DARKNESS OVER PARADISE: OUTRAGE   AZAHEL´S FORTRESS    TULSADOOM   RES.42   MASKBREAKER    FINSTERHAIN   DECADE IN DISEASE  
08.07.2011 @
Mit der dritten Ausgabe des Darkness Over Paradise im schönen Hausruckviertel bewiesen die Veranstalter, dass man auch ein richtig gelungenes Fest mit heimischen und deutschen Underground Festival auf die Beine stellen kann. Der Name dieser Veranstaltung ist Programm, denn mit Wolfsegg am Hausruck hat man ein wirklich schönes Fleckchen Erde für die Veranstaltung gefunden. Die Bühne stand auf einer Wiese, nahe eine Spielplatzes, mit kilometerweiter Aussicht und Blick auf den Traunstein. Wirklich traumhaft. Für die Dunkelheit sollten dann Truppen wie OUTRAGE oder AZAHEL´S FORTRESS sorgen.

Doch an Dunkelheit war bei weitem nicht zu denken, als am späten Nachmittag die erste Band die Bretter enterte. Weit über 25 Grad und strahlender Sonnenschein erwartet die Besucher, als die OÖ Hardcore Truppe DECADE IN DISEASE ihr knackiges Set lieferten. Leider waren mir nur die letzten zwei Songs vergönnt, aber nicht nur ich, sondern viele weitere Besucher trudelten erst nach und nach ein, wodurch das überschaubare Gelände noch recht leer wirkte.





So tummelten sich auch beim soliden Auftritt der Pagan Truppe FINSTERHAIN noch nicht sehr viele Leute vor der Bühne. Der schwermütige Folk/Black Metal konnte trotz Bemühen der noch recht jungen Band somit nicht wirklich punkten. Die paar Leute, die sich vor die Bühne wagten, hatten sicherlich ihren Spaß, aber ein Großteil der Besucher vergnügte sich entweder am Camping Platz, saß auf den Bierbänken oder frönte der Met Bar, anstatt den Huldigungen von Odin zu lauschen. Als letzten Track servierte man noch ein AMON AMARTH Cover, bei dem der Fronter zeigte, dass ihm die seltener präsentierten tiefen Vocals weit besser lagen als die hohen Screams oder der recht dünne cleane Gesang.





Es sollten die groovenden Deather aus Grieskirchen mit Namen MASKBREAKER folgen. In den letzten Jahren sorgten die Herren schon für Aufsehen im Untergrund und gefielen auf so manch Festival oder auch beim Overdose im Posthof. Mit den Songs von ihrer ersten Demo „Frontline Tales“ feierten die Jungs eine Death Metal Fest, das aber nicht mit viel Glück belohnt wurde, denn bereits nach dem ersten Song gab es ein technisches Gebrechen und es musste eine kurze Pause eingelegt werden. Die Band nahm es mit Humor und Sänger Philipp überspielte das Ganze mit Witzeleien. Die Zuschauerzahlen wurden schon größer und das kam auch der Stimmung zugute, denn einige Headbanger und Death Metal Fans versammelten sich bereits vor der Stage. Neben den technischen Problemen – es musste sogar ein Gitarrenkabel getauscht werden und der Mischer oftmals auf die Bühne – gab es auch hier und da einen Verspieler, aber aufgrunde der Spielfreude und den Spaß den die Band auf die Zuschauer übertrug, kann man den Gig dennoch als gelungen bezeichnen.





Setlist MASKBREAKER:

Color Me Blind
Contraction Of A Disease
Grizzly Murder
Shredding The Break
Lost
A.I.D.
Flowers Of Flesh And Blood
From Silence To
Nuclear Reign
Fatal Desire
When Spalling Sets In


Erfreulich war die Tatsache, dass sämtliche Bands des Abends eine Mindestspielzeit von 40 Minuten zur Verfügung hatten und so durften auch die Andorfer Rocker RES.42, die mir bisher komplett unbekannt waren, ein ausführliches Set präsentieren. Die älteste Band des Festivals überraschte als Kontrastprogramm mit ihrer Mischung aus Rock und Metal und einem im Stehen Schlagzeugspielenden Fronter. In echter Rockermanier startete man ausgerüstet min Zigaretten, Bier und Whiskey auf die Bühne um zu rocken und das taten sie auch. Mit Songs wie „Master & Slave“ oder dem ruhigeren Rocker „Woman“ startet man souverän in den Gig. Die rauchige Stimme von Johannes passt perfekt zu dem Sound des Quartetts, welches einen tollen Gig hinlegte. Neben einprägsamen Riffs, schüttelten die zwei Gitarristen auch so manch genialen Akustikteil aus dem Ärmel und mit der Bandhymne „I´m A 42“ hat man sogar einen richtigen Partykracher am Start. Man beendete das Set mit einem Klassiker. JOHNNY CASH´s „Ghostrider In The Sky“ sorgte nochmal für richtig gute Stimmung.





