WACKEN OPEN AIR - TAG2: JUDAS PRIEST   APOCALYPTICA   AIRBOURNE   TRIPTYKON   HEAVEN SHALL BURN   SODOM   TRIVIUM   MORBID ANGEL   ENSIFERUM  
05.08.2011 @ W:O:A Festival Gelänade

So manche verkaterte Festivalbesucher glichen am vorletzten Wacken-Tag in Sachen Agilität und Rhetorik bereits dem sympathischen Herren, der am Vortag den Headliner gestellt hatte. Ein etwas schauderhafter Anblick, wenn man bedenkt, dass einige dieser Leute sich erst in den Mitzwanzigern befinden.

Nun gut. Geweckt wurde man von der feucht-fröhlichen Schnaps-Finnen von ENSIFERUM, die den wahrlich unchristlichen Slot in der Mittagshitze zugeschanzt bekamen. Die Stimmung war trotzdem gut und so eine blöde Idee war der Slot nun auch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass das ENSIFERUM-Publikum einen ziemlich geringen Altersschnitt aufweist und die Jugend braucht ja bekannter Weise nicht so viel Schlaf, wie so manche älteren Kaliber. Bezeichnend, jedoch wenig überraschend, dass auf die Frage der Band, wer sich denn heute noch betrinken würde, gefühlte 50.000 Patschhändchen in die Höhe gestreckt wurden. Die vorgehende Frage, wer denn bereits betrunken sei, wurde auch schon von so mancher emporgerichteten Hand quittiert. Doppelmeldungen jedoch möglich.





Bei den Death-Metal Legenden von MORBID ANGEL ging es schon wieder deutlich älter zu. Obwohl die Setlist weitgehend aus Klassikern der alten Alben zusammengesetzt war, kam nie so richtig Stimmung auf. MORBID ANGEL gehören eben zu jenen Bands, die bei Tageslicht nicht richtig funktionieren wollen.

Setlist MORBID ANGEL:

Immortal Rites
Fall From Grace
Rapture
Maze of Torment
Existo Vulgoré
Nevermore
I Am Morbid
Angel of Disease
Chapel of Ghouls
Where the Slime Live
God of Emptiness

Mehr oder weniger stilles Highlight dieses Freitags waren jedoch die Norweger von KHOLD, die nach langjähriger Bühnenabstinenz in Wacken eines ihrer ersten Gastspiele absolvierten. Zwar drückte die stickige Luft in der W.E.T.-Stage dem Auditorium etwas aufs Gemüt, was aber eigentlich gar nicht so verkehrt für melancholisch-doomigen Black Metal ist. Ähnliches gilt für die sehr schlichte Bühnenshow. Die Setlist umfasste Lieder von allen Alben und bot eigentlich einen sehr gelungen Überblick über das Werk von KHOLD und auch technisch gab’s wenig zu bekritteln, außer vielleicht, dass ein Beckenständer (nämlich der mit dem China-Becken) partout nicht stehen bleiben wollte und zweimal umfiel. Interessanterweise brauchte das Bühnenpersonal jeweils einen ganzen Song um das Ding wieder aufzustellen. Naja, kompetentes Bühnenpersonal ist sowieso überbewertet. Kleines Detail am Rande: Irgendwie musste ich bei dem Corpsepaint des Gitarristen an die Schminkflinte aus den Simpsons denken. Wenn’s mal schnell gehen muss!





Auf den Mainstages ging der Tag in der Zwischenzeit weiter mit SODOM, AS I LAY DYING, TRIVIUM und HEAVEN SHALL BURN, die allesamt solide Shows hinlegten. Allen voran HEAVEN SHALL BURN, die wieder einmal Garanten für durchmesserstarke Mosh- und Circlepits waren.





