DIE APOKALYPTISCHEN REITER   KONTRUST    MALRUN  
08.05.2012 @ Posthof

In letzter Zeit wurde es etwas still im Posthof, besonders wenn es darum ging sich mal wieder richtig wild die Seele aus dem Leib zu bangen. Umso erfreulicher, dass DIE APOKALYPTISCHEN REITER unsere Landeshauptstadt beehrten, um wie JUDAS PRIEST am Samstag zuvor zu zeigen, dass Linz doch rockt.

Als Vorband durften MALRUN aus Dänemark und die heimischen Künstler von KONTRUST zeigen was sie so drauf haben. Als erstes sollten die Wikinger die Zuseher anheizen, was erst bei den letzten beiden Songs gelingen sollte. Mit ihrem Modern Metal á la MERCENARY wussten die Besucher des Posthofes anscheinend nicht recht viel anzufangen. Stimmlich hinterließ Sänger Jacob Lobner einen guten Eindruck. Sowohl der cleare Gesang als auch die Screams passten und die unermüdlichen Versuche aus den Fans doch ein bisschen Stimmung zu kitzeln sorgten für Sympathiepunkte. Erwähnenswert wäre der Einsatz eines Megaphons, durch das Jacob sang und so einen coolen Sound rausholte. Solider Auftritt der Newcomer der zwar nicht weltbewegend war, aber trotzdem schon für gute Stimmung sorgte.





Danach enterten die mir bisher unbekannten KONTRUST aus Österreich schwungvoll die Bühne. Zwar war der erste Eindruck dank der hübschen Sängerin Agata Jarosz überaus positiv, doch nach drei Songs war mir klar warum ich diese Band bisher nicht kannte. Ihr Crossover Stil und die teilweise an RUSSKAJA erinnerten Songs wie „Rasputin“ mögen vielleicht auf das FM4 Frequency Festival passen wo man schon auftreten durfte, aber meiner Meinung nach hätte man sich diese Formation an diesem Abend sparen können. An Hand der Besucher, die den warmen Abend vor dem Posthof genoßen, konnte man erkennen, dass nicht alle mit der Band etwas anfangen konnten. Auch meine Wenigkeit hielt nicht den vollen Auftritt durch. Von den Texten erinnerte mich KONTRUST an OOMPH!, die dann doch eher für sagen wir mal einfachere Lyriks bekannt sind.






Doch um kurz vor halb elf wurde es das erste Mal richtig laut an diesem Abend, als die Reiter nach dem gesprochenen Intro von Charlie Chaplin aus Der Große Diktator endlich die Bühne betraten. Wer Hits wie „Iron Fist“, „Es Wird Schlimmer“, „Riders On The Storm“ oder das geniale „Wir Reiten“ vom letzten Werk am Start hat, dem frisst die Menge sowieso aus den Händen. Frontmann Daniel „Fuchs“ Täumel sang gewohnt stark und scherzte zwischendurch mit dem Publikum. So wurden verschiedene Kostüme wie ein langer Ledermantel mit passender Brille angezogen oder die riesige Flagge bei „Revolution" geschwenkt. Auch eine Konfettikanone durfte nicht fehlen. Und selbst wenn der Bursche ohne Shirt auf der Bühne steht wirkt er dank der Behaarung wie ein verkleideter Bär.
Bassist Volkmar „Volk-Man“ Weber und Georg „Sir G.“ Lenhardt an der Gitarre posten was das Zeug hielt und konnten ihr dauergrinsen das ganze Konzert hindurch nicht ablegen. Ob da verbotene Spaßmacher im Spiel waren? Wer weiß. Musikalisch hatte es auf jeden Fall keinen Einfluss. Das schöne "Seemann" würde ich auch diesmal zu den am lautesten mitgesungen Songs zählen.





Mark Szakul, besser bekannt als Dr. Pest ist sowieso ein eigenes Kapitel und so war es nicht verwunderlich, dass sich der ein oder andere nicht von der knapp bemessenen Lederkleidung und der Maske losreißen konnte. Immer wieder ein Schmunzeln wert, wenn der Bursche in musikalischen Pausen seine eigens angebrachte Schaukel benutzt.

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER:

Charlie'S Speech
... Vom Ende Der Welt
Wahnsinn
Riders On The Storm
Es Wird schlimmer
Revolution
Der Adler
Wir Reiten
Die Boten
Vier Reiter Stehen Bereit
The Fire
Nach der Ebbe
Iron Fist
Seemann
Reitermania
-
Das Paradies
Elfriede
Roll my Heart
-
Die Sonne Scheint


Bei „Die Sonne Scheint“ wurde der erste und letzte große Mosh und kurz darauf sogar eine Wall Of Death gestartet bei der sich fast alle anwesenden beteiligten. Stimmung sozusagen, großartig. Und so ging nach nicht mal 70 Minuten der Konzertabend auch schon wieder zu Ende. Somit mein einziger Kritikpunkt, dass man doch erwarten konnte, wenigstens 90 Minuten mit den APOKALYPTISCHEN REITERN rocken zu dürfen. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass der über 60 jährige Rob Halford nur drei Tage zuvor über zwei Stunden seinem Organ das äußerste abverlangte. Nichts desto trotz ein tolles Konzert, das man aufgrund der raren Besuche von Metal Bands umso mehr auskostete.


FOTOS + E-CARDS
www.reitermania.de

AndyVanHalen
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Beitrag vom 14.05.2012
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