METAL OVERDOSE #38: BLACKBOMB A   U.G.F.    DARIUS MONDOP   REPLICA    RED MACHETE   PROVOKE TO PROCEED  
03.02.2012 @ Posthof

Beim letzten Metal Overdose musste man noch ins Ann & Pat ausweichen, da im Posthof umstrukturiert wird und man für diese Veranstaltung wohl nicht mehr Platz gefunden hat. Aber schön zu sehen, dass man für die neueste Ausgabe wieder nach Hause kommen durfte. Gemeinsam mit dem Punkorama, das #27 zählte, wurde das Metal Overdose #38 wieder im Linzer Posthof abgehalten. Das hieß in diesem Fall ein Ticket, zwei Bühnen, neun Bands und eine Menge Spaß!

Wie gewohnt servierte man eine gelungene Auswahl an lokalen Helden wie REPLICA, DARIUS MONDOP oder U.G.F., als Headliner hollte man sich ausnahmsweise wieder Verstärkung aus dem Ausland. Die französischen Stimmungskanonen von BLACKBOMB A sorgten bereits im Frühjahr 2010 für einen unvergesslichen Abend und waren somit wieder willkommene Gäste in Linz. Auch das Punkorama überraschte neben den Linzern RED MACHETE und THIRTEEN DAYS mit zwei Gästen aus den USA, nämlich CONSTANTS und SIGHTS AND SOUNDS.

Um 19:30 durften die Linzer Jungspunde von PROVOKE TO PROCEED ran. Die Truppe lieferte eine moderne Art des Death Metal, die aber noch sehr in den Kinderschuhen steckt. Die Strukturen wirkten noch etwas konfus und ich hatte hier und da das Gefühl, dass die Band nicht wirklich aufeinander eingestimmt ist. Aber Potential war auf jeden Fall zu hören, nur am Gesang sollte noch stark gearbeitet werden. Die Screams und Shouts klangen zwar annehmbar, doch der cleane Gesang tat dank gewisser Schieflagen dann doch den Ohren weh. Stimmungstechnisch können PROVOKE TO PROCEED aber einen Opener gerecht werden und sollten auch in Zukunft noch etwas von sich hören lassen.





Da sich bei uns die Begeisterung in Grenzen hielt, statteten wir dem Punkorama einen kurzen Besuch ab – kostet ja nix, wie gehabt sind natürlich beide Veranstaltungen im Ticketpreis inbegriffen. Dort tobten sich in diesem Moment das junge Trio von RED MACHETE aus. Schon oft habe ich von den drei Jungs gehört, doch leider durfte ich mich noch nicht von den Live-Qualitäten überzeugen. Die hatten es aber in sich. Die Stimmung im kleinsten Saal des Posthof, der gut gefüllt war und somit auch Temperaturen-technisch dem mittleren Konzertraum etwas voraus hatte, war großartig. Ganz im Stile der großen Rocker wie AC/DC und Co. rockten sie sich munter durch ihr Set und zeigten ein echtes Gespür für puren Rock, der guten alten Schule.





Zurück am Overdose gaben bereits die oberösterreichische Metalcore-Institution REPLICA bei fettestem Sound Vollgas auf der Bühne. Die Halle füllte sich immer mehr und die ersten Moshpits und sogar eine winzige Wall Of Death bildeten sich kurzerhand. Klar, der Sound von REPLICA bietet keine großen Überraschungen und reduziert sich großteils auf die Kernelemente des Metal- bzw. Deathcores, doch was die Jungs live bieten, braucht sich vor so manch Genregröße nicht mehr verstecken. In den letzten Jahren haben sich die Marchtrenker echt kontinuierlich verbessert und nach oben gearbeitet. Neben den Songs des aktuellen Albums „Choose Between The Devil And The Deep Blue Sea” präsentierte man auch noch einen neuen Track, der nicht minder wuchtig aus den Boxen donnerte.





