BRING ME THE HORIZON   ARCHITECTS. THE DEVIL WEARS PRADA  
16.01.2011 @ Arena

BRING ME THE HORIZON, die Emobuben des Deathcore machten auf ihrer Frühjahrstournee quer durch Europa auch in Wien Halt – dabei brachten sie nicht nur die Herzen der jungen Mädchen zum Schmelzen – auch hartgesottene Metaljünger kamen durchaus auf ihre Kosten.

Die Show startete mit einer kleinen Überraschung als eine nicht angekündigte Vorband die Bühne enterte – nur bewaffnet mit einem DJ, einem Live – Drummer und einem Sänger.

Die drei Jungs, deren Bandname sich leider meiner Kenntnis entzieht, eröffneten den Abend mit einer Art Drum´n´Base/Dub Step/Hip Hop Show – irgendwie ungewöhnlich, angesichts der Metal meets Pop Welle die uns momentan heimsucht aber nicht so außergewöhnlich. Die Jungs machten einen braven Job und die, wie ich hier anmerken möchte, großteils sehr jungen Zuschauer, die sich bis dato in der Halle eingefunden hatten, dankten es mit Beifall und Hüpforgien.

Im Anschluss enterten die US-Boys von THE DEVIL WEARS PRADA die Bühne. Wer ihre Silberlinge kennt, weiß, dass man angesichts der vielen Synthie – Einlagen und der groß produzierten Songwerke schon mal seine Zweifel an der Live Umsetzbarkeit haben kann – THE DEVIL WEARS PRADA haben mich aber definitiv eines Besseren belehrt. Breakpassagen hämmerten exakt wie die Maschinenegewehrsalven auf CD und die Synthiesounds rundeten das Ambiente perfekt ab.



Nach einem Vollumbau der Bühne hatte sich, die schon weit im Voraus ausverkaufte Halle in der Arena gefüllt – das Publikum wusste wohl, dass hier Großes zu erwarten war. Next on Stage – ARCHITECTS – neben BRING ME THE HORIZON wohl der größte (Genre) Hoffnungsträger des Inselstaates.

ARCHITECTS eröffneten ihr Set mit einer Knallernummer und sofort kam mächtig Bewegung in die Halle. Moshpits bildeten sich und die ersten Crowdsurfer eroberten die Lüfte. Die Band lieferte in ihrer Show ein Best-Of aus ihrem alten Werk "Hollow Crown" und gaben Ausblick auf das in Kürze Erscheinende Werk „Day In Day Out“ (mehr dazu siehe auch im earshot.at Interview mit Sänger Sam Carter). Besonders hervorzuheben ist die technische Perfektion mit der ARCHITECTS ihr durchwegs anspruchsvollen und abwechslungsreichen Nummern vorgetragen haben und auch die grandiose Live Performance und gesangliche Leistung von Forntman Sam Carter.

Einzig das Ende der ARCHITECTS Show kam zu rasch – und schon war wieder Zeit für Großumbau auf der Bühne und Zeit um sich mit frischem Bier und Nikotin einzudecken.

Die Umbaupause endete mit plötzlicher, völliger Finsternis in der Halle und die Massen brachen in kreischende Vorfreude aus. Als zu der mächtigen Klangkulisse des Intros dann BRING ME THE HORIZON die Bühne enterten, gab es kein Halten mehr – wie erwartet flippten die weiblichen Besucher beim Anblick von Frontman Oli Sykes vollends aus.

BRING ME THE HORIZON eröffneten ihr Set mit „It Never Ends“, einem Knaller vom neuesten Silberling der fünf Jungs aus Sheffield. Bereits bei der ersten Nummer wünschte sich Forntman Oli Sykes eine Wall of Death per Handgeste – doch noch war das Publikum nicht bereit ihm zu gehorchen.

Die zweite Nummer im Set, „Chelsea Smile“ explodierte dann jedoch förmlich in der Halle. Wer die Nummer kennt weiß – dabei bleibt kein Auge trocken – Moshpit, Wall of Death und lautes Gröhlen inklusive.

Negativ: Von Anfang an fiel die offensichtlich lädierte Stimme des BRING ME THE HORIZON Sängers auf. Auch wenn diese ohnehin immer ungesund klingt, war sie an diesem Abend besonders fragil und überschlug sich ständig. Später sollte die entsprechende Erklärung folgen. Laut diser sei Oli krank – wörtlich „Vienna, I think I´m gonna die after this show…“. Eingefleischte BRING ME THE HORIZON Fans erklärten mir aber nach der Show, dass von dieser Ausrede schon öfter Gebrauch gemacht wurde, weil Oli live einfach nicht die Stimme halten kann – wie dem auch sei – für mich klang er durchaus krank.



Mit „Pray For Plagues“ setzte man gleich den nächsten Knaller drauf und gönnte dem Publikum keine Verschnaufpause. Soundtechnisch waren BRING ME THE HORIZON einfach nur gewaltig, im Sinne von gewltig laut und gewaltig druckvoll – für meinen Geschmack hätte es leiser aber dafür etwas besser differenziert sein können – nur schwer konnte man wichtige Gitarrenparts herausfiltern.
Es folgten „The Sadness Will Never End“ vom alten Silberling und die Songs “Fuck” und “Football Season Is Over“ von der aktuellen Platte, alles perfekt performt – sowohl instrumental als auch showtechnisch.

Kurz vor Ende der Show warteten BRING ME THE HORIZON nochmal mit einer Ballade auf – „Blessed With A Curse“ brachte die Frauenherzen endgültig zum Schmelzen und die Emotionen in der Halle waren förmlich spürbar. Als würdiger Abschluss krachte die BRING ME THE HORIZON Hymne schlechthin aus den Boxen – „Diamonds Aren´t Forever“ saugte den Fans die letzte Kraft aus den Knochen – die Gliedmaßen wurden nochmal durch die Lüfte geworfen, die finale Wall Of Death brachte die Arena zum erbeben.



Aber alles Gute hat eine Ende, so auch diese Show – die letzten Töne verklangen und BRING ME THE HORIZON verließen unter tosendem Applaus die Bühne.

Alles in allem ein absolut gelungener Konzertabend ohne wirkliche Schwächen oder Ausreißer seitens der Bands. Das Publikum hatte Spaß – und so auch ich. Hervorheben möchte ich zum Abschluss aber nochmals die Leistung der ARCHITECTS, die für mich trotz großartiger Show der anderen Acts die Band des Abends waren.


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hampe
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Beitrag vom 25.01.2011
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