DEVILDRIVER   36 CRAZYFISTS   BREED 77  
30.11.2010 @ Arena

Am 30.11.2010 war es wieder einmal so weit und das winterliche Wien wurde wieder einmal von den groovigen Metallern von DEVILDRIVER heimgesucht, die BREED 77 aus Gibraltar und die 36 CRAZY FISTS als Verstärkung im Schlepptau hatten.

Ein wenig verspätet aber doch gelangte man dann zur Arena. Als Erste erklommen die Mannen von BREED 77 die Bühne um das, zu diesem Zeitpunkt noch etwas spärlich gesäte Publikum mit ihrem mit Flamenco versetzten Metal für sich zu gewinnen. Ein starker Kontrast zu den anderen Bands des Abends, die ja bekanntlich Garanten für die New Wave Of Amarican Heavy Metal sind.
Wenig verwunderlich also, dass das zum größten Teil sehr junge Publikum nicht wirklich wusste, was es mit dieser eigentlich doch recht interessanten musikalischen Kombination anfangen sollte. Auch das Cover des vermutlich „unkaputtbaren“ Ohrwurms „Zombie“ der CRANBERRIES tat ein weiteres, das Publikum weiter zu spalten. Der Applaus beim Gang von der Bühne hielt sich, trotz technischer und spielerischer Höchstleistung (die Taping-Solos waren wirklich vorzüglich), in Grenzen.

Schon als die ersten Riffs der 36CF dem Publikum entgegen gehämmert wurden, war klar, dass es das war, für das die Crowd gekommen war. Auf der mit Star-Wars-Figuren schick dekorierten Boxen auf der Bühne, sowie auch in der restlichen Halle waren die Köpfe hart am bangen und der Applaus zwischen den ersten Nummern fiel deutlich heftiger aus als noch eine Band zuvor. Brock Lindow, seines Zeichens verantwortlich für Geschrei und Gesang, hatte keine Probleme damit die Menge zu animieren, die sich bereitwillig auf Moshpits, Circle Pits und sogar auf eine Wall Of Death einließ.



Fast fehlerfrei zogen die 36CF ihr Set durch und ließen ein durch und durch verschwitztes, aber zufriedenes Publikum zurück, das aber noch lange nicht am Ende seiner Kräfte schien, denn schon am Anfang der kurzen Umbaupause wurde lauthals nach DEVILDRIVER verlangt.

Der Wunsch wurde nach einer guten Viertelstunde erfüllt und DEVILDRIVER machten wieder einmal das, was sie eigentlich am besten können: einer moshfreudigen Meute rasante Gitarrenriffs entgegen feuern. Das anwesende Auditorium zeigte sich seinerseits durch exzessives Moshen und kräftiges Headbangen erkenntlich. Obwohl es für gut die Hälfte des Publikums die erste DEVILDRIVER-Show war, wurde bei den Songs ordentlich mit gegrölt und auch dem Aufruf zum Crowdsurfen kamen viele gerne nach. Lediglich in den hintersten Reihen zogen es manche Leute eher vor den Musikern auf die Finger zu schauen, anstatt sich in wilde Schlachten zu werfen. Wie immer ließ es sich Dez Fafara auch nicht nehmen, das Publikum herumzukommandieren um für einen großen, jedoch eher ungewöhnichen Circlepit zu sorgen. Er animierte die Menge sich zu einem der Songs im zeitlupenartigen Tempo im Kreis zu bewegen. Ein höchst seltsamer, jedoch amüsanter Anblick.



Interessanterweise schien er der Idee einer Wall Of Death (bei der ja auch das Publikum in der Mitte gespalten werden muss) eher abgeneigt, ganz im Gegensatz zu den 36CF.

„No hardcore moshing! No wall of death! This is shit!” verlautbarte er, bevor die Band mit dem Song „Nothing Wrong“, den Startschuss für den größten Circlepit des Abends gab. Die Lebensdauer des CP reichte zwar nicht für das ganze Lied, aber immerhin.

Das ganze Set hindurch herrschte viel Bewegung vor und auch auf der Bühne und den Männern aus Santa Barbara sah man die Freude am Spielen stark an.



Setlist:

I Could Care Less
Hold Back The day
Pray For Villains
Head On To Heartache
Clouds Over California
Fate Stepped In
Before The Hangman's Noose
Not All Who Wander Are Lost
It’s In The Cards
Nothing’s Wrong
Impending Disaster
End Of The Line
Meet The Wretched
-
These Fighting Words

Kaum ein Konzertbesucher wird den Saal nach diesen eineinhalb Stunden geballten NWOAHM ohne blaue Flecken verlassen haben, aber das wird vermutlich auch niemanden gestört haben.




FOTOS + E-CARDS
www.devildriver.com

Taipan
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Beitrag vom 03.04.2011
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