MIND OVER MATTER 2001   U.A. MIT SOULFLY   DIMMU BORGIR   SICK OF IT ALL   IN EXTREMO   BIOHAZARD   MOTÖRHEAD   JUDAS PRIEST   ATROCITY   MOONSPELL  
08.06.2001 @ Wiesen

Das Mind over Matter 2001 hatte durch Werbung mit Plakaten, Mails und sogar Infoscreen Werbung an div. U - Bahn Stationen für ziemlich viel Aufsehen gesorgt. Laut Veranstalter lief der Vorverkauf so gut wie noch nie, was mich neugierig machte wie es wirklich sein wird.
Die größten Bands im Black- (DIMMU BORGIR + CRADLE OF FILTH), Oldschool- (MOTÖRHEAD, JUDAS PRIEST) und Hardcore/Core - Metal Bereich (SOULFLY, BIOHAZARD, SICK OF IT ALL) waren da anwesend. Eigentlich ein Wahnsinn so eine Besetzung ins Metal-Konzertscheue Österreich zu holen.
Den Freitag mit u.a. MOTORHEAD, CRADLE OF FILTH & PAIN habe ich leider verpaßt, weil ich arbeiten mußte und das mit dem Urlaubstag nicht geklappt hat. Laut Gerüchten sollten MOTÖRHEAD der absolute Hammer gewesen sein, dafür aber CRADLE OF FILTH äußerst schlecht.
Der Samstag begann für mich auch etwas später. Ja Wegweieserlesen kann manchmal sehr schwierig sein. Die Band die als Ersatz für die abgesagten CREMATORY auf der Bühne war, habe ich ganz kurz nur gesehen. War glaube ich nicht so berauschend.
Als nächtes kamen PROJECT PITCHFORK. Die deutsche Elektro/Industrial Band war zwar nicht schlecht, es kamen recht viele Besucher vor zu Bühne, aber der Funke sprang nicht rüber. Es war vielleicht zu früh und hell um richtig bei der Musik in Stummung zu kommen. In einem kleinen Club würden PROJECT PITCHFORK sicherlich für mehr Stimmung sorgen.
MOONSPELL die gerade ihr neues Album "Darkness & Hope" fertig abgemischt haben, waren der nächste große Act. Die Gothic Metal Band aus Portugal konnte da schon einige mehr Fans begeistern als PROJECT PITCHFORK zuvor. Die ersten 2 - 3 Reihen waren voll mit bangenden Fans. Ich fand den Sound zu "brav" und leise. Die Gitarre kam fast nicht durch, sondern eher "schwammig". Ziemlich gut, aber ich habe schon bessere MOONSPELL Konzerte gesehen. Aber leider ist es so bei Festivals, es gibt nie genug Zeit um alles perfekt einzustellen.
IN EXTREMO konnten mich aber mit ihrem fetten Sound und Stageacting überzeugen. Und nicht nur mich. Die Stimmung war der reine Wahnsinn. Fast im Sekundentakt sind die Fans in Richtung Bühne geprungen, geklettert und wurden aber immer friedlich hinaus verwiesen. Schweiß in Unmegen, müde aber glückliche Fans war die logische Folge. Ein tolles Konzert von IN EXTREMO.
BIOHAZARD hätten es ziemlich schwer gehabt so eine Stimmung noch zu überbieten. Aber solche erfahrene Musiker wie BIOHAZARD haben genau gewusst wie sie mit dem Pulikum umgehen müssen. Neue aber auch alte Hits wie "Punishment" und "Tales from hard side" wurden in gewohnter Manier mit viel Pulikumskontakt gespielt. Gitarrist Billy Graziani hielt es nicht mehr aus auf der Bühne und bevorzugte es kurzzeitig auf den Händen der Fans zu spielen. Mir gefiel es sehr wieder einmal BIOHAZARD zu erleben und zu sehen, daß die Jungs genau so gut wie 1995 sind.
Zu SOULFLY gibt von meiner Seite aus zu sagen, daß sie die absolut lauteste Band am Billing waren. Ist zwar schön und gut, man hört / spürt wirklich alles, aber Herr Cavalera, nicht jeder hat Oropax parat. Einige verließen das Bühnenzelt und begaben sich mit sausenden Ohren in Richtung Bar. Die meisten blieben natürlich und feierten die Band rund um den Ex - SEPULTURA Shouter ab. Nicht schlecht, daß so viele Fans bei Kräften waren, immerhin war es schon ca. 2:30h früh. Ich kann leider keine objektive Meinung zum Konzert abgeben, weil ich es verdammt schade finde, daß sich SEPULTURA von ihm / er sich von ihnen getrennt hat. Gemeinsam waren sie um einiges besser.
Der Sonntag begann bei mir aus div. Gründen etwas später. AMON AMARTH haben auf dem Weg zum Frühstück kurz gesehen. Es waren relativ wenig Leute anwesend. Die ersten 5 - 8 Reihen waren relativ dicht, der Rest der Besucher schlief entweder noch oder lag etwas entfernt von der Bühne auf der Wiese. Den Reaktionen der Fans waren AMON AMARTH ziemlich gut.