Setlist RES.42:

Master & Slave
Shoot Him Down
Woman
Backstreet Rider
I´m A 42
Revolution
Caught In The Middle Of Nowhere
The Limousine Song
Mind The Gab
Ghostrider In The Sky


Auch die darauffolgende Truppe TULSADOOM kannte ich nur vom Namen her. Als Babarian Metal angekündigt, erwartete man natürlich eine deftige Portion Pagan/Viking Metal, doch das Hauptaugenmerk lag bei der Band dann doch auf erdigen Heavy Metal Riffs und Thrasheinlagen. TULSADOOM, was übrigens vom Erzschurken Thulsa Doom aus Conan – Der Barbar abgeleitet wurde, zeigten in ihre Felle gehüllt, welchen Spaß sie auf der Bühne hatten und boten eine souveräne Show. Dass die Jungs zeigen mit Titeln wie „Barbarian Beer Attack“ oder „Barbarian Bitchfuck“, dass sie nicht alles so ernst nehmen und huldigten vierzig Minuten lang den Barbaren, Bier und Heavy Metal. Ein gelungener Auftritt der Wiener Wahlbarbaren.





Setlist TULSADOOM:

Fuck The Gods Of The 4 Winds
Attack The Gods Of The 4 Winds
The Hammer Of Thorgrim
Barbarian Beer Attack
Barbarian Thrash
Barbarian Bitchfuck
Virgin Penetrator
The Glory Of Thulsa Doom
Tulsaride
Enter The Snakecult


Nach dieser spaßigen Einlage und einem dicken Regenguss, der so manch Headbanger unters Bierzelt trieb, wurde es nicht nur wetter- und uhrzeitbedingt finster, sondern auch musikalisch tiefschwarz. Die Black Metaller von AZAHEL´S FORTRESS waren an der Reihe. Einst als Solo-Projekt von Azahel gegründet, hat sich dieses heute zu einer richtigen Band gemausert. Dennoch musste man schon so einige Wechsel im LineUp in Kauf nehmen. Die fünf Herren gaben sich gleich zu Beginn als Perfektionist und diskutierten noch munter mit dem Soundmann herum, als sie ihre Spielzeit schon lange begonnen hat. Die Zuschauer sichtlich genervt, verlangten nach Metal und nicht nach weiteren Soundchecks und Finetuning. Dieses half alles nichts, denn bereits während des Intros musste ein Gitarrist die Bühne verlassen, weil ein technisches Gebrech vorlag.





Aber als es dann endlich so richtig losging bewiesen AF mit Songs wie „Entkrist Pyromania“, "Slave Of The Throne" oder „The Pagan Sun“ vom letzten Album, dass sie astreinen Black Metal spielen, der zwischen schredderneden Gitarren, unterlegt von Blast Beats und rockigeren Parts schwankten, wobei sie bei zweitgenannten eine bessere Figur machten, da man die typischen Black Metal Elemente so ähnlich eigentlich von vielen Genregrößen gehört hat – und die Abstempelung als SATYRICON Klon werden sie wohl auch nicht mehr wegbekommen. Auch wenn sie musikalisch gut drauf sind und an diesem Abend trotz diversen Pannen souverän agierten, war dies sicher nicht ihr bester Gig, da wäre mehr drin gewesen.


Der Hauptact des Abends hört auf den Namen OUTRAGE und stammt aus der Steiermark. Die Melodic Deather legten von der ersten Minute an ein mordstempo und eine enorme Spielfreude hin, sodass sich schnell kleine Moshpits vor der Bühne bildeten. Natürlich gab es reichlich brutales Material ihres aktuellen Albums „Contaminated“, das aber auch schon wieder zwei Jahre auf dem Buckel hat und nach einem Nachfolger schreit. Trotz recht wenig Platz auf der Bühne bewegte sich die Truppe. Auch wenn die Truppe unter der Marke Melodic Death Metal firmiert und auch die schwedischen Einflüsse unüberhörbar sind, verzichtet man komplett auf Keyboards und hält auch die Melodien an der kurzen Leine, was dem Live-Sound zu einem mächtigen Arschtritt macht. Ohne Kompromisse holten sich die Steirer durch ihr Material und begeisterten die Leute mit ganz gutem Sound und noch besserer Performance.





Dies wäre gegen Mitternacht schon ein würdiger Abschluss gewesen, doch das Darkness Over Paradise hielt zu später Stunde mit zwei weiteren Acts noch ein paar Boni in der Hinterhand. Leider konnte ich aber aus Zeitgründen den sogenannten Booze´N´Rollern BOOZEHOUNDS OF HELL, die nochmal für mächtig Stimmung sorgten, wie ich mir sagen ließ. Aber auch die Melodic Deather von NORICUM hatten da noch ein Wörtchen mitzureden.





Alles in allem war das Darkness Over Paradise dank einer ausgewogenen Mischung aus Bands, richtig toller Atmosphäre und der genialen Lokation ein mehr als gelungenes Festival, das ich jedem Undergroundfan wärmstens empfehle. Nächstes Jahr gerne wieder.



FOTOS + E-CARDS
www.myspace.com/darknessoverparadise

maxomer
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Beitrag vom 13.07.2011
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