KREATOR   EXODUS   DEATH ANGEL   SUICIDAL ANGELS  
03.12.2010 @ Arena

Neben zahlreichen Städten wie Prag oder Berlin beehrten die Legenden der Thrashfest-Tour auch unsere schöne Hauptstadt Wien, um in den kalten Wintertagen ein wenig Hitze zu verbreiten. Aufgrund von den Schneeverhältnissen und späteren Komplikationen wegen dem Fotopass wurde die Zeit zu knapp um bei der ersten Band Bilder zu machen. Eine Menschenmasse aus nahezu allen Generationen, angefangen von jungen Metal-Sprösslingen bis hin zu richtigen Old-School-Metalheads, hatte sich in der Haupthalle der Arena versammelt.

„Thrash Til’ Death“, mit SUICIDAL ANGELS fing das Thrashfest ja schon gut an. Die griechischen Newcomer hatten 2009 den RTN Award absahnen können und sorgen mit ihrem schlagkräftigen Album „Sanctify The Darkness“ immer noch für massig Aufsehen. Nun versuchen sie auf dieser Tour Heißhunger auf ihr neues Werk „Dead Again“ zu wecken.

Normalerweise haben es die Opener-Bands schwer die Leute zu motivieren, doch SUICIDAL ANGELS hatten damit keine Probleme und lockte schon zu Beginn viele Metalheads in den Saal. Im Gegensatz zu den Bandmitgliedern, die eher statisch auf ihren Plätzen standen und gelegentlich ihre Köpfe im Takt herum wirbelten, konnten sich die Besucher nicht ruhig verhalten. Kräfteraubende Mosh- und Circle Pits standen schon jetzt am Programm, ein wahrlich guter Start in den Abend.

Setlist:

Reborn In Violence
Bleeding Holocaust
Dead Again
Violent Abuse
Beggar Of Scorn
...Lies
Final Dawn
Apokathilosis


Rasante Gitarrenriffs und ebenso rasantes Auftreten - DEATH ANGEL konnte die Stimmung noch ein wenig anheben. Schon seit den frühen 80er Jahren thrashen sie sich durch die Metalwelt und sind wohl einer der einflussreichsten Bands in diesem Genre. Neben unverwechselbaren Alben wie beispielsweise „Act III“ wollen sie nun eine weitere Kreation mit dem Namen „Relentless Retribution“ auf die Meute loslassen.

Der Moshpit wurde immer größer und immer mehr Metalfans konnten ihre Köpfe nicht still halten. Die Halle war nun gerammelt voll und man sah kaum noch ein freies Plätzchen, wo nicht schon fleißig gebangt wurde. Während der ersten Songs lief man im Fotopit Gefahr von einem Crowdsurfer erschlagen zu werden und die gelegentlichen Bierduschen, während man versucht die einzelnen Bandmitglieder perfekt vor die Linse zu bekommen, konnte man auch kaum vermeiden. Was tut man nicht alles für die Liebe zur Musik.
Die Freude am performen konnte man förmlich spüren. Jumps, zahlreiche Seitenwechsel und posen was das Zeug hält, im Gegensatz zu SUICIDAL ANGELS gab es hier um einiges mehr Bewegung auf der Bühne und am Kontakt zum Publikum hat es ebenfalls nicht gefehlt. Nach dem letzten Song nahm der Gitarrist Ted Aguilar einen Camcorder in die Hand um die Eindrücke festzuhalten.





Ein weiteres Ur-Gesteine in Sachen Thrash-Metal kam als nächstes auf die Bühne um den Leuten richtig einzuheizen. Gemeinsam mit DEATH ANGEL, TESTAMENT und natürlich den sogenannten Big 4 zählen EXODUS wohl zu den wichtigsten Vertretern der Thrash-Metal-Bewegung aller Zeiten. Sie stammen, wie auch DEATH ANGEL, aus der Bay Area in Kalifornien und zählen zu den ältesten und namhaftesten Thrash-Bands überhaupt. Wie sollte es anders sein, haben auch sie ein neues Meisterwerk in die Welt gesetzt mit dem Namen „Exhibit B: The Human Condition“, das sie ins CD-Regal der Fans bringen wollen.

