HEAVEN SHALL BURN   DEVASTATING ENEMY   REPLICA    MOSFET   
26.03.2011 @ Posthof

Mit HEAVEN SHALL BURN besuchte uns eine der wichtigsten Vertreter der deutschen Modern Metal(core) Bewegung für einen Spontantrip nach Österreich. Zuvor zockten die fünf sympathischen Thüringer in Kufstein und konnten auf einen fetten Abend, der aber einige Komplikationen mit sich brachte, blicken. So erführen wir schon im Vorfeld von Gitarrist Maik, dass auch der Gig im Posthof unter keinem guten Stern steht, aber dazu später mehr.

Da es sich um eine Spontanreise mit nur zwei Gigs an einem Wochenende handelte, brachten die Jungs keinen Support mit, sondern bedienten sich im österreichischen Untergrund. So durften die Oberösterreichischen Melodic Deather MOSFET als Erste ran. Aufgrund des Intervietermins konnten wir aber von der Truppe nicht viel sehen. Mitbekommen haben wir aber, dass sich bereits ein neues Album in der Mache befindet und, dass sich die Zuschauerzahlen noch in Grenzen hielten. Viel Platz zum Abgehen war somit im großen Saal des Posthofs. Lustige Anekdote am Rand: Ich hörte eine Dame sagen: "Der Sänger hat kein T-Shirt an und mehr Busen als ich!" -tja, so kann´s gehen.



Es folgten die Marchtrenker Energiebündel REPLICA, die sich hier schon eine große Fangemeinde erspielten, jedoch wollte der Funke an diesem Abend nicht so recht überspringen. In den ersten Reihen war etwas Bewegung zu sehen, doch im Großen und Ganzen verhielt sich die Meute eher ruhig. Die Band agierte dafür agil und mit einer großen Spielfreude, um ihre Songs des aktuellen Albums „Between The Devil And The Deep Blue Sea“ zu promoten. Vielleicht würde aber etwas mehr Abwechslung für die Zukunft dem Live-Set gut tun.



Es folgten die Wiener DEVASTATING ENEMY, die mit „The Fallen Prophet“ ein ziemlich fettes Melodic Death Metal Album abgeliefert haben. Natürlich war ich gespannt, wie sich denn das Material live präsentiert und wurde gleich mal enttäuscht. Mit grauenhaftem Sound startete die Truppe in ihr Set. Die Gitarren waren äußerst dünn, der Bass nur schwer vernehmbar und die Drums unter aller Sau. Eine Bassdrum, die ihrem Namen nicht gerecht wurde und eine Snare, die „St. Anger“ Konkurrenz machen wollte. Zum Glück besserte sich das Ganze dann doch nach zwei drei Songs und man konnte dem Material seine volle Aufmerksamkeit schenken. Das Resultat waren fette Riffs, schöne Melodien und einige Breakdown-Orgien. Akustik-Gitarren und Soundsamples kamen aus der Dose und sorgten für zusätzliche Stimmung. Mittlerweile füllte sich der Saal auch immer mehr. Richtig unterhaltsam war nebenbei noch Bassist Jörg, der die übertrieben Rampensau mimte, Grimassen zog und nicht selten einen Bandkollegen umrannte.



Bereits vor dem eigentlichen Auftritt zeigten HEAVEN SHALL BURN ihre Bodenständigkeit und Fannähe, indem sie ihren Aufbau und Soundcheck selber übernahmen. Zwischendurch beschwerte sich Maik über die merkwürdige Musik, die in der Umbaupause gespielte wurde, was nur zur Folge hatte, dass diese lauter wurde.

