ENEERA   REAP    ALMOST FAILED   ATHIRIA  
21.01.2012 @ Kikas

Mit großer Vorfreude auf ILLDISPOSED machten wir uns auf den Weg gen Norden Oberösterreichs. Das Art Of Noise lockte mit den dänischen Deathern und einigen weiteren Bands aus unserer Heimat in das Kikas in Aigen. Bei unserer Ankunft aber gleich die Enttäuschung. ILLDISPOSED sagten den Gig ab und als Ersatz wurde eine Band namens ATHIRIA angegeben. Nie gehört. Anstatt eine weltbekannte Death Metal Band zu sehen, sollte es also ein Underground Fest made in Austria werden. Ist ja auch was.

Dank künstlerischer Freiheit, die ja im Veranstaltungsnamen steckt, wurde statt des Headliners also ein neuer Opener engagiert und dafür gab’s ein paar Kröten für das Ticket zurück. ATHIRIA aus Eferding enterten also als erstes und ca. 30 Minuten nach dem eigentlichen Konzertbeginn die Bretter. Das Kikas selbst ist eine nette Location mit großer Bühne und genügend Platz für ein paar Hundert Zuschauer, die im hinteren Bereich dank einer erhöhten Ebene besser sehen können. Nur, warum der Fotograben ca. einen halben Meter im Boden eingesunken ist und man auf die Absperrgitter verzichtete, ist mir schleierhaft. Sicherheitstechnisch gesehen eine Katastrophe, aber im Mühlviertel ist das wohl etwas anders.

Ab zur Musik. ATHIRIA gibt es erst seit ca. einem halben Jahr. Die fünf Jungs wirken auf den ersten Blick wild zusammengewürfelt und optisch konnte man erst gar nicht einschätzen, was einen denn erwartet. Schlussendlich servierten sie uns dann aber technischen Death Metal mit ein paar Melodien, viel Groove und wenig Struktur. Leider mochten nämlich viele Parts irgendwie nicht so ganz zusammenpassen. Die einzelnen Teile, wenn die Band denn zwischendurch wirklich als Einheit agierte, gefielen dann aber ganz gut und lassen Potential vermuten. Mit etwas mehr Zeit könnte da noch einiges Nettes kommen, so rissen sie mich aber noch nicht vom Hocker. Dafür stimmte aber die Stimmung, denn für einen Opener, war dann schon genügend los.





Kurz darauf durften sich die Metalcore-Linzer ALMOST FAILED auf die Bühne wagen. Man sagt ja, der Metalcore sei tot, doch in letzter Zeit gibt es da eine neue Welle, die mühsam versucht das Genre irgendwie am Leben zu erhalten. ALMOST FAILED geben nichts auf Kompromisse oder Trends und knallen ihren rohen Metalcore ohne Rücksicht auf Verluste, irgendwelchen Melodien oder gar hängen bleibenden Songs, aus den Boxen. Aggressiv, brutal und heftig tönte der Sound von ALMOST FAILED, doch hat man das eigentlich vor einigen Jahren schon von Truppen wie NEAERA oder CALIBAN gehört, nur eben besser. Die Szene hat sich weiterentwickelt, aber das hörte man an diesem Abend kaum. Auch wenn die junge Truppe eine Menge Energie versprühte, so war mir das Ganze dann einfach zu stupide und monoton gespielt.





Es folgten die Oberösterreicher REAP, die in Linz und Umgebung hinreichend bekannt sein sollten. Egal ob am Overdose oder als Supporter von großen Bands, Posthof und Co. haben die Truppe schon oft und gerne als Gast gehabt. Die Truppe hat sich in den letzten Jahren immer weiter nach oben gespielt und man spürte sofort, dass im Gegensatz zu den vorangegangenen Bands eine größere Professionalität und Eingespieltheit untereinander. Souverän spielten sie ihr Set, bestehend aus groovenden Metal Songs mit Tribal-Thrash Anleihen und großem Headbangfaktor. Dementsprechend war auch der Anklang beim Publikum am besten und rundherum wurde fleißig gebangt und auch ein bisschen gemoscht. Fronter Phil sorgte zwischendurch für ein paar Lacher und suchte etwas die Kommunikation mit dem Publikum, was eine recht persönliche Atmosphäre hervorrief. Alleine der Satz zum Einstieg: „Scheiße, wir hom unser Intro vergessen“, lockerte schon die Stimmung auf.





Als gezwungener Headliner durften zum Schluss die Wiener von ENEERA ran. Auch diese Truppe groovt ohne Ende, streut aber hier und da ein paar Melodien mehr ein. Meist im MidTempo angesiedelt, groovten sich die Jungs irgendwo zwischen SPEULTURA, MACHINE HEAD und FEAR FACTORY durch ihr zirka einstündiges Set. Sowohl an den Instrumenten als auch auf gesanglicher Ebene gab man sich viel Mühe und neben gebrüllten Shouts bot Fronter Pu auch einige cleane Parts an, um für Auflockerung zu sorgen. Auch wenn die Truppe sich redlich Mühe gab, so erreichte man die Energie und Intensität von REAP nicht ganz und konnte so nur knapp dem Headliner-Status gerecht werden. Spaß machte es aber allemal.





Mit gemischten Gefühlen traten wir den Heimweg an. Dafür, dass ILLDISPOSED anscheinend krankheitsbedingt absagen mussten, kann natürlich keiner was, aber eine vorangeganene Information dazu wäre doch nett gewesen, da man bereits am frühen Nachmittag von der Absage wusste, wäre es ein leichtes gewesen über die Homepage und diversen Social Media die Änderung im LineUp zu propagieren. Auf der positiven Seite haben aber natürlich vier amibtionierte Underground Bands, die sich viel Mühe gaben, um den Abend noch zu retten. So gesehen, war das Art Of Noise 2012 eine richtig runde und vor allem unterhaltsame Sache.


maxomer
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Beitrag vom 05.02.2012
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