METAL OVERDOSE # 35: GODHATECODE   FAT MAN´S WAR FACE   ALL FALLS DOWN    ESCHATON   
26.02.2011 @ Posthof

Pflichttermin im Posthof – Sowohl das Metal Overdose, als auch das Punkorama feiern im Posthof einen runden Geburtstag, denn 35 Mal Metal und 25 Mal Punk machen 60 fette Partys voller harter Musik. Also warum das dann nicht gleich gemeinsam feiern? Und so sollte es auch sein, während nämlich im kleinen Saal Truppen wie LAW FOUND GUILT oder OUTSMARTET den alternativen Klängen Tribut gezollt wird, dröhnen im mittleren Saal die heftigen Klänge von Truppen wie ESCHATON oder der All-Star-Group GODHATECODE aus den Boxen.

Bereits gegen 19:00 startet das großartige Spektakel, jedoch kommen einige Zuschauer zu spät, da auf der Posthof Homepage der Einlass auf 19:30 datiert wurde, so auch ich. Bei meinem Eintreffen stehen also bereits die Black/Deather ESCHATON auf der Bühne, während CHEAP DEFECT und BASTARD PEELS bereits wieder hinter der Bühne verschwunden sind. Die beiden Oberösterreichischen Bands dürften aber schon für gute Stimmung bei dem jetzt schon zahlreichen Publikum gesorgt haben.



Los geht es für mich also mit ESCHATON, die eine der ersten Undergroundbands des heftigen Sektors waren, die ich vor vielen Jahren bestaunen durfte. Damals konnte ich mit dem heftigen Sound der Linzer jedoch noch nicht allzu viel anfangen. Heute sieht das Ganze anders aus. Technisch einwandfrei und ohne Klischees, dafür mit straightem genreübergreifendem Extreme Metal auf hohem Niveau. Die Zuschauer sind erfreut und danken es der Band mit tosendem Applaus und heftigem Kopfschütteln. Absolut gelungen, was die Oberösterreich an diesem Abend bieten.



Es folgen die Jungspunde von ALL FALLS DOWN, die trotz erkältetem Gitarristen und fehlendem Mann, der für die Samples zuständig wäre, auftreten und nicht minder viele Zuschauer anlockten. Jedoch hat sich seit dem letzten Gig, den ich von der Truppe sehen durfte nichts zum Positiven geändert. Die Fanscharen und die vielen Gigs der Band kann ich nicht nachvollziehen, ist doch der Mix aus Post-Core und Grind als nichts anderes als reines Chaos zu bezeichnen. Ich mag beide Genres, doch was hier geboten wird, lässt jegliches Niveau vermissen. Wir haben hier fünf Protagonisten, die zwar musikalisch allesamt gut drauf sind, jedoch hapert es nach wie vor am Songwriting – klar, Post-Core ist Chaos und so soll es ja auch sein, doch Genregrößen wie RETURN TO EARTH oder TDEP haben dieses im Griff, so aber nicht ALL FALLS DOWN. Es klingt immer noch alles so, als würde jeder tun was er will, denn von Zusammenspiel kann hier nur selten die Rede sein und wenn dann doch mal die Harmonie stimmt, dann grunzt und schreit Tom quer über den Sound drüber, ohne auf den Rhythmus zu achten. Für mich wie erwähnt nur sinnfreier Lärm, in den erst eine Linie gebracht gehört.



Nach dieser Tortur für meine Ohren wurde es Zeit für den Special Guest aus Berlin. Überraschenderweise durfte an diesem Abend wieder ein Ausländer ran. Die Gruppe mit dem klingenden Namen FAT MAN’S WAR FACE zelebrierte echten Straßen Hardcore, wie man ihn aus den USA kennt und liebt. Sowohl optisch (mit aufgestellten Cappy’s, viel zu großem Football Shirt und allem drumherum) als auch musikalisch zeigten die Nachbarn, was echter Hardcore ist. Sofort entstand ein wütender, aber geordneter Moshpit, der zu den Breakdown-Orgien der Band richtig schön abging. Da ist aber auch eine Kritik angebracht, denn dank dieser immer wiederkehrenden und ausschweifenden Breakdowns, kommt eine gewisse Monotonie in den Sound von FMWF, was aber dank der Energie nicht so sehr ins Gewicht fällt, länger als die 40 Minuten hätte der Auftritt aber dennoch nicht dauern dürfen.



Auf den Headliner und Supergroup GODHATECODE war ich im Vorfeld schon sehr gespannt und ich kann es sagen, man wurde nicht enttäuscht. Nach 23:00 besteigen Armin (DISTASTE), Lukas (ULTRAWURSCHT) und Seil (ESCHATON) die Bühne, um grandiosen Death/Grind zu zelebrieren, der es wirklich in sich hat. Ist euch etwas aufgefallen? Da fehlt doch jemand, und nicht nur irgendjemand, denn die eigentlichen Gründer Wolfgang Rothbauer (IN SLUMBER, THIRDMOON, OLEMUS und seit kurzem auch DISBELIEF) und der Schwede Pelle (Ex-GRAVE) fehlen im LineUp. Grund dafür ist die Logistik, wie Armin im späteren Verlauf des Gigs erzählt. Wolfgang ist mit einer anderen Band unterwegs und Pelle wird wahrscheinlich aufgrund der Distanz von Sessiondrummer Flo ersetzt, der aber eine starke Leistung abliefert und sowohl Grinds als auch Blasts ohne eine Miene zu verziehen aus dem Drumkit herausholt.



Typisch für eine Band mit Heimspiel, wird munter gescherzt und mit dem Publikum geredet, das sich aufgrund der späten Stunde schon leicht dezimierte, was GODHATECODE aber nicht störte, denn sowohl die Songs des Debüts „Aeons“ als auch die, des sich gerade im Mastering befindende „Weltenschmerz“, die allesamt auf Deutsch vorgetragen werden, werden mit einer Spielfreude runtergeprügelt, wie man es von Bands dieses Genres nur selten geboten bekommt. Zum Schluss gibt es dann noch eine Überraschung, denn Wolfgang steht plötzlich neben der Bühne und wird von der Band gleich für die letzten zwei Nummern zum Mitspielen genötigt, was die Soundwand nochmals erheblich steigert. Unter lautem Jubel verabschieden sich GODHATECODE vom Linzer Publikum und hinterlassen einen positiven Eindruck.

Metal Overdose #35 ist Geschichte und man kann sich auf Nummer 36 freuen und auch gespannt sein, was uns denn da erwartet. Ich werde auf jeden Fall wieder mein Bestes geben, um mit dabei sein zu können.


FOTOS + E-CARDS
www.posthof.at

maxomer
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Beitrag vom 04.03.2011
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