Mit fetter Soundwand und einer Brachialität, die nur wenige Bands auf die Bühne transportieren können, starteten HSB mit dem neuen Track „The Omen“ ohne Kompromisse in ihr Set und sorgten sofort für Moshpits und fliegenden Matten, wohin man nur blickte. Im Anschluss richtete Fronter Marcus Bischoff gleich etwas ausführlicher das Wort an die Zuschauer. Mehrmals entschuldigend erzählte er von dem Kreislaufkollaps, den Drummer Chris Bass (der den wegen einer Rückenoperationen ausgefallenen Matthias Voigt ersetzte) am Vorabend erlitt, da er noch an den Nachwirkungen einer Grippe laborierte. Es stellte sich heraus, dass die Band diesen Gig fast cancelte, aber Matthias stand seinen Mann und trotzte seiner Krankheit souverän. Jedoch war im Vornherein klar, dass jeder Song der Letzte für ihn sein könnte. Abgesehen davon, dass er etwas angeschlagen aussah, merkte man aber nicht viel davon. Brutal und technisch perfekt präsentierte die Truppe ihre Hits und Nackenbrecher. Tracks wie „Return To Sanity“ oder „Counterweight“ sorgten für schwitzende Körper, schmerzende Nacken und vor allem für viel Bewegung. Schnell gab es die erste Wall Of Death und ein darauffolgender Circle-Pit, bei dem so richtig die Post abging. „Return To Sanity“ widmete den zahlreichen Damen, die immer auf österreichischen Konzerten anwesend sind und der Anteil dieser war an diesem Abend wirklich groß. Marcus fühlte sich sogar stark abgelenkt von so manch Dekolleté in den ersten Reihen.



Doch es kam leider wie es kommen musste. Nach sechs oder sieben Songs, die Matthias tapfer durchstand, musste er sich verabschieden. Es gab weder Pfiffe, noch Buh-Rufe, sondern anerkennenden Applaus für seinen Einsatz, den er nur für die Fans zeigte. Glück im Unglück Gitarrist Alex „Ali“ Dietz meldete sich freiwillig um sich hinter die Schießbude zu setzen. Marcus, der auch durch Eigenverschulden sich selbst einschränkte, hüpfte die halbe Zeit auf einem Bein herum, denn der gute Mann hat sich beim Kochen verletzt, jedoch änderte das nichts an seiner stimmgewaltigen Performance.

„The Voice Of The Voiceless“ klang natürlich mit Austauschdrummer und nur einer Gitarre etwas anders, doch irgendwie schafften es HEAVEN SHALL BURN auch so, nichts an Energie und Kraft zu verlieren. Respekt, was die Band an diesem Abend zu leisten vermochte. Eine weitere Wall Of Death dankte es der Band und diese war schlichtweg beeindruckt von dem Einsatz der Linzer, die ihnen noch einen weiteren Ansporn zum Freilassen ihrer Energie gaben. Gegen Mitternacht musste aber auch Alex den Hut ziehen, da ihm das Drummen zu viel abverlangte. Schwitzend und schwer außer Puste verabschiedete er sich von den Fans. Die Band klatschte noch mit den Zuschauern ab, verschenkte Pics und Marcus hatte sogar noch einige T-Shirts für die Fans mitgebracht.



Setlist HEAVEN SHALL BURN:

Intro
The Omen
Endzeit
Combat
Return To Sanity
Counterweight
The Lie You Bleed For
What Ever It May Take
The Voice Of The Voiceless
Not My God
Profane Believers
Behind A Wall Of Silence
-
The Disease

Man kann von der Band halten was man will, aber für ihre Fans tun sie alles. Dieses Engagement, diese Energie und diese Aufopferung, die wir an diesem Abend erlebten zeigen nicht viele Bands. Obwohl man nach knapp 60 Minuten bereits wieder nachhause geschickt wurde, konnte man kein Gefühl der Enttäuschung entdecken, denn HSB gaben alles für ihre Fans und legten eine außergewöhnliche und einzigartige Show in Linz hin. Danke!


FOTOS + E-CARDS
www.heavenshallburn.com

maxomer
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Beitrag vom 31.03.2011
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