OZZY OSBOURNE   BULLET FOR MY VALENTINE  
15.06.2011 @ Olympia Halle

John Michael "Ozzy" Osbourne ist eine der letzten lebenden und aktiven Metal Legenden unserer Erde. Mit BLACK SABBATH hat er nicht nur den Heavy Metal miterfunden, sondern diesen auch über vier Dekaden lang in die Welt getragen. Das Kapitel BLACK SABBATH wurde aufgrund seiner Drogenexzesse schon vor vielen Jahren beendet und eine Re-Union mit seinen langjährigen Weggefährten Tony Iommi und Geezer Buttler hielt immer nur für ein paar Auftritte. Schön, dass der 62-jährige trotz seiner Vergangenheit noch die Kraft und Lust für Tourneen hat. Und die Lust und vor allem die Freude an den Auftritten merkt man dem alten Herrn sofort an.

Nicht, wie fast überall angekündigt, startete der Supporter und Teenie-Schwarm BULLET FOR MY VALENTINE um 20:00, sondern ganze 40 Minuten früher, was zur Folge hatte, dass die Münchner Olympiahalle noch nicht mal zu einem Drittel gefüllt war. Machte aber gar nichts, denn auch das anwesende Drittel interessierte sich nur wenig für die Amis. Den Erfolg dieser Band kann ich anhand dieses desaströs langweiligen Auftritts nicht ganz nachvollziehen. Ohne großen Elan spielten die vier jungen Herren ihre Songs herunter, ohne je zu begeistern. Höhepunkte, gute Stimmung oder gar guten Sound suchte man an diesem Abend vergebens.

Bereits um 20:20 Uhr – draußen schien noch die Sonne – kletterte der Prince Of Darkness aus seinem Sarg und stürmte unter ohrenbetäubendem Jubel auf die Bühne. Die Halle füllte sich langsam, doch von einem ausverkauften Konzert war man leider weit entfernt, was sich auch dezent auf die Stimmung schlug, aber dazu später mehr.

Nach einem gekrächzten „Good evening...“ startete man mit gleich zwei Klassikern vom Debüt „Blizzard Of Ozz“ in das Set. „I Dont Know“ und „Suicide Solution“ zeigten den Altmeister in bester Verfassung und ebenso guter Stimme. Showtechnisch beschränkte man sich auf ein Minimum und so gab es weder ein Backprint, noch sonstige große Effekte oder Überraschungen. Dafür durfte man bei sehr gutem Sound, einer großartigen Lichtshow und optisch einwandfreien Musikern das Konzert in vollen Zügen genießen. Außerdem gab es eine fette Schaumdusche, die Ozzy immer wieder aus dem Feuerwehrschlauch schoss und hier und da einen Eimer Wasser für die Zuschauer.





Musikalisch wurde dafür die ganze Bandbreite an Klassikern geboten. Das aktuelle Album „Scream“ wurde komplett ignoriert und auch die Vorgänger „Black Rain“ oder „Down To Earth“ waren ihm egal. Dafür war es bald Zeit für Gänsehaut und die „permission to go fuckin crazy!“ vom Prinzen der Finsternis bei „Mr. Crowley“. Sowohl Ozzy, als auch seine Bandmitglieder hatten mordsspaß an diesem Auftritt und grinsten allesamt immer wieder von einem Ohr zum anderen. Ozzy stellt seine Band auch vor, denn abgesehen von Basser Rob Nicholson, der auch schon bei „Black Rain“ mitspielte, hat man neue Männer engagiert. An den Drums arbeitet nun Tommy Clufetos (ROB ZOMBIE, ALICE COOPER) und am Keyboard Adam Wakeman. Am gespanntesten konnte man aber natürlich auf den Nachfolger von Gitarrenlegende Zakk Wylde sein. Für „Scream“ wollte sich Ozzy neu orientieren und entschied sich für den Griechen Gus G. (FIREWIND), was eine absolut richtige Entscheidung war.

Beim BLACK SABBATH Instrumental und einem dazugehörigen Solo bewies der Mann, dass er absolut würdig für diesen Posten ist, aber auch, dass er stilistisch ganz wo anders hingeht, als sein Vorgänger. Auch Ein Drumsolo durfte bei dieser Gelegenheit nicht fehlen. Auch wenn OZZY OSBOURNE Klassiker wie „Bark At The Moon“ oder „Crazy Train“ willkommene Stücke sind, so hatten die Fans dennoch die meiste Freude an den BLACK SABBATH Evergreens „Iron Man“ oder „War Pigs“, bei denen sich die Stimmung und die Chöre in die Höhe schraubten. Apropos Stimmung; obwohl diese recht gut war, merkte man schon, dass da noch mehr drinnen gewesen wäre, denn eine ausverkaufte Halle wäre nun doch um ein gutes Stück lauter gewesen und man hätte die Worte "I can´t fuckin´ hear you!" nicht so oft vernehmen müssen. Dem Prince Of Darkness war´s aber egal und so sah man ihm den Spaß am Tun auch von Weitem an.





Nach knapp 90 Minuten verschwand die Band hinter dem Vorhang, aber es dauerte nicht lange, bis Ozzy hinter der Bühne wieder das Wort ergriff und auch kurz darauf wieder auf selbige rauf watschelte, denn wie man es von ihm seit Jahren kennt, bedient er sich seines lustigen Gangs und genuschelten Ansagen, nicht zu vergessen, die vielen „Fucks!“. Sein Nummer 1 Hit „Mama, I´m Coming Home“ und „Paranoid“ beendeten das Spektakel würdig.

Setlist OZZY OSBOURNE:

I Don´t Know
Suicide Solution
Goodbye To Romance
War Pigs
Bark At The Moon
Road To Nowhere
Shot In The Dark
-
Guitar Solo (Gus G.)
Rat Salad
Drum Solo (Tommy Clufetos)
-
Iron Man
Fairies Wear Boots
I Dont´t Want To Change The World
Crazy Train
-
Mama I´m Coming Home
Paranoid

Nach etwas mehr als 100 Minuten verabschiedete sich die Legende entgültig und ausgiebig bei den Fans, die es ihm mit „Ozzy“-Rufen dankten und zufrieden in die Nacht hinausgehen konnten. OZZY OSBOURNE ist alt und das sieht man auch, aber spüren und hören tut man das so gar nicht. Der Mann ist fit wie ein 64-Jähriger nur sein kann und wird uns sicher noch ein paar Jahre erhalten bleiben und das ist gut so.
www.ozzy.com

maxomer
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Beitrag vom 17.06.2011
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