DARK TRANQUILLITY   ELUVEITIE   VARG   MERCENARY   GURD   OMNIUM GATHERUM  
29.10.2011 @ Posthof

Seit dem letzten Besuch von DARK TRANQUILLITY in Linz ist schon einige Zeit vergangen. Der Auftritt des schwedischen Melodic Death Metal BigPlayers ist mir aber extrem positiv in der Erinnerung geblieben, da man damals neben einem starken Set auch eine wirklich intensive Show ablieferte. Im Zuge des Neckbreaker Ball´s besuchte uns die sympathische Truppe erneut im Posthof. Mit dabei auch die Schweizer ELUVEITIE, die man in den letzten Jahren dann doch etwas öfter zu Gesicht bekam, die deutschen Wölfe von VARG, das Thrash-Geschwader GURD und zu guter Letzt die finnischen Düster Metaller von OMNIUM GATHERUM.

Selbige durften bereits am späten Nachmittag das Konzert eröffnen. Schon um 17:30 war der große Saal des Posthofs sehr gut besucht und OMNIUM GATHERUM starteten ihren soliden Auftritt bei durchwachsenem Sound. Doch die Stimmung war dafür von Anfang an gut und die Band bemühte sich, neue Fans zu erobern. Der düstere Melodic Death Metal passte außerdem am besten zum Headliner, was ihnen gewisse Vorteile verlieh. Nach knapp 40 Minuten und Songs wie „Everfields“ oder „Deep Cold“ sagte die Truppe aber schon wieder adieu.

Richtig gespannt war ich auf die Thrasher von GURD, die mit „Never Fail“ kürzlich richtig auf sich aufmerksam machten. Durch die rasantere Ausrichtung erhöhte sich die Stimmung nochmal um ein merkliches Stück und Fronter V.O. Pulver scherzte unentwegt über sein Alter und sein Körpergewicht, was so manch Lacher im Publikum auslöste. Doch im Vordergrund stand natürlich der Metal. Manchmal im UpTempo, manchmal etwas grooviger und manchmal auch etwas melodischer, holzten sich die vier Schweizer durch ihr unterhaltsames Set. Ein paar moderne Einflüsse peppten den Sound, der nun ein gutes Stück klarer aus den Boxen kam, zusätzlich auf.





Um den Rotating-Slot mussten sich dieses Mal MERCENARY und VARG streiten. Durch den größeren Bekanntheitsgrad im deutschsprachigen Raum gewannen die deutschen Wölfe im Vorhinein das Duell und so mussten die Dänen vorher ran. Dass MERCENARY auch als Quartett und mit neuem Fronter, der aus der zweiten Reihe kam, funktionieren, bewiesen die Jungs bereits im vergangenen Jahr. Rene Pedersen entpuppte sich als geborener Fronter und lieferte erneut eine starke Performance, die durch die Gitarristen und letzten verbliebenen Mitbegründer, mit fetten Riffs unterstützt wurde. Nach dem Abgang der Gebrüder Sandagar warf MERCENARY den Großteil an Prog-Elementen über Board und legte wieder eine härtere Marschrichtung ein. Synthies und Keyboards gibt´s natürlich noch immer zur Genüge, jedoch kommen diese seither vom Band. Auch wenn das neue Album durchaus gelungen ist, finde ich es schade, dass man fast nur aktuelle Songs zum Besten gab. Neben den mittlerweile typischen Live-Nummern wie „In Bloodred Shades“ oder „The Endless Fall“, durfte auch der neue Hit „The Follower“ nicht fehlen, bei dem schon brav mitgesungen wurde. Alles in allem ein überaus solider Auftritt der dänsichen Aufsteiger, auch wenn mir die Band im alten LineUp livehaftig besser gefiel.





Setlist MERCENARY:

In Bloodred Shades
In A River Of Madness
This Black And Endless Never
Through The Eyes Of The Devil
On The Edge Of Sanity
The Black Brigade
The Follower
The Endless Fall

Nachdem ich den Auftritt von VARG am Masters Of Rock schon nur mit Müh und Not durchstehen konnte, schenkte ich mir den Auftritt auf dem Neckbreakers Ball, da ich der Meinung bin, dass man diese Band besser bei den zahlreichen Pagan- und Heidenfesten von Rock The Nation unterbringen hätte sollen und dafür ein paar wirkliche Nackenbrecher in das LineUp packten könnte.





