MASTERS OF ROCK 2011 TAG1: HAMMERFALL   FINNTROLL   ELUVEITIE   AMORPHIS   BONFIRE   VIRGIN STEELE  
14.07.2011 @ Areál likérky Jelínek

Bereits zum fünften Male machten wir uns auf die Reise in Richtung Vizovice, um dem grandiosen Masters Of Rock beizuwohnen. Das LineUp konnte sich auch im Jahr 2011 wieder sehen lassen, hat man es doch geschafft die legendären Herren von TWISTED SISTER zum aller ersten Male in die tschechische Republik zu holen. Auf Namen wie HAMMERFALL, RHAPSODY, U.D.O., GUANO APES oder OVERKILL in der Running Order kann man schon stolz sein.

Wie schon im letzten Jahr, war die Anreise recht beschwerlich, der Verkehr überschaubar und in dem kleinen Städtchen Vizovice bereits so einiges los an diesem Donnerstagnachmittag. Sofort fiel auch auf, dass in Sachen Service einiges getan wurde. So gab es viel mehr und öfter gesäuberte Toilenten und zum ersten Male auch Wasserkanister, die regelmäßig nachgefüllt wurden. Dicht an dicht drängten sich bereits unzählige Zelte nahe dem Eingang und die Campingplätze auf den höher gelegenen Wiesen wurden auch immer voller, als bereits die dritte Band des Tages, nämlich die selbsternannten Metal Piraten ALESTORM auf der Bühne standen.

Da sich die Vorbereitungen am Zaltplatz etwas hinzogen, was auch an dem windigen und feuchten Wetter lag, hatten die einheimischen Opener FLERET und KONFLIKT ihr Set bereits beendet und auch die erwähnten schottischen Seefahrer waren schon bei den letzten Klängen von Songs wie „Captain Morgan's Revenge“ oder „Keelhauled“ angekommen.

Setlist ALESTORM:

Back Through Time
Shipwrecked
Wenches & Mead
Leviathan
Nancy The Tavern Wench
The Quest
Sunk N' Norwegian
Wolves Of The Sea
Captain Morgan's Revenge
Keelhauled

Somit reihten wir uns erst bei den amerikanischen Heavy Metal Veteranen VIRGIN STEELE rund um Meister David DeFeis in die Bangerschaft ein. Als großer Fan der New Yorker war die Vorfreude natürlich riesig. Doch leider wurden die großen Erwartungen ein wenig getrübt, da Sänger David und seine Band auf der riesigen Bühne etwas verloren wirkten. Mir ging auch die Dynamik und die Kraft ab die eigentlich das Markenzeichen des Stimmwunders ist. Somit wurde der erste musikalische Vortrag des Tages leider nicht das Gelbe vom Ei und mir bleibt nur mehr zu hoffen das der jungfräuliche Stahl bald in einer österreichischen Halle aufgeigt, da Songs wie "Invictius" oder "The Burning of Rome" in kleinerem Raum womöglich mehr Fahrt aufnehmen.





In den letzten Jahren ist es ziemlich ruhig geworden um die Hardrocker von BONFIRE. Umso schöner, dass man sich nun mit dem neuen Werk „Branded“ zurück meldete und sich gleich am Masters auf die Finger schauen ließ. Auf den Auftritt der Deutschen waren trotz Sommerlicher Hitze schon jede Menge Fans gespannt, und so konnte man dank guter Unterstützung der Zuseher für das erste musikalische Highlight des Tages sorgen. Sänger Claus Lessmann wirkte gut gelaunt und suchte den Kontakt zur Menge mit der eifrig abgeklatscht wurde. Solche Aktionen machen eine Band sympathisch und so gewinnt man jede menge neue Fans. Soundtechnisch gabe es keine Beschwerden und die Hits „Diamands In The Rough“ oder „Hot To Rock“ waren absolute Live-Kracher. BONFIRE sind vielleicht immer noch ein Geheimtipp, doch kann ich jedem Hard Rock Fan diese Band ans Herz legen.





Setlist BONFIRE:

Bang Down the Door
Sweet Obsession
Just Follow The Rainbow
Give It A Try
Proud Of My Country
Ready For Reaction
Diamonds In The Rough
Hot To Rock
Sword And Stone


Etwas verspätet trudelten wir bei den finnischen Überfliegern AMORPHIS ein, die dank ihres aktuellen Sängers Tomi Joutsen und den drei Alben mit ihm ihren zweiten Frühling erleben und auskosten. Neben den aktuellen Songs vom neuen Meisterstück „The Beginning Of Times“ fanden auch endlich wieder mehr Klassiker in das Live Set, die dank der Neueinspielung für „Magic & Mayhem“ für die Bühne wieder interessanter wurden. Wie gehabt gaben sich die finnischen Veteranen mit ihrer Mischung aus Gänsehautmelodien, düsterer Atmosphäre und Death Metal artigen Attacken, hochprofessionell, spielfreudig und souverän.





