SLAYER   MEGADETH   THE SORROW  
07.04.2011 @ Gasometer

Es ist gerade mal gute acht Monate her, dass uns MEGADETH im Gasometer die Ehre erwiesen und mit einem genialen Gig für viel Stimmung sorgten. SLAYER hingegen hatten in den letzten Jahren so ihre liebe Mühe nach Wien zu gelangen, musste die Band doch aus gesundheitlichen Gründen immer wieder absagen oder den Termin verschieben. Mittlerweile ist Fronter Tom Araya wieder mehr als fit, jedoch musste man diese Tour ohne Gitarrist Jeff Hanneman bestreiten, aber dazu später mehr.

Den Anfang machten bei diesem brutalen LineUp die heimischen Durchstarter von THE SORROW. Die Vorarlberger mussten bereits um 19:30 ran und hatten somit nicht annähernd das komplette zahlende Publikum vor der Bühne. Aufgrund des starken Verkehrs und des frühen Beginns, mussten wir leider auch auf ihren kurzen Auftritt verzichten.

Setlist THE SORROW:

Where Is The Sun?
Grief Machine
My Immortal Guardian
Crossing Jordan
Suffering Quotes
Death From A Lover´s Hand

Sogar gegen 20:40, als Dave Mustaine und seine Männer die Bühne enterten, waren die Zuschauerschlangen vor dem Gasometer noch überraschend groß. Und so waren so manch Kracher wie das geniale „Hangar 18“ oder MEGADETHs kommerziell erfolgreichster Hit „Trust“ bereits abgefeuert, als sich die Halle erst so richtig füllte. Dafür war zu diesem Zeitpunkt im Saal nicht mehr viel Bewegungsfreiheit und das Thermometer kroch auf unangenehm warme Temperaturen. Aber nichts davon konnte die Metalheads davon abhalten zu diesem extrem starken Auftritt richtig abzugehen.



War ich von der Setlist letztes Jahr, die ein Tribut ihres 20 Jahre alten Meisterwerks „Rust In Peace“ darstellte, schon sehr begeisterte, freute ich mich über so manch Überraschung und eine nicht minder gute Track-Zusammenstellung. So wurden Pflichtsongs wie „Poison Was The Cure“ oder „Symphony Of Destruction“ bei dem die Meute so richtig abging, ebenso frenetisch gefeiert wie seltenere Live-Titel wie zum Beispiel „She-Wolf“ von „Cryptic Writings“. Während Mustaine sich mit Broderik so manch Solo-Duell gab, fegte Heimkehrer David Ellefson grinsend über die Bühne. Man merkt dem Mann an, dass er es liebt, wieder ein Teil von MEGADETH zu sein. Für einen kurzen Moment der Gänsehaut sorgte noch das wunderschöne „A Tout Le Monde“, bis dann nach „Peace Sells“, das lautstark mitgesungen wurde, die Band die Bühne verließ, um nur noch für einen Zugabesong zurück zu kehren. Zwischendurch überraschte noch Bandmaskottchen Vic Rattlehead mit einem Kurzauftritt in Anzug und Krawatte.

Schade, dass die Band nicht noch mehr Spielzeit erhielt, denn die Stimmung war großartig, die Songs über jeden Zweifel erhaben und die Musiker bei bester Laune. Nach langer Verabschiedung, verkündete Dave wie gewohnt: „you know how this goes…. you´ve been great, we´ve been MEGADETH – good night!“.




Setlist MEGADETH

Hangar 18
Trust
In My Darkest Hour
Wake Up Dead
Poison Was The Cure
1,320
Sweating Bullets
She-Wolf
Head Crusher
A Tout Le Monde
Symphony Of Destruction
Peace Sells
-
Holy Wars… The Punishment Due


Es sollte eine längere Pause werden bis die legendären Thrasher von SLAYER die Bühne betraten. Somit war auch genügend Zeit, um sich etwas abzukühlen oder raus an die frische Luft zu gehen. Aber als dann die drei Jungs von SLAYER, plus Aushilfe die Bühne enterten startete der musikalische Orkan ohne Umschweife mit „World Painted Blood“ und „Hate Worldwide“. Hatte bis zum Tag davon noch EXODUS-Legende Garry Holt statt Hanneman in die Saiten gegriffen, musste man für den zweiten Teil der Tour auf CANNIBAL CORPSE Klampfer Pat O’Brien zurückgreifen. Der Mann machte aber seine Arbeit auf der Rhythmusgitarre sehr gut und auch bei den quietschenden Gitarrenduellen mit Kerry King eine richtig gute Figur. Früh schoss man Live-Kracher wie „War Ensemble“, „Postmortem“ oder „Dead Skin Mask“ ab. Stark auch das ultraschnelle „Payback“, das richtig authentisch rüberkam. Die Band war zurückhaltend wie immer und abgesehen von rotierenden Matten (bzw. Glatze) bewegte sich auch nicht viel auf der Bühne. Dafür ging es vor dieser richtig schön ab, gegen meine Erwartungen sah man aber auch nicht viele Crowdsurfer oder Moshpits, jedoch war für Zweiteres auch zu wenig Platz vorhanden.



Auch Tom verhielt sich ruhig und machte nur wenige Ansagen, wodurch aber die Live-Atmosphäre und die Brutalität profitierte. Auch auf ein Bühnenbild oder Backprint verzichtete man und stapelte nur seine unzähligen Marshall-Verstärker aus denen noch Klassiker wie „Seasons In The Abyss“, „South Of Heaven“ oder das unumgängliche „Raining Blood“, das man an diesem Abend dank unzähligen fliegenden Bechern gut und gerne in "Raining Beer" umtaufen konnte, donnerten. Als Abschluss gab es natürlich nichts anderes als „Angel Of Death“ zu hören und die Band verließ dabei nicht die Bühne, sondern integrierte die Zugabe gleich ins Hauptset.




Setlist SLAYER:

World Painted Blood
Hate Worldwide
War Ensemble
Postmortem
Temptation
Dead Skin Mask
Silent Scream
The Antichrist
Americon
Payback
Seasons In The Abyss
Snuff
South Of Heaven
Raining Blood
Black Magic
Angel Of Death

Was soll man zu einem SLAYER-Auftritt noch großartig sagen? Man bekommt einfach was man erwartet. Einen soliden, brutalen und SLAYER-würdigen Gig. Nicht mehr und auch nicht weniger. Die Fans konnten zufrieden sein über diesen Abend. Interessant war aber, dass der letztjährige Headliner-Gig von MEGADETH spielzeittechnisch nicht länger war als dieser.


FOTOS + E-CARDS
www.slayer.net

maxomer
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Beitrag vom 10.04.2011
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