Die ganze Halle war übersät von Devilhorns und EXODUS-Schreien. Wer auf Schmerzen stand, war auch hier wieder im Moshpit und Circle Pit gut aufgehoben, insbesondere beim Song „War Is My Shepherd“. Zwischendurch kam Sänger Mark Osegueda von DEATH ANGEL auf die Bühne um für Biernachschub zu sorgen. Die Kroatienflagge, die Sänger Rob Dukes gelegentlich zur Schau stellte sorgte jedoch ein wenig für Verwirrung. Ob er nicht gewusst hat in welchem Land er sich jetzt befindet? Man weiß es nicht. Bei „The Toxic Waltz“ übte er sich am Stage Diven und ließ sich zur Freude der Fans in die Mitte des Moshpits befördern. Nach dieser kleinen Showeinlage hüpfte er schnell wieder auf die Bühne und weiter gings in Richtung brachiale Klänge. Beim letzten Song animierte Rob die Meute sich zu teilen und kurz darauf leerte sich die Mitte der Halle. Sie sollten auf ein Signal warten, doch die schmerzliebenden Metalheads konnten es kaum aushalten und so startete die Wall of Death viel zu früh. Trotz allem, von oben betrachtet sah es wie immer eindrucksvoll aus.



Setlist:

The Ballad of Leonard and Charles
Beyond the Pale
Children Of A Worthless God
A Lesson In Violence
Blacklist
Bonded By Blood
War Is My Shepherd
The Toxic Waltz
Strike Of The Beast
Good Riddance

Und schon kam die Stagecrew auf die Bühne um für den Hauptact vorzubereiten, während die Fans lauthals KREATOR-Rufe von sich gaben. Das Kultkommando in Sachen Thrash-Metal macht vor nichts halt und feiert heuer ihr 25jähriges Bestehen. 2011 sollten alle wahren Thrasher ihre Ohrenschützer abnehmen und dem aktuellen Album dieser Legende lauschen.
Links und rechts wurden Fahnen aufgestellt, wobei sich eine davon beinahe selbständig gemacht hat. So, Fahne wieder aufgestellt, Aufbauarbeiten erledigt und Arbeiter wieder im Hintergrund verschwunden, nun konnte die Show beginnen. Im hinteren Bereich der Bühne machte sich eine Videowall breit, in der man zu Beginn ein Video sah, das anscheinend kurz vorher im Backstage Bereich der Arena aufgenommen wurde. Untermalt wurde dieses mit dem Song „When A Man Comes Around“ von JOHNNY CASH.



Die Euphorie der Fans wurde immer stärker. Nun, die Band auf die alle gewartet haben: KREATOR betritt die Bühne und schon kamen die Securitys wieder ins Schwitzen. Auch hier ließ die Meute es wieder richtig krachen. Die Fans moshten und rotierten ihre Köpfe durch die abwechslungsreiche Setlist, die von neueren Songs bis zu richtigen Old-School-Klassikern keine Wünsche offen ließ.. Frontsänger Mille Petrozza weiß einfach wie man eine erfolgreiche Show gestaltet und so blieben auch die einen oder anderen Ansagen zwischen den Songs nicht zu kurz: „Seit ihr bereit euch gegenseitig umzubringen?“ – bei „Pleasure To Kill“ sah man nur noch eine einzige wild bewegende Menschenmasse. Den ganzen Abend schon gab es diverse Battle um den größten Moshpit und man könnte meinen KREATOR lag eindeutig vorne.

Nach einer kurzen Pause kamen die Essener wieder auf die Bühne um noch drei Songs zum Besten zu geben. Richtige KREATOR-Fans und diejenigen, die diese Band schon einmal live gesehen haben, wussten was nun auf dem Programm stand: es war wieder Zeit um die „Flag Of Hate“ zu hissen. Mille hielt eine große Flagge hoch und schwang sie durch die Lüfte und die tobende Menschenmenge gab nochmals richtig Gas. Nach dem letzten Song „Tormentor“ zogen die Thrash-Idole mit tosendem Beifall und „Fluch der Karibik“-Soundtrack von Dannen.



Setlist:
The Patriarch
Violent Revolution
Hordes of Chaos (A Necrologue for the Elite)
Phobia
Terrible Certainty
Betrayer
Voices of the Dead
Enemy of God
Destroy What Destroys You
Amok Run
Endless Pain
People of the Lie
Pleasure to Kill
Coma of Souls
----------------------
The Pestilence
Flag of Hate
Tormentor


Ein glorreicher Abend ging zu Ende und wer die Tage nach dem grandiosen Konzert keine Genickschmerzen bekam, hat eindeutig etwas falsch gemacht.


FOTOS + E-CARDS
www.thrashfest.eu

Taipan
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Beitrag vom 06.12.2010
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