Setlist AMORPHIS:

My Enemy
Sky Is Mine
The Smoke
You I Need
Against Widows
Towards And Against
My Kantele
Silver Bride
Crack In A Stone
The Castaway
House Of Sleep


Leider spielte an diesem Donnerstagnachmittag das Wetter nur bedingt mit und so flüchteten die Zuschauer immer wieder in die trockenen Bierzelte oder auf den Campingplatz, weshalb vor der Bühne ein stetiges Kommen und Gehen herrschte. Zum zwischenzeitlichen Fest der Heiden fanden sich aber dennoch genügend Headbanger vor der Bühne wieder. Nachdem das MoR in den vergangenen Jahren die überpräsente Pagan Welle erfolgreich ignorieren konnte, hat man mit dem Doppelschlag ELUVEITIE / FINNTROLL, die im Rahmen der Pagan Alliance gemeinsam die Bühne erstürmten, dann doch wieder etwas für die Heiden und Wikinger unter den Besuchern geboten. Ganze 90 Minuten lang feierte das Schweizerisch-Finnische Gespannt ein Paganfest, dass so manch Fan Freude bereitete. Mal standen die acht Musiker(innen) rund um Fronter Chrigel auf der Bühne und mal die finnischen Pagantrolle um ihre eigenen Songs vorzuführen, zwischendurch mischt man die LineUps wild durcheinander, so dass so manch Song dann ganz anders erschien und FINNTROLL beispielsweise viel melodischer wirkten. Zum Schluss hin wurde es auf der Bühne aber richtig voll, man sollte nämlich bedenken, dass die zwei Bands gemeinsam auf 15 Köpfe kommen. Party pur.

Für die Nichtpaganen war das eine harte Zeit, denn zwischen AMORPHIS und HAMMERFALL vergingen aufgrund der langen Vorbereitungszeiten gleich mal drei ganze Stunden, was aber eine gute Möglichkeit war, das Gelände etwas näher zu betrachten. Was schnell auffiel, war, dass sich in diesem Jahr um einiges weniger Fressbuden und Metalmarket Stände einfanden. Die Auswahl war aber dennoch enorm, und wie zu erwarten auch etwas anders, als man es bei uns oder in Deutschland gewohnt ist. Neben den üblichen Verdächtigen, wie Döner, Hot Dogs oder allerlei Würste, gab es noch Obstcocktails, verschiedene Eintöpfe, Grillkost, warme Süßspeisen und vieles mehr. Vier Tage Festival hätten da sowieso nie gereicht um sich durchzukosten.

Es wurde bereits Zeit für den ersten Headliner. Die Sonne war bereits hinter den Bäumen verschwunden, es wurde kühler und es setzte erneut Regen ein. Als HAMMERFALL die Bühne betraten, wurde es, trotz des Fehlens von Pyros aber schnell wieder warm. Das Quintett warf für das aktuelle Album „Infected“ schnell mal allen Ballast über Bord, ändert hier und da was an dem Konzept und konzentrierte sich auf das Wesentlichste und das war zum Glück auf der Bühne der Fall. Keine kitschigen Outfits, kein übertriebenes Gepose und keine übermäßige Show, einfach nur Metal. Das tat der Band gut, denn solche Aktionen vermiesten schon so manch Auftritt.





Mit „Patient Zero“ startete man das Set erwartungsgemäß mit einem neuen Track, der aber gleich vom flinken Klassiker „Renegade“ überschattet wurde. Man spielte sich munter durch die Diskografie und verzichtete in den knappen 90 Minuten bewusst auf Überraschungen um den Fans ein solides Best Of zu liefern. Die neuen Songs wie „Bang Your Head“ oder „One More Time“ fügten sich gut in das Set ein, nur „Let´s Get It On“ wirkte recht holprig und unpassend. Da giefelen dann Hits wie „Blood Bound“, „Crimson Thunder“ oder neuere Kracher wie „Fury Of The Wild“ und „Any Means Necessary“ doch eine Spur besser. Die Band war äußerst gut aufgelegt und das neuere LineUp mit Pontus Norgren und Fredrik Larsson agiert heute als eine zusammengeschweißte Einheit. HAMMERFALL sind allen Kritiken zum Trotz eine richtig starke Live Band, die sowohl in Clubs als auch auf Festivals für richtig gute Stimmung sorgen können, was auch stark an der guten Laune der Band lag, denn diese, allem Voran Fronter Joacim Cans hatten eine Menge Spaß auf der Bühne.





Setlist HAMMERFALL:

Patient Zero
Renegade
Any Means Necessary
B.Y.H.
Blood Bound
Fury Of The Wild
Let's Get It On
Crimson Thunder
The Fire Burns Forever
Last Man Standing
Heeding the Call
HammerFall
-
One More Time
Hearts On Fire
Let the Hammer Fall


Die Mitternächtliche Stunde war bereits überschritten als mit MOONSPELL der letzte Act des ersten Festivaltages noch ein 60-Minütiges Set zum Besten geben durften. Den Stil dieser Band zu beschreiben ist nicht leicht, denn einst als Black Metal Combo gegründet, haben die Portugiesen ihren ganz eigenen Sound, der neben diesem Stilmittel auch Gothic, Dark Metal und einige Death Elemente beinhaltet. Aber schnell wird auch denen, die MOONSPELL nicht kannten klar, dass auch Bombast, Dramatik und Atmosphäre eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn bei einem Auftritt dieser Band keine leichte Kost geboten wird und diese auch an diesem Tag gar nicht ins LineUp passen wollte, versammelten sich zu so später (oder auch sehr früher) Stunde noch viele Metalheads vor der Bühne.

Setlist MOONSPELL:

Wolfshade (A Werewolf Masquerade)
Love Crimes
...Of Dream And Drama (Midnight Ride)
Vampiria
Trebaruna
Alma Mater
Opium
Awake!
Herr Spiegelmann
Mephisto
Full Moon Madness


So endete der erste und sehr kontrastreiche Tag erfolgreich und die Besucher konnte fröhlich noch weiter die Zeit in den Bierzelten verbringen, oder sich auf den Weg zum Campingplatz oder mit dem wirklich sehr nahe gelegenen Zug zum Hotel machen. Letztendlich fand dann aber jeder seinen Schlaf und konnte sich auf den zweiten Tag mit verdrehten Schwestern, italienischem Bombast und wilden Jungs aus Australien freuen.



FOTOS + E-CARDS
www.mastersofrock.cz

maxomer
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Beitrag vom 02.08.2011
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