LIMP BIZKIT   DOPE D.O.D  
05.07.2011 @ Gasometer

Lange lange ließen die New Metal Helden von LIMP BIZKIT ihre Fans warten bis das langersehnte sechste (wenn man "The Unquestionable Truth (Part 1) mitzählt) Album namens „Gold Cobra“ endlich in den Läden stand. Na klar, nach ihrem Durchbruch-Album „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ waren die Erwartungen eher auf schlechteres eingestellt, aber „Gold Cobra“ überraschte mit durchgehend gutem Songmaterial. Da durfte man auf die Livepräsentation der Songs natürlich besonders gespannt sein.

Endlich ist der 5.Juli da und vor dem ausverkauften Gasometer tummeln sich bereits massenhaft Red Caps. Die Supportbands DOPE D.O.D und PSYKO DALEC waren mit ihrem puren Hip Hop für viele Fans der Rock Richtung nicht ganz so verführerisch, daher waren die Bars gut besucht. Auch das Earshot Team begibt sich erst zu DOPE D.O.D in die Halle. Das Publikum ist noch sehr verhalten, obwohl die Beats des DJs sehr gut rüberkommen. Hat man sich erst mal an das ungewöhnliche Bühnenbild (keine Gitarren, kein Drumset, nur 3 Rapper mit nem cool gestikulierendem DJ im Rücken) gewöhnt, kommt durchaus Bewegung in die müden Beine. Wow, unser erstes Hip Hop Konzert und wir sind da sicher nicht die einzigen. Aber Scheuklappen runter! DOPE D.O.D taut die Menge langsam etwas auf und beim Erwähnen von LIMP BIZKIT wird’s sogar recht laut im Publikum. Da nickt der ein oder andere langhaarige Bartträger schon zufrieden mit, nicht ekstatisch, aber zufrieden.

Bereits beim Aufbau und Soundcheck gibt die Crowd laute „Yeah!“-Rufe von sich, obwohl sich die Herren von LIMP BIZKIT schon eher Zeit lassen und mit Verspätung anfangen. Mit „Pollution“ geht’s los und sofort hüpft alles auf und ab. Fred Durst ganz in Grün, Sam Rivers´ Bass leuchtet stylisch mit roten LED Lämpchen und Gitarrero Wes Borland fällt wie immer durch Ganzkörper-Schminke auf. Ein sauberes DJ-Lethal Solo leitet in „Hot Dog“ über, gefolgt vom Titelsong der neuen Platte.





Natürlich kann „Gold Cobra“ noch nicht so zünden wie der Evergreen davor, aber der Song ist ebenso gut wie der Sound und das Publikum strotzt auch noch voller Energie. „Wie geht es dir?“ bringt Frontsau Fred mit Ami-Akzent raus und die Fans antworten erwartungsgemäß laut. „Why Try“, das wir im Vorjahr bereits am Two Days A Week Festival begutachten durften, kennen da schon mehr und ein riesiger LIMP BIZKIT Schriftzug mit LED Lämpchen wird über das Backdrop hochgefahren. Bei „Livin‘ It Up“ verschwindet Fred und die Band spielt einige Takte lang ohne ihn weiter. Plötzlich taucht der Herr in Grün bei der Bar am Rand der Halle auf und singt von dort aus weiter. Ich muss meinem Vordermann den Kopf zur Seite drehen, denn er sucht noch immer verzweifelt von wo die Stimme kommt. Ein Bier schnappt er sich auch noch, wenn er schon da ist, wirft dieses aber nach einem kleinen Schluck gen Publikum. „Who’s ready to party?“ fragt Fred und natürlich sind alle sowas von ready. Da legt DJ Lethal plötzlich DIE ATZEN auf und 4000 Leute singen „Disco Pogo Dingelingeling“ im Chor.

Das Publikum ist heiß und „My Way“ trägt absolut nichts zur Abkühlung bei. Fred holt einen Fan auf die Bühne, der sich natürlich freut wie ein kleines Kind. Ich korrigiere, Fred holt einen Klon von sich selbst auf die Bühne, denn besagter Fan trägt nicht nur ein rotes Cap sondern bewegt sich auch noch komplett gleich wie er. Dafür gibt’s nen Kumpeleinschlag, die Crowd findet’s sehr sympathisch und jubelt. Nach „Mountain Song“ von JANES ADDICTION und den Hits "Break Stuff" und Boiler war’s das erstmal und LIMP BIZKIT verabschieden sich von der mittlerweile ermüdeten Crowd.





Bei „Behind Blue Eyes“ ergibt sich wie erwartet für die gesamte Instrumentalbesetzung ein verlängertes Päuschen, denn DJ Lethal und Fred Durst zocken den Song im Alleingang. Und wieder glänzen LIMP BIZKIT mit keiner Eigenkreation: Bei BENNY BENASSI’s „Satisfaction“, das aus der Dose kam, verteilt Fred Bier im Publikum während die Bassklänge schön aufs Trommelfell drücken. CYPRESS HILLs „Jump“ wird kurz angespielt. Sicher würde der ein oder andere lieber mehr LIMP BIZKIT Songs hören, aber die Band scheint eben mehr auf den Partyfaktor zu setzen. Kann man mögen, muss man aber nicht. “Take A Look Around” fordert natürlich, dass sich die gesamte Menge hinhockt, was ein ziemlich cooles Bild abgibt, wenn 4000 Leute auf einmal hochspringen. „N 2 Gether Now” wird mit den Kollegen von DOPE D.O.D zelebriert, ebenso wie „Full Nelson“ das im coolen Wechselschritt und Textaufteilung mit PSYKO DALEC performt wird. Zu guter Letzt verlangen die Fans noch „Shotgun“ beziehungsweise „Nookie“. Fred hat die Menge im Griff und überlässt den Fans die Entscheidung, für beide Songs wird gleich laut geschrien, also gibt’s einfach mal „Rollin´“. Niemand hat was dagegen und ein letztes Mal wird fett Gas gegeben. Danach ist Schluss, Fred bedankt sich, Wes parkt seine Gitarre im Drumset und DJ Lethal lässt sich noch etwas feiern. Laute Zugaberufe wechseln sich mit Pfiffen ab, für einige war es dann wohl doch zu wenig LIMP BIZKIT und zu viel Party.





Die Songs von LIMP BIZKIT:

Introbra
Pollution
Hot Dog
Gold Cobra
Why Try
Douche Bag
My Generation
Livin' It Up
My Way
Mountain Song
Break Stuff
Boiler
-
Behind Blue Eyes
Almost Over
Take a Look Around
-
N 2 Gether Now (feat. Dope D.O.D)
Faith
Full Nelson (feat. Psyko Dalec)
Rollin' (Air Raid Vehicle)

Alles in allem aber ein sauberer Gig, die Jungs wissen immer noch gut zu rocken, die Songs waren allesamt gut performt, nur dem Publikum ging trotz oder gerade wegen der phänomenalen Stimmung an manchen Stellen einfach der Saft aus, naja, war ja auch ein Dienstag.


FOTOS + E-CARDS
www.limpbizkit.com

Doano
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Beitrag vom 11.07.2011
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