PRIMAL FEAR   BRAINSTORM   PALACE   DRAGONY  
03.04.2012 @ Szene

Österreich und Power Metal vertragen sich ja leider nur sehr bedingt und so sind die Konzert-Highlights dieses Genres eher rar gesät, doch hier und da finden so manch Helden doch nach Österreich. Mit den mittlerweile schon zum Veteranenstatus aufgestiegenen Big-Playern PRIMAL FEAR und deren Landskollegen und auch schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr, BRAINSTORM schaffte es auch im Jahr 2012 doch ein richtig geiles Package nach Wien. Als Veranstalter und Opener fungierten die einheimischen Jungs von DRAGONY und um das LineUp abzurunden durften auch die teutonischen Heavy Metaller PALACE mitmischen.

Bereits um 19:30 präsentierten DRAGONY ihr Material auf der Bühne vor einem noch sehr überschaubaren Publikum, jedoch spielten sie ihr Set souverän wie immer herunter und dank des kürzlich erschienen Debüt „Legends“ wirken ihre Songs natürlich nun viel vertrauter und so konnte der eine oder andere Fan auch schon Brav zu Tracks wie der überlangen Hymne „The Longest Night“ oder „Alcador“ brav mitsingen. Stimmung, Sound und Auftritt waren gut und mit der Ansage der beiden Headliner schaffte Fronter Sigi auch mühelos die Zuschauer zum ausgelassenen Brüllen anzustacheln. Nach einer knappen halben Stunde wurde dann die Bühne aber bereits für die drei deutschen Genrevertreter frei gemacht.





Setlist DRAGONY:

Burning Skies
The Longest Night
The Ride
Alcador

Kurz darauf erstürmten PALACE die Bühne, die mit „Divine Intervention“ vor ein paar Jahren bereits zeigten, dass der typische deutsche Heavy Metal nicht tot zu bekommen ist. Aktuell stellte das Quartett aber bereits den Nachfolger „Dreamevilizer“ vor. Abgesehen von ein paar kleineren technischen Gebrechen machten PALACE eine hervorragende Arbeit auf der Bühne und sorgten für eine angenehme Stimmung. Irgendwo zwischen den bei ihnen beheimateten Urgesteinen RUNNING WILD, GRAVE DIGGER und ACCEPT, spielten die Männer ihren abwechslungsreichen Heavy Metal, jedoch wollte nicht jeder Song so wirklich zünden, dafür ragten Kracher wie „The Healer“ oder das neue Stück „Between Heaven & Hell“ umso mehr heraus. Mittlerweile füllte sich die Halle der Wiener Szene schon ganz gut und die Vorarbeit für die beiden Hauptacts war mehr als solide erledigt.





Setlist PALACE:

Between Heaven And Hell
Dreamevilizer
Dark Prophecies
The Healer
High Speed World
Women In Leather
Machine Evolution


Der letzte Besuch von BRAINSTORM liegt schon etwas zurück, doch erinnert man sich noch gut an die Headlinershow in der Szene, die nicht nur die Fans total begeisterte, sondern auch die Band überwältigte und sprachlos machte. Leider konnte man diese Energie aber an diesem Dienstagabend nicht nochmal hinbekommen. Zwar gab die Band wieder mehr als 100% und die Fans feierten brav mit, doch so ganz große Stimmung wollte im Saal nicht aufkommen. Musikalisch kann man den Jungs aber nichts vorwerfen. Vollprofis wie sie sind servierten sie ihre Hits in bester Manier und begeisterten sowohl mit neuen Krachern wie „Temple Of Stone“ oder „Below The Line“ vom aktuellen Album „On The Spur Of The Moment“, als auch mit den Klassikern „World´s Are Coming Through“ und „Shiva´s Tears“. Den Abschluss machten aber dann natürlich der Überhit „All Those Words“ bei dem die Chöre nur durch den Start eines neuen Songs abgewürgt werden konnte und „Highs Without Lows“, welcher das Set schon viel zu früh beendete. Sowohl Zuschauer als auch Fans hatten sichtlich Freude an dem Auftritt und Fronter Andy B. Frank, gut aufgelegt wie immer, ließ sich zwischendurch auch zu den einen oder anderen Scherzchen bei den Ansagen hinreißen. Ein Auftritt von BRAINSTORM hält einfach was er verspricht. Am Metalfest laden sie auch schon zum nächsten Tanz ein. Nicht verpassen!





