ACCEPT   HELL   STEEL ENGRAVED  
13.04.2012 @ Eventhalle

ACCEPT sind vielleicht auf dem Papier in die Jahre gekommen, doch wenn man sich ihre aktuellen Alben „Blood Of The Nations“ und das kürzlich veröffentlichte „Stalingrad“ anhört und zudem ihre Konzerte besucht, merkt man recht schnell, dass da noch so manch Jungspund etwas lernen kann. Was die Männer noch an Energie und Spielfreude zeigen ist unvergleichlich. Nach der genialen Tour und den nicht minder fetten Festivalauftritten im vergangenen Jahr ließen wir uns nicht lange bitte und machten uns auf die Reise in die deutsche Stadt Straubing, die uns dank dem letzten Metal Invasion sehr positiv in Erinnerung geblieben ist.

Bevor die deutsch-amerikanischen Teutonen jedoch für Furore sorgten, eröffneten die Power Metaller STEEL ENGRAVED als lokaler Support und versuchten sehr bemüht schon ab 19:00 die anwesenden Metalfans aufzuwärmen, was kein leichtes Unterfangen war. Zum einen waren noch nicht sehr viele Metalheads anwesend und zum anderen wollte der Funke nur langsam überspringen, denn auch wenn STEEL ENGRAVED passablen Power Metal mit reichlich kraft und Speed lieferten, so musste man mit verwaschenem Sound kämpfen. So gut die Band auch spielte, mir fehlten bei den meisten Songs das gewisse Etwas und die Eigenständigkeit. Alles in allem machten die Lokalmatadoren jedoch einen wirklich guten Eindruck.





Setlist STEEL ENGRAVED:

Desert Uprising
Forlorn Empire
Dead Of Night
Stainless Steel
Prayer For The Dead
Steeler

Als Toursupport holten sich ACCEPT unterstützung von den Labelkollegen HELL rund um Produzentenlegende Andy Sneap, der schon Bands wie ARCH ENEMY, MEGADETH, NEVERMORE und KREATOR bei sich im Studio begrüßte. Bereits 1982 gegründet und fünf Jahre darauf wieder aufgelöst, schafften sie es erst im vergangenen Jahr ihre erste Platte auf den Markt zu bringen. „Human Remains“ beschäftigt sich mit Shakespears Macbeth und bietet sehr viel Stoff für eine interessante Bühnenperformance und die lieferten die fünf Herren auch. Ein schöner Bühnenaufbau mit modifizierten Kirchenfenstern auf Leinwänden und diverse Accessoires machten optisch schon mal was her. Die Band selbst in mittelalterlicher Kleidung und mit weiß bemalten Gesichtern war auch interessant anzusehen, aber am meisten stach Fronter David Bower hervor. Mit silbener Dornenkrone und diversen Kostümwechsel machte er sehr gut auf sich aufmerksam. Im Metalbereich auch recht untypisch: David singt mit Headset um seiner agilen Performance mit ausgeprägter Gestik noch mehr Ausdruck zu verleihen, was leider auf die Soundqualität drückte, denn meistens war er recht schwer zu verstehen. Musikalisch kann man den Männern aber keinen Vorwurf machen, denn sie verstehen ihr Handwerk, taten sich aber mit dem sperrigen Material von „Human Remains“ denkbar schwer um für richtig gute Stimmung zu sorgen. Richtig unterhaltsam war auch das Intro vom Song "Macbeth" bei dem sich David, Bassist Tony Speakman und Gitarrist Kev Bower als die drei Hexen aus dem Werk ein wüstes Kicher-Duell gaben. Interessant und sehenswert sind HELL auf jeden Fall.





Setlist HELL:

Overture
Let Battle Commence
On Earth As It Is In Hell
Plague And Fyre
Blasphemy And The Master
The Quest
The Opperssors
Macbeth
Save Us From Those Who Would Save Us

Nach knapp 45 Minuten und bereits um 20:30 waren die Bretter schon wieder geräumt und bereit für den Headliner des Abends und das war auch gut so, denn die Herren von ACCEPT hatten sich viel vorgenommen. Mit Platteaus, fetter Lichtanlage und einer imposanten Verstärker-Wand war die Bühne schon nett anzusehen, doch der große Jubel stellte sich natürlich erst mit dem Erscheinen der Musiker ein. Wolf, Mark, Peter, Herman und Stefan stürmten auf die Bühne wie 20-Jährige und legten mit den zwei neuen Tracks „Hellfire“ und „Stalingrad“ gleich mit voller Power los. Die Songs integrierten sich nahtlos in das Set voller Klassiker und Hits der Band. Von „Stalingrad“ sollte nur noch das Epos „Shadow Soldiers“ kommen und so hatte man genügend Zeit für „Living For Tonite“, „Son Of A Bitch“ oder das mittlerweile über 30 Jahre alte „Breaker“, die allesam nichts von ihrer Kraft verloren haben und auch heute noch perfekt in das Set der Teutonen-Metaller passen. Die Band war bestens gelaunt und so zog Wolf Hoffmann seine Grimassen, wie man es von ihm kennt und mag, Peter Baltes und Herman Frank wirbelten über die Bühne und Neo-Fronter Mark Tornillo gab sein Bestes die Fans bei Laune zu halten, blieb dabei aber eher einsilbig, was aber nichts machte, denn Songs wie „Aiming High“, „Bucket Full Of Hate“ oder das legendäre „Princess Of The Dawn“ bei dem die Zuschauer ran mussten, brauchten sowieso nicht lange vorgestellt werden.





Zwischendurch lockerte man das Geschehen mit diversen Gitarren-Soli und einem Duell zwischen Wolf und Peter an Gitarre und Bass, etwas auf. Die Stimmung war großartig und dementsprechend heizte sich die gut gefüllte Halle in Straubing wunderbar auf. Da war es auch nicht verwunderlich, dass sich Mark Tornillo nach einiger Zeit mit freiem Oberköper präsentierte, während er seine gewaltige Stimme auf die Zuschauer los ließ. Ganze zwei Stunden hielten ACCEPT mühelos durch und gaben gegen Ende mit „Fast As Shark“, „Teutonic Terror“ und dem genialen Rausschmeißer „Balls To The Wall“ nochmal alles. Die 120 Minuten vergingen im Flug und die Fans hätten gerne noch den einen oder anderen Song gehört, doch beschweren kann man sich wahrlich nicht.





Setlist ACCEPT:

Hellfire
Stalingrad
Restless And Wild
Living For Tonite
Breaker
Son Of A Bitch
Monsterman
Bucket Full Of Hate
Neon Nights
Bulletproof
Losers And Winners
Aiming High
Princess Of The Dawn
Up To The Limit
No Shelter
Pandemic
Fast As A Shark
-
Metal Heart
Teutonic Terror
Balls To The Wall


ACCEPT wissen auch nach so langer Zeit noch, was die Fans brauchen und haben so manch junger Truppe in Sachen Performance und Power immer noch einige Voraus. ACCEPT muss man einfach erlebt haben!


FOTOS + E-CARDS
www.acceptworldwide.com

maxomer
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Beitrag vom 17.04.2012
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