Setlist SODOM:

In War and Pieces
The Vice of Killing
Outbreak of Evil
The Saw Is the Law
I Am the War
M-16
Feigned Death Throes
The Art of Killing Poetry
Agent Orange
Blasphemer
City Of God
Remember the Fallen
Stalinorgel / Knarrenheinz / Bombenhagel





Setlist HEAVEN SHALL BURN:

Profane Believers
Voice Of The Voiceless
The Omen
Forlorn Skies
Combat
Awoken
Endzeit
Counterweight
The Disease
Whatever It May Take
I Was I Am I Shall Be
Behind A Wall Of Silence
Return to Sanity
Black Tears

Der Headliner des Abends waren, den T-Shirts und der zugeteilten Playtime, selbstverständlich die alten Herren von JUDAS PRIEST. Mehr als zwei Stunden lang wurde voll aufs Gas gestiegen um das Publikum mit einem Querschnitt durch das lange Schaffen dieser legendären Band auf eine musikalische Zeitreise zu nehmen. Dabei machten sie eigentlich alles richtig und sogar die etwas längeren Solo-Einlagen wurden, im Gegensatz zum Alt-Headliner des Vortages (siehe Donnerstag) nie langweilig. Die sehr gut durchdachte Bühnenshow war dann noch das i-Tüpfelchen. Hut ab! Die Herren von JUDAS PRIEST haben an diesem Abend gezeigt, wie ein Farewell-Konzert aussehen muss.





Setlist JUDAS PRIEST:

Rapid Fire
Metal Gods
Heading Out To The Highway
Judas Rising
Starbreaker
Victim Of Changes
Never Satisfied
Diamonds & Rust
Dawn of Creation
Prophecy
Night Crawler
Turbo Lover
Beyond The Realms Of Death
The Sentinel
Blood Red Skies
The Green Manalishi (With the Two Pronged Crown)
Breaking The Law
Painkiller
-
The Hellion
Electric Eye
Hell Bent for Leather
You've Got Another Thing Comin'
-
Living After Midnight

Nach JUDAS PRIEST galt es dann sich zwischen den Doom-Schwergewichten TRIPTYKON rund um Tom Gabriel Warrior und den Stoner Rock Legenden von KYUSS LIVES! zu entscheiden, die an diesem Abend jedoch ohne ihren Bassisten Nick Oliveri auftreten mussten, der in den U.S.A. scheinbar wieder Probleme mit der Justiz bekommen hatte.

Die Wahl fiel schlussendlich auf TRIPTYKON, die ein gelungenes CELTIC FROST-Set lieferten. Zwar spielten TRIPTYKON mit „Goetia“ und „The Prolonging“ zwei lange Lieder von dem durch und durch gelungenen „Eparistera Daimones“-Album („The Prolonging“ alleine dauert 15 Minuten), aber trotzdem bestand der Großteil der Playlist aus alten CELTIC FROST Nummern. Schade nur, dass Tom Warrior nicht wagt mit TRIPTYKON aus dem Schatten von CELTIC FROST zu springen.





Setlist TRIPTYKON:

Procreation (Of The Wicked)
Goetia
Circle Of The Tyrants
Babylon Fell
Synagoga Satanae
The Prolonging

Deutlich fröhlicher ging es im Anschluss auf der True Metal Stage zu, als die australischen Hoffnungsträger von AIRBOURNE die Bühne erklommen. Sogar buchstäblich, denn irgendwie dürfte Frontmann Joel O’Keeffe bei großen Bühnen stets die Kletterlust packen und so war auch die Wackener Bühne nicht vor ihm sicher, als er sich aufmachte ein Gitarrensolo in schwindelerregender Höhe hinzulegen.
Dank solcher netten Showeinlagen und der guten Bierlaune in den ersten Reihen war die Stimmung die ganze Show durch hervorragend und das Publikum bedankte sich mit gar frentischem Applaus.





Setlist AIRBOURNE:

Raise The Flag
Born To Kill
Diamond In The Rough
Blonde, Bad And Beautiful
Chewin' The Fat
Blackjack
Bottom Of The Well
Cheap Wine & Cheaper Women
Girls In Black
No Way But The Hard Way
Too Much, Too Young, Too Fast
Stand Up for Rock 'N' Roll
Runnin' Wild

Krönender Abschluss dieses Tages waren dann APOCALYPTICA, die mit einem spielerisch einwandfreien Konzert, das den vermutlichen besten Sound des gesamten Festivals hatte, die perfekte akustische und visuelle Untermalung für diese nebelige und kalte Nacht waren. Eine zugegebenermaßen nicht sehr zeltfreundliche Witterung.





Setlist APOCALYPTICA:

On the Rooftop With Quasimodo
2010
Master Of Puppets
Grace
Bring Them To Light
Last Hope
Nothing Else Matters
Inquisition Symphony
Seek & Destroy
I Don't Care
Hall Of The Mountain King


FOTOS + E-CARDS
www.wacken.com

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Beitrag vom 26.09.2011
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