Setlist BRAINSTORM:

World´s Are Coming Through
Redemption In Your Eyes
Shiva´s Tears
Temple Of Stone
Fire Walk With Me
Shiver
Below The Line
In These Walls
All Those Words
Highs Without Lows


Ist der letzte Wien Besuch von BRAINSTORM schon lange her, dann fühlt sich das letzte Gastspiel von PRIMAL FEAR schon wie eine Ewigkeit an. Zuletzt begeisterten die Deutschen rund um Mat Sinner und Ralf Scheepers zu „Seven Seals“ Tour gemeinsam mit HELLOWEEN damals noch im Planet Music. Dass PRIMAL FEAR eine saustarke Live-Band ist, sollte hinreichend bekannt sein und mit einem wirklich gelungenen neuen Album namens „Unbreakable“ im Gepäck, konnte an diesem Abend schon überhaupt nichts mehr schief gehen. Mit dem Intro „Unbreakable Pt. 1“ und den zwei neuen Metal Granaten „Strike“ und „Give Em Hell“, die auch beide vom aktuellen Album stammen legten die Herren gleich fett los und zeigten, dass das neue Material ebenso knallt wie die Klassiker und darum sollten auch noch vier weitere neue Songs folgen. Optisch bemerkte man schnell einen Unterschied, denn der Schwede Magnus Karlsson fehlte, da er sich um familiäre Angelegenheiten kümmerte, währen ihn MYSTIC PROPHECY Gitarren-Wunder Constantine vertritt. Komisch bei der Angelegenheit nur, dass seine Hauptband derzeit auch auf Tour ist und dort von einem mir unbekannten Gitarristen vertreten wird. Egal, denn der Junge hat es wirklich drauf und lernte die PRIMAL FEAR Tracks in nur wenigen Tagen mühelos ein und gab sich mit Axel Beyrodt diverse Solo-Duelle zum Niederknien.





Auch PRIMAL FEAR und allem voran Frontmann Ralf Scheepers waren bei bester Laune und heizten den Zuschauern gewaltig ein. Die Klassiker „Nuclear Fire“ und „Black Sun“ knallten mit einer enormen Wucht aus den Boxen und standen sehr gut im Kontrast zu melodischen Highlights wie „Seven Seals“ oder dem Gänsehautsong „Fighting The Darkness“, welcher in verkürzter Form dargeboten wurde. Um weitere Zeit zu sparen packte man „Where Angels Die“, „Deamons And Angels“ und „Angel In Black“ in ein kompaktes Medley, welches durch nahtlose Übergänge bestens funktionierte. Auch Mat, Ralf, Axel, Constantine und Randy profitierten von ihrer jahrelangen Bühnenerfahrung und spielten sich ohne Zwischenfall souverän durch ihr abwechslungsreiches Set. Zwischendurch gab es von Randy Black ein nettes Drum Solo und Ralf richtete immer mal wieder die Worte an die Fans, jedoch ließ man definitiv die Musik für sich sprechen. „Metal Is Forever“ steigerte vor der Zugabe die Stimmung nochmal immens und die neue Single „Bad Guys Wear Black“ wird wohl auch nicht mehr so bald aus dem Set verschwinden. Viel zu schnell war es wieder vorbei und so verabschiedete man sich nach dem letzten Klassiker und gleichzeitig ältesten Song der Bandgeschichte „Chainbreaker“ ausgiebig vom Wiener Publikum.





Setlist PRIMAL FEAR:

Unbreakable Pt. 1
Strike
Give Em Hell
Nuclear Fire
Unbreakable Pt. 2
Seven Seals
Black Sun
Drum Solo
Where Angels Die
Deamons And Angels
Angel In Black
Metal Nation
Fighting The Darkness
Final Embrace
Metal Is Forever
-
Bad Guys Wear Black
Chainbraker


PRIMAL FEAR und BRAINSTORM zeigten einmal mehr ihr Können und bewiesen, dass auch in Österreich bei einem Power Metal Konzert sehr gute Stimmung herrschen kann, auch wenn die Wiener schon mal enthusiastischer wirkten. Anwesende Fans des Genres können auf einen durch und durch gelungenen Abend zurückschauen, während daheimgebliebene wirklich etwas verpasst haben. Hoffentlich bis bald!



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maxomer
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Beitrag vom 06.04.2012
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