BOUNCING SOULS   PACER  
10.08.2011 @ Arena

In ihrem inzwischen 23. Bandjahr haben sich die Punk-Legenden aus New Jersey etwas ganz besonderes für ihre Fans einfallen lassen. In wenigen ausgewählten Städten geben sie im Laufe von vier Abenden all ihre Alben zum Besten. Die Arena in Wien war eine der auserwählten Venues und Earshot war am zweiten Abend dieses Spektakels dabei.

Eröffnet wurde der Abend von der englischen Truppe PACER. Ihr schneller Punkrock passte perfekt als Einleitung für die BOUNCING SOULS, nicht verwunderlich ist es also, dass die Herren beim Label der SOULS, Chunksaah Records, unter Vertrag stehen. Die spärlich gefüllte Arena bringen sie jedoch trotzdem zu nicht viel mehr als ein paar Kopfnicken.





Eingeleitet wurde das Set der SOULS mit einer kurzen Vorstellung des ersten Albums des Abends „The Bouncing Souls“. Erscheinungsdatum (1997) und Verkaufszahlen wurden dem Publikum stolz durch die Lautsprecher bekannt gegeben während die Platte von einem Roadie über die Bühne getragen wurde und vom Publikum bejubelt wurde. Und schon legten die SOULS mit dem ersten Stück der Platte, „Cracked“, los. Die Geschwindigkeit mit der Sänger Greg Attonito den Text vortrug, ließ durchaus Schwindelgefühle aufkommen. Ohne Zwischengeplänkel ging es weiter in die nächsten Songs der Platte, schön brav in der Reihenfolge, in der sie auch auf dem Album zu hören sind. Die spärlichen und sehr kurzen Ansagen der Band ließen wirklich das Gefühl aufkommen, „The Bouncing Souls“ liegt am Plattenspieler, wären da nicht die vier Herren auf der Bühne und die vielen Fans die sich leidenschaftlich in den Moshpit warfen oder mitsangen. Absolute Publikumslieblinge dieses Teils der Show waren eindeutig „East Coast! Fuck You“ (man beachte: die SOULS sind selber von der East Coast!) und das letzte Lied des Albums „Shark Attack“. Unter lautem Jubel verließen die SOULS die Bühne wieder und überließen sie dem zweiten Album des Abends.

„Hopless Romantic“ (1999), das Album das die Herren endgültig in die Kreise der ganz Großen Punkrocker erhob, erhielt nicht weniger Applaus als „The Bouncing Souls“. Das Titellied des Albums brachte das Publikum dann auch ordentlich ins Schwitzen. Weitere Highlights des zweiten Teils der Show waren auch „Ole“, das Fußballstadium Stimmung aufkommen lies und „Bullying The Jukebox“, das das Publikum zum tanzen brachte. Für das ursprünglich im Duett mit Kara Wethington gesungene „Wish Me Well (You Can Go To Hell)“ holte man sich einen Fan auf die Bühne, die sich ganz schön ins Zeug legte und Sänger Greg eindeutig das Wasser reichen konnte.





Zwischen seine Bandkollegen, die auch so aussehen und sich so verhalten, als würden sie zu den Urgesteinen der Punkrock Welt zählen, stach Sänger Greg mächtig hervor. Ursprünglich als Scherz für ein Konzert gedacht, steht Greg nun seit Jahren immer in schönem Hemd und mit Krawatte auf der Bühne. Diesmal trug er sogar eine sonderangefertigte Krawatte mit dem Aufdruck „Two“ für den zweiten Abend der vier Abende. Würde man sich die Tattoos die seinen Unterarm zieren wegdenken, könnte er durchaus als Bankangestellter durchgehen. In etwas gleich ist auch seine Bühnenpräsenz: langsam und nur sehr wenig bewegte er sich und wirkte allgemein fast schüchtern. Nicht wirklich passend für eine Punkrockband möge man meinen. Doch es funktionierte trotzdem irgendwie und gab der Show einen ganz eigenen Charme. Außerdem machte das Publikum die Abwesenheit von Bewegung auf der Bühne durchaus wieder wett.





Umrahmt wurde die Show von geschickt eingesetzten Visuals die anstelle eines Bandlogos auf die Wand projiziert wurden. Musikvideos, das Lied unterstützende Bilder oder historische Filmaufnahmen gaben dem Abend einen gewissen künstlerischen Touch.

Ein gelungener Abend um manch vergessene Diamanten der Alben wieder einmal live zu erleben. Die inzwischen 23 Jahre dauernde Bandgeschichte hat eindeutig schon zu viele gute Lieder hervorgebracht um sie alle unter normalen Umständen live zu hören. Mit ihrer „For All The Unheart“ Tour haben die SOULS vor allem ihre Hardcore Fans angesprochen und eindeutig auch glücklich gemacht.


FOTOS + E-CARDS
www.bouncingsouls.com/

Lena
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Beitrag vom 15.08.2011
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