TRIVIUM  
07.11.2011 @ Arena

TRIVIUM sind längst vom trendigen Metalcore Pferd abgestiegen und haben nach dem Durchbruchsalbum „Ascendency“ mit mittlerweile 3 weiteren Alben mehr als einmal bewiesen, was für ein großartiger Metalact sie sind. „In Waves“ strotzt als neuestes Prachtwerk vor Eingängigkeit und Fortschritt – die Jungs sind gewachsen, ihre Musik auch und natürlich ist die Liveshow um einiges routinierter und professioneller – davon konnte sich eine zum Bersten gefüllte Wiener Arena überzeugen:

Erwartungsgemäß dröhnt die Intro „Capsizing The Sea“ vom neuen Album in die gerade von Dunkelheit erfüllte Halle. Die Crowd beginnt nach vorne zu drängen und die Fäuste werden hochgereckt. Gelassen aber mit erwartungsvollem Grinsen in den Gesichtern entern Nick, Pablo und Corey die etwas leere Stage. Die Herren spielen mit In-Ear Monitoren, brauchen also keine Monitorboxen, somit bleibt viel Platz auf der Bühne, was aber durchaus fad aufs Auge wirkt. Ein paar In Waves Requisiten hätten da schon für mehr Showfeeling gesorgt, zumal die Band ja ohnehin betont, mehr auf Gesamtkunstwerk legen zu wollen. Egal, Matt betritt als letzter die Bretter und screamt „Iiiin Waaaveees!“.





Die Menge tut es ihm sofort gleich und die Köpfe bewegen sich wie aus einem Guss zum Rhythmus des Titelsongs von „In Waves“. Nach kurzer Begrüßung kriegen auch gleich die Fans der älteren Songs ihr Fett weg: „Drowned And Torn Asunder“ strapaziert die Stimmbänder. Der Sound ist anfangs ziemlich schlecht, die Gitarren schwimmen nur so dahin. Mit der Zeit wird’s zwar besser, reicht aber während des gesamten Gigs nur knapp für ein Befriedigend. Wenigstens herrscht viel Bewegung auf der Bühne, die Herren haben sichtlich Spaß an ihrem Job und auch das Publikum geht ab als wären schon Sommerferien. Vor allem Corey wirkt sehr verlässlich und sehr tight an seiner Leadgitarre. Somit kann sich Matt als Frontmann mehr auf die Show konzentrieren, da wird die rechte Hand mal lieber zum Gestikulieren als zum Spielen verwendet. Zusammen mit Paolo bilden Corey und Matt ein gutes Gesangstrio und die mehrstimmigen Gesangspassagen haben oft tolle Momente: Corey sorgt für extra Shouts, Matt singt mit schönem Vibrato die Unterstimme und Pablo die Oberstimme. Hier und da wird zwar nicht jeder Ton perfekt getroffen, aber das ist bereits Meckern auf hohem Niveau. Natürlich blickt so mancher mit prüfendem Blick auf das neueste Mitglied Nick Augusto an den Drumms. Der spielt sich mit seiner unglaublich sauberen Tightness erhaben über jeden Zweifel. Der Junge ist eine Maschine, auch wenn er ständig ein Gesicht macht als würde er weinen, naja, man kann nicht alles haben.

Bunt gemischt werden alte Evergreens mit neuem und neuestem Material vermischt und die Wiener MeHes wollen einfach nicht müde werden. Matt hört gar nicht mehr auf die Fans zu loben und ist schlichtweg begeistert. Generell passt sehr viel an dem Heutigen Gig: Die Band ist gut drauf, spielt nur wenige Fehler, die Crowd geht bei jedem Song steil und ist textsicher und die Setlist glänzt von durch und durch guten Songs aus jeder Schaffensphase. Lediglich die Hits „A Gunshot To The Head Of Trepidation“ und „Pull Harder On The Strings Of Your Martyr“ werden zu schnell gespielt, zumal die Songs auf Platte deutlich eher im Midtempo angesiedelt sind und somit viel an Power einzubüßen haben. Mit „Kirisute Gomen“ und „Throes Of Perdition“ vom Vorgängeralbum „Shogun“ entlassen die Amis eine durch und durch verschwitzte aber glückliche Crowd. Hier und da hört man einen altbackenen Fan nörgeln: „Ja, aber viel zu viel Neues und fast nix von der Ascendency“ – dem sei gesagt: Nehmt euch die Zeit und hört euch auch die neueren Platten an, sie zünden zwar nicht so schnell wie „Ascendency“ sind aber Gold wert – ja, das sind sie.




Die Songs von TRIVIUM:

Capsizing The Sea
In Waves
Drowned And Torn Asunder
A Gunshot To The Head Of Trepidation
Dusk Dismantled
The Deceived
Built To Fall
Ignition
Detonation
Down From The Sky
Departure
Like Light To The Flies
Black
Caustic Are The Ties That Bind
Pull Harder On The Strings Of Your Martyr
Kirisute Gomen
Throes Of Perdition

In dem Sinne darf sich nach so einer Show auf den nächsten Österreich Gig am Novarock 2012 gefreut werden!



FOTOS + E-CARDS
www.trivium.org

Doano
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Beitrag vom 10.01.2012
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