, konzentrierte sich aber besonders auf das neueste Werk „Asylum“. Songs wie „The Animal“, „Another Way To Die“ oder der gleichnamige Titeltrack „Asylum“ rockten sofort und fügten sich nahtlos in die Liste älterer Hits ein. Dank eingespielter Videos im Hintergrund, die zum jeweiligen Song passten, gab es auch optisch einiges zu bieten. Ob der ärmellose schwarze Overall des Sängers auch etwas fürs Auge war, soll dann jeder für sich selbst entscheiden.

Besonders gut kam die Cover Version des Genesis Klassikers „Land Of Confusion“ an, die inzwischen Kultstatus genießt und auch jeder perfekt mitsingen konnte. „Ten Thousand Fists“ und „Indestructible“ seien hier auch noch erwähnt, die absolute live Kracher sind.

Als die Leute im ausverkauften Gasometer ihre Fäuste in den Himmel streckten, war Gänsehaut garantiert. Nach einer kurzen Pause gab es noch „Down With The Sickness“, wo noch mal richtig abgefeiert wurde.



Setlist DISTURBED:

Remnants
Asylum
The Game
Prayer
Liberate
Land Of Confusion
The Animal
Inside the Fire
Stricken
Another Way To Die
Stupify
Ten Thousand Fists
Indestructible
-
Down With The Sickness

Nach 14 Songs oder 65 Minuten war dann auch schon wieder Schluss, was der Großteil der Zuseher nicht wirklich glauben konnte und so wurde vergeblich auf eine weitere Zugabe gewartet. Im Großen und Ganzen ein toller Abend, bei dem sich leider ein bitterer Beigeschmack nicht leugnen lässt.



FOTOS + E-CARDS


AndyVanHalen
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Beitrag vom 02.12.2010
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