IRON MAIDEN   RISE TO REMAIN  
31.05.2011 @ Olympia Halle

Los gings um Punkt 20h mit RISE TO REMAIN, der Band von Bruce Dickinsons Sohn Austin. Die Band versuchte in den zur Verfügung stehenden 30 Minuten das Publikum von ihrer Mischung aus Metalcore und modernem Metal mit leichten Thrash Anleihen zu überzeugen, was allerdings nicht wirklich gelang. Zwar war die Stimmung im Publikum nicht schlecht, aber so richtig mitgerissen wurden nur die wenigsten. Man kann den Jungs zwar nicht wirklich was vorwerfen, aber die Musik ist halt nichts besonderes. Technisch gut gespielt, ein paar BULLET FOR MY VALENTINE, CHIMAIRA Einflüße da, etwas TRIVIUM dort und Sänger Austin hat schon Potential (kein Wunder bei dem Vater), aber alles in allem dann doch leider nichts Besonderes. Soundtechnisch wurde die Band auch nicht gerade bevorzugt behandelt. Der leicht undifferenzierte und viel zu basslastige Sound hat auch sicher seinen Beitrag dazu geleistet, dass man nicht so ganz überzeugen konnte.



Nach einer halben Stunde Umbaupause war es dann soweit. Maiden starteten mit "Satellite 15...The Final Frontier", wobei das lange Intro nicht wirklich hätte sein müssen, aber das war dann auch der einzige Kritikpunkt der mir einfällt.

Nachdem ich mir aufgrund der Setlist nichts, aber auch gar nichts erwartet hatte, wurde ich sofort eines Besseren belehrt. Die Songs vom aktuellen Album sind ja bis auf "When The Wild Wind Blows" (geniale Livenummer) nicht so mein Fall, aber live können sie ohne Wenn und Aber überzeugen. Egal ob "The Final Frontier", "The Talisman" oder "Coming Home", sie alle fügen sich perfekt in das Set ein. "El Dorado" wurde ja bereits im Vorjahr live präsentiert und hat bewiesen, dass es sich einen Platz im Set verdient.

Zwischendurch immer wieder eingestreute und immer gern gehörte Klassiker wie "2 Minutes To Midnight", "The Trooper" und "The Wicker Man" sorgen für Auflockerung, bevor nach "When The Wild Wind Blows" ein Klassiker den nächsten jagt. Beginnend mit "The Evil That Men Do", gefolgt vom wie immer frenetisch gefeierten "Fear Of The Dark" und dem offiziellen Set beendenden "Iron Maiden". Auch "Dance Of Death" und "Blood Brothers" fallen qualitativ nicht merklich ab.

Der Zugabenblock ist dann ohnehin eine Klasse für sich. "The Number Of The Beast", "Hallowed Be Thy Name" und "Running Free" hielten die Stimmung perfekt am kochen und beenden den Auftritt wie immer viel zu früh, was aber vermutlich auch so wäre, wenn sie drei Stunden spielen würden.



Maiden zeigten sich wieder extrem spielfreudig, Bruce rennt nach wie vor wie ein Irrer auf der Bühne herum, auch wenn es mit zunehmendem Alter etwas weniger wird, könnten sich viele andere Frontmänner da noch das eine oder andere Scheibchen abschneiden und Jannick sorgt immer wieder mit unerwarteten Slapstik Einlagen für Erheiterung, wenn er sich mal wieder im eigenen Gitarrenkabel verheddert und auch sonst in gewohnter Manier auf der Bühne herumhampelt. Nicko ist immer noch die konstante, treibende Kraft hinter seinem Drumkit und die Gitarrenarbeit und Duelle von Adrian und Dave sind nach wie vor perfekt und schwer genial. Über Steve irgendwelche Worte zu verlieren ist vollkommen unnötig, da er ja nicht umsonst einer der besten, wenn nicht der beste Bassist im gesamten Metalbereich ist. Bruce hat das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute voll im Griff mit seinen gelegentlich eingestreuten Scherzchen und seinen Ansagen. Schön zu sehen, dass sich eine Band nach so vielen Jahren im Business noch immer den Arsch aufreisst, um den Fans die bestmögliche Show auf einem gleichbleibenden, extrem hohen Niveau zu bieten (wenn ich da an so manch peinliche Auftritte anderer großer Bands denke). Recht viel näher kann man Perfektion nicht kommen. Das Publikum wusste die Leistung in gebührender Weise zu würdigen und verwandelte die ausverkaufte Olympiahalle ab der ersten Minute in einen Hexenkessel.

Eddies Auftritt war erwartungsgemäß gelungen und bleibt ein wichtiger Bestandteil jeder Show und der neue, riesige Eddie, der sich hinter der Bühne erhebt, ist schlichtweg genial.

Soundmäßig war es auch extrem gut, obwohl manchmal etwas weniger Höhen nicht geschadet hätten. Trotzdem konnte in letzter Zeit kein Konzert auf dem ich war soundtechnisch auch nur annähernd mithalten. Auch hier zahlt sich die Konstanz die Maiden an den Tag legen aus, da sie seit ewigen Zeiten auf den selben Soundtechniker vertrauen. Einzig der Umstieg auf ein digitales Mischpult hätte nicht sein müssen, da sich die alten, analogen für Metal besser eignen.




Setlist:

Satellite 15... The Final Frontier
El Dorado
2 Minutes To Midnight
The Talisman
Coming Home
Dance Of Death
The Trooper
The Wicker Man
Blood Brothers
When The Wild Wind Blows
The Evil That Men Do
Fear Of The Dark
Iron Maiden
-
The Number Of The Beast
Hallowed Be Thy Name
Running Free

Als Fazit kann man sagen, dass es komplett egal ist welche Songs Maiden spielen, da jedes Konzert immer noch ein Erlebnis ist und der Fan für sein Geld wahrlich etwas geboten bekommt. Ich hab die Band in den letzten 23 Jahren vierzehn mal gesehen und wurde nie enttäuscht (die Blaze Bailey Zeit ignorier ich) und so war es auch diesmal wieder und wird es heuer hoffentlich noch einige Male werden.


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Tom
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Beitrag vom 05.06.2011
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