Für HOLY MOSES gilt das Gleiche. Wenig Leute anwesend, aber sie kamen voll auf ihre Kosten. Auch nach dem Konzert wurde die Sängerin von Fans "belästigt". Die Musik von Ihnen war eher nicht meine Richtung. Ich würde sagen, daß sie klassischen Metal mit etwas Frauengesagt gemischt haben, aber so genau kann ich das nicht definieren.
CORVUS CORAX waren auch nicht mein Fall, aber Wiking Metal Fans (so heißt das hoffentlich) waren da voll begeistert. Mittelalterliche Kostüme. Viele alte Instrumente aber leider kein Gesang. Klang recht interessant wurde für mich aber bald langweilig weil ich den Gesang vermisst habe.
EISREGEN die als Ersatz für TRISTANIA anwesend waren, betraten die Bühne ohne Bassist. Aus welchem Grund auch immer war er nicht dabei. EISREGEN nutzen das als Eigenwerbung und der Sänger meinte, daß sie äußerst professionell seien, weil sie auch ohne Bassist ihr Set spielen können. Eisregen Fans (wie z.B. Leander@Earshot) schien das nichts auszumachen und sie genossen das Konzert der Deutschen. Einige Probleme mit der Geigenlautstärke gab es zwar, aber das Konzert brachte EISREGEN sicherlich einige neue Fans.
Von ATROCITY kann man das eher nicht behaupten. Es wurde nur gecovert wie eh und je. Eine neue Tänzerin wurde 'angeboten', die auch einige Blicke von den Musikern ablenkte. Um ehrlich zu sein war es auch teilweise gut so. Alex Krulls Gattin Liv Kristine war dabei und versuchte zu retten was zu retten war aber die Show war großteil eher peinlich. Lediglich die letzte Nummer "Die Todgeweihten" konnte für Stimmung sorgen. Herr Krull bangte sogar für einige Minuten wie ein Irrer, aber ein enttäuschter Eindruck blieb.
SICK OF IT ALL hatten nicht mehr "Besucher" als ATROCITY. Hardcore ist halt nicht jedermanns Sache. Die wenigen (äußerlich erkennbaren HC Fans) und einige "versteckte" SICK OF IT ALL Fans feierten die New Yorker Hardcore Legende ab. Das Schauspiel schien für einen Außenstehenden brutal, aber sobald irgendwer auf dem Boden fiel, halfen ihm gleich ein paar Leute wieder auf die Beine. Alte als auch neue Hits wurden geboten. Die Nummer 'Scrath the surface' kam besonders gut an, kein Wunder denn das gleichnamige Album hat genügend Freunde auch im nicht HC Bereich. Was mir am Rande noch positiv auffiel, ist, daß SICK OF IT ALL das mit Abstand billigste Merchandise im Angebot hatten. So kostete ein SOIT T-Shirt nur 260öS, DIMMU BORGIR´s Preise lagen bei 350öS und MOTÖRHEAD waren die Sieger mit 1000öS für einen Kaputzenpulli. Toll!!
Ein ziemlich krasser Wechsel folgte nun, denn die Norwegischen Könige des Black Metals DIMMU BORGIR bestiegen den Thron. Perfekt geschminkt und verkleidet ließen sie von Anfang an nichts anbrennen. Brachialer Sound. Ein Wahnsinn. Und ein guter Sound muß auch nicht trommelfelltötend sein. Vor allem die neuen Songs klangen genau so gut wie auf dem Album. "Mourning Palace" war natürlich der Höhepunkt der Show. Als Zugabe wurde dann die Coverversion von TWISTED SISTER "Burn in Hell" performed und die kühlen Norweger hinterliessen eine Menge zufriedener Fans. Meiner Meinung nach war dieses Konzert absolut perfekt und für mich der Höhepunkt beim MOM 2001.
JUDAS PRIEST stürmten 40 Minuten später die Bühne. Der neue Sänger Tim hat mich positiv überrascht. Er KANN wirklich gut singen, sowohl relativ tief als auch die von Rob Halford hoch gesungenen Passagen. Ob´s wem gefällt ist immer so eine Sache. Technisch hat der Typ einiges drauf. Die anderen Herren wirkten nicht so aktiv wie Tim, sie sind ja schließlich nicht mehr die Jüngsten.
Gegen 23:45h nahm ich dann Abschied von JUDAS PRIEST und Mind over Matter, denn der Tag danach würde ziemlich schwer werden.
Was mir positiv aufgefallen ist, ist, daß die kleinen "Nebendinger" wie Programme mit Spielzeiten, Umbauarbeiten etc. sehr gut funktioniert haben. Die WC Anlage war immer sauber, das hat man nicht überall. Etwas zu nobel für einen 'richtigen' Metal Fan, aber geschadet hat´s keinem.
Der Veranstalter hat heuer die Latte ziemlich hoch gelegt und ich hoffe, dass uns nächstes Jahr mindestens genau so ein gutes Festival erwarten wird.


Marin
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Beitrag vom 21.08.2001
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