Nach einer kurzen Pause wurde es Zeit für ein weiteres Heimspiel für die Stoner Metaller von DARIUS MONDOP. Alleine schon an der Besucherzahl erkannte man, dass die Jungs dank regelmäßiger Auftritte, die immer eine ganz besondere Atmosphäre erzeugen, ihre Fangemeinde immer weiter erweiterten. Das Ganze nicht umsonst, denn in diesem Genre haben sie in unseren Landen nicht viel Konkurrenz und sie machen ihre Sache ausgesprochen gut. Auf drei Demos verteilt haben sie auch schon eine nette Song-Ansammlung, die man immer wieder gerne hört. „Ezmeralda“, „Psychos“ oder der Bandhit „Holy Moly“ bereiteten auch an diesem Abend wieder viel Freude. Und im Gegensatz zu den meisten Genrekollegen, geben DARIUS MONDOP auch gerne mal richtig Gas, was für viel Bewegung im Saal sorgte. Zuschauernähe und recht persönliche Ansagen sind beim Overdose sowieso Ehrensache und so war auch die Interaktion mit dem Publikum von sich aus gegeben.





Von der UNDERGROUND GROOVE FRONT, oder kurz U.G.F., habe ich schon so einiges gehört, jedoch nur Mundpropaganda und nichts musikalisches, was sich nun endlich ändern sollte. Die deutsch-österreichische Zusammenarbeit mit Fronter Armin (u.a. GODHATECODE) machte von der erste Minute an klar, dass keine Gefangenen gemacht werden. Hardcore, Thrash Metal und eine dicke Prise Groove heizten den Zuschauern über das ganze Set lang ein, wobei man dank der Brachialität etwas an Abwechslung vermissen ließ. Die verschwitzten Körper in den wilden Moshpits ließen sich davon aber nicht stören und gaben alles. Auch U.G.F. hatten bereits neue Songs im Angebot, die gerade im Studio eingespielt werden. Die Band ist live eine absolute Wucht, jedoch hoffe ich, dass man in Zukunft etwas mehr Abwechslung einbringen kann.





Wie bereits erwähnt hinterließ der Headliner beim letzten Auftritt in Linz bereits einen bleibenden Eindruck, was vor allem an der energischen Show von BLACKBOMB A lag. Respekt gezollt sollte der Band schon alleine aus dem Grund werden, dass sie extra für diese Show die 15-Stündige Busreise aus Paris angetreten sind. Wie erwartet legten die fünf Herren fulminant los. Hardcore meets Crossover mit fettem Bangfaktor regierte hier. Neben Sänger Poun, der wieder durch viel Bewegung auffiel, stand aber ein neuer Mann am zweiten Micro, der anstatt wie sein Vorgänger Djag für tiefe Vocals verantwortlich war, auch eher auf hohe Shouts setzte. Leider nahm das etwas Dynamik im gesanglichen Zusammenspiel aus der Performance von BLACKBOMB A, was sie aber mit musikalischer Abwechslung, viel Esprit und fettem Sound wieder wettmachten. Zwischendurch jumpte Poun immer mal wieder runter ins Publikum, um mit den Fans abzugehen und scherzte bei den Ansagen munter mit seinen Kollegen. Ansagen wurden auf Französisch, großteils Englisch und sogar Deutsch und Spanisch (warum auch immer) geboten. Auf jeden Fall sind die Franzosen immer für einen Lacher gut. So suchte die Truppe nach Arni im Publikum, holte Headbanger auf die Bühne und trank mit den Fans das eine oder andere Bier.





Offiziell gibt es ja keine sympathischen Franzosen, aber wer BLACKBOMB A live gesehen hat, könnte seine Meinung zu dem Volk schnell ändern. Musikalisch passte auch alles, denn diesen abgefahrenen Sound aus Old-School Hardcore und einer Menge moderner Elemente macht ihnen so schnell keiner nach.





Egal ob Bands, Stimmung, Sound oder die große Besucherzahl an diesem Abend, es sollte mittlerweile jedem klar sein, dass das Metal Overdose einfach in den Posthof gehört und daran gibt es nichts zu rütteln. Auch wenn die Refuge Edition im Ann & Pat gelungen war, so kann diese einmalige Atmosphäre nur dort erneut entstehen, wo sie auch geboren wurde.


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maxomer
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Beitrag vom 09.02.2012
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