Und gleich im Anschluss haben wir wieder so einen Fall. Die Folk Metaller ELUVEITIE wird man nicht los: 2008 in Linz, 2009 am Summer Nights, 2010 in Linz, Wien und am Metalfest, 2011 gleich drei Mal in Österreich und für 2012 sind auch schon Gigs angekündigt. Man kann es auch übertreiben. Aber gut, ELUVEITIE konnten dank gutem Sound und voller Halle schnell recht gute Stimmung erzeugen. Dank der brutalen Stimme von Fronter Chrigel und den bratenden Riffs könnte man sich doch auf einen richtig coolen Melodic Death Metal Gig freuen, wären da nicht die überladenen Folk-Anteile. Grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, aber ELUVEITIE zelebrieren diese Folk-Anteile in jedem Song so exzessiv, dass schon wieder eine gewisse Monotonie entsteht. Nach Schema-F stellen die Herren und Damen zu dem brutalen Sound ihre Flöten, Pfeifen, Laiern und Dudelsäcke so penetrant in den Vordergrund, dass es schon arg an den Nerven ziehen kann. Zugunsten der Live-Authentizität wäre da ein gewisser Minimalismus wünschenswert gewesen. Mag es an der Überpräsenz der Schweizer oder meiner Aversion gegen überladene Folk-Elemente liegen, trotz der Stimmung ließ mich dieser Auftritt völlig kalt.





Setlist ELUVEITIE:

Otherworld
Everything Remains As It Never Was
Nil
Inis Mona
Quoth The Raven
Tarvos
Calling The Rain
Thousandfold
The Song Of Life
Kingdom Come Undone
(Do)Minion
Tegernakô

Nach fast fünf Stunden Metal durfte endlich der Headliner sein Können beweisen. DARK TRANQUILLITY hatten bei mir eine richtig hohe Erwartungshaltung, da der letzte Gig schon einige Jahre zurückliegt und mir sehr positiv in Erinnerung blieb. Außerdem konnte ich kürzlich die zwei weiteren Mitbegründer ihres Genres live erleben. IN FLAMES bewiesen in Wien und am Sonisphere, dass sie nach wie vor Speerspitze im Genre sind und SOILWORK zeigten am Metal Invasion, dass auch mit ihnen noch zu rechnen ist. Aber keine Bange; DARK TRANQUILLITY zogen locker nach, auch wenn es gewisse Startschwierigkeiten gab. Erster Stolperstein beim Opener war der Sound. Bei den ersten Songs war nämlich das Keyboard kaum zu hören und so griff Martin Brändström umsonst in die Tasten, während Mikael Stanne überlaut und somit etwas krächzend aus den Boxen brüllte. So wurden „Terminus“ und „In My Absence“ ihrem Status nicht gerecht. Gleich nach dem ersten Song dann die nächste Panne; DT hatten ein richtig schönes Bühnenbild mit fetter Lichtanlage und Beamer, der so manch Clip, Video und atmosphärische Bilder an die Leinwand projizierte. Doch das Apple-Notebook spielte nicht ganz mit und so hatte man eine schöne Fehlermeldung als optische Zugabe. Spätestens zum 2004er Hit „Lost To Apathy“ funktionierte aber alles wieder bestens. Die Grafiken und Demos, die natürlich von Bandkopf und Gitarrist Niclas Sundin stammen, kamen dank seiner Coverartworks natürlich sofort bekannt vor und erzeugten eine schöne Atmosphäre.





Eine Setlist zu kreieren, ist für die Band sicherlich keine dankbare Arbeit und so wird man sicherlich nicht jeden zufriedenstellen können, aber mit Klassikern wie „The Treason Wall“, „The Sund Ifred Blanks“, inklusive starken cleanen Vocals und „The Wonders At Your Feed“ hatten die Fans der früheren Stunden sicherlich viel Freude. Schade nur, dass die ersten drei Alben komplett ignoriert wurden. Als weiteres Schmankerl, gab es den bisher unveröffentlichten Song „Zero Distance“ inklusive Video-Clip vom Beamer und weiblichen Vocals vom Band. Mikael, charmant und sympathisch wie immer, richtete das Wort zwischendurch an die Fans und sorgte für eine richtig gute Stimmung. Leider verabschiedeten sich aber gegen halb zwölf schon einige Richtung Ausgang, um nicht den Bus zu verpassen. Störte aber die Band überhaupt nicht, die mit „Misery´s Crown“ und dem garndiosen „The Fatalist“ das Set beendeten und sich wie schon beim letzten Posthof-Besuch bei den Fans ausgiebig verabschiedeten. Aber hoffentlich nicht für lange.





Setlist DARK TRANQUILLITY:

Terminus (Where Death Is Most Alive)
In My Absence
The Treason Wall
Lost To Apathy
The Wonders At Your Feet
The Mundane And The Magic
Blind At Heart
The Sun Fired Blanks
Inside The Particle Storm
Zero Distance
Dream Oblivion
Final Resistance
Misery´s Crown
The Fatalist


Der Neckbreaker´s Ball zeigte sich so abwechslungsreich wie nie und machte auch in seiner vierten Ausgabe unheimlich viel Spaß. Ich hoffe nur, man nimmt sich die Bitte zu Herzen und lässt die Folk-Bands bei ihren eigenen Festivals und gibt Bands anderen Genres die Chance sich zu beweisen. Ein Übersättigung dieser Truppen ist sowieso schon eingetreten.


FOTOS + E-CARDS
www.neckbreakersball.eu

maxomer
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Beitrag vom 06.11.2011
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