METALFEST 2012 - TAG1: KYUSS LIVES!   ELUVEITIE   POWERWOLF   GRAND MAGUS   VADER   HUNTRESS   SEPTICFLESH   ECLIPTICA    DRAGONY  
31.05.2012 @ Schloss Mamling

Für das diesjährige Metalfest in Österreich kündigte der Veranstalter wunderschönes Festival-Wetter an, weshalb sich nicht wenige kurzerhand entschieden schon ein oder zwei Tage vorher anzureisen um die Festival-Stimmung richtig umfangreich genießen zu können. Doch bereits am Mittwochabend kündigten sich erste schwere Gewitter an, die das Gelände in ein wahres Schlammfeld verwandelten, was manchen die Vorfreude auf das fette LineUp mit Kaliber wie KREATOR, BEHEMOTH, MEGADETH oder W.A.S.P. schon etwas trübte. Andere hingegen genossen das Unwetter und nutzten den Matsch für so manch spaßige Einlagen, sportliche Wettkämpfe und diverse Schlammpackungen. Gummistiefel, Hochwasserhosen und Regenschutz waren an diesem Wochenende sowieso überlebenswichtig, denn auch am Donnerstag, dem ersten richtigen Festival-Tag ging so manch Schauer nieder.

Die Ankunft war eigentlich recht unkompliziert. Ein paar mehr Schilder, bzw. etwas besser platzierte, wären vielleicht hilfreich gewesen, doch sobald man Mining bzw. Mamling erreicht hatte, fand man bereits genügend Metalheads vor, die einem den Weg zeigen konnten. Der Weg vom Zeltplatz hin zur Bühne war auch leicht zu finden, doch wer dort mit sauberen Schuhen und Hosen ankommen wollte, der musste schon fliegen lernen. Matsch soweit das Auge reichte und die Holzschnitzel, die der Veranstalter verstreute reichten bei den Bedingungen bei weitem nicht aus.

Pünktlich um 11:00 eröffneten die jungen Thrasher MORTAL INFINITY das Metalfest Austria auf der Mainstage vor einigen Zuschauern, die sich schon vor der Bühne einfanden. Und kaum starteten die Jungs ihr Set, kam auch schon die Sonne zum Vorschein und wärmte so manch durchnässten Fan wieder auf. Wem das nicht reichte, der bewegte sich brav zur Musik der Band, die für einen Opener ganz guten Sound spendiert bekamen. Nach 30 Minuten war dann aber auch schon wieder Schluss.





Kurzerhand erkundeten wir das Gelände, das natürlich reichlich mit allerlei leckeren Fressalien- und Bierständen ausgerüstet war und auch ein fetter Metalmarket wollte entdeckt werden. Wer sich also den Bauch vollschlagen, einen Trinken oder CDs, Bandmerch und sonstige Kleidungsstücke erstehen wollte, der hatte am Metalfest genügend Auswahl und Möglichkeiten. 3 Euro für ein Bier wirkten auf den ersten Blick eigentlich auch recht erfreulich, blöderweise wurde hier etwas gemogelt und die ausgeschenkte Menge kurzerhand auf 0,4 Liter reduziert, eine kaschierte Preiserhöhung so zu sagen. Man muss aber gutheißen, dass der Bierpreis zumindest im Vergleich zum Vorjahr nicht erhöht wurde. Bierinflation ist ja wohl auch die schlimmste Form der Inflation.

Kurze Zeit später standen Jill Janus und ihre Okkult-Metal Truppe HUNTRESS auf der Bühne um richtig Stoff zu geben. Ob zu dieser Zeit schon so viele Leute wegen der Musik oder ob der Neugier auf die Fronterin mit ihren zwei (selbstgemachten) großen Argumente vor der Stage standen, sei natürlich dahingestellt. Der Sound hätte zugegebenermaßen etwas sauberer sein können, doch das hielt die US-Amerikaner nicht auf und so servierte die Truppe ihr starkes Material vom Debüt „Spell Eater“, „The Tower“ oder die eingängige Single „Eight Of Swords“ bei dem Jill stimmlich nochmal gewaltig eines drauf legte, sorgten für begeisterte Zuschauer, die mittlerweile immer zahlreicher wurden. Matsch und Dreck störte zu diesem Zeitpunkt wohl keinen wirklich.





Setlist HUNTRESS:

Senecide
Sleep and Death
The Tower
Spell Eater
Night Rape
Eight Of Swords


Alternativprogramm wurde ab Mittag dann auf der Second Stage geboten. Zwar eine coole Idee, die kleine Bühne in ein Zirkuszelt zu stellen, denn da drin war es schön trocken, doch die Temparaturen waren zu DRAGONY um 12:45 schon fast unerträglich und das obwohl es draußen eigentlich angenehm kühl war. Die Band hatte zudem das Handicap, dass Sänger Sigi stimmlich angeschlagen war, was man aber mit der Hinzunahme von SIREN´S CRY Fronterin Kati ordentlich ausbügelte. Die Dame machte ihre Arbeit sehr gut, wurde aber von Sigi und den Zuschauern, die großteils schon recht textsicher bei Songs wie „Alcador“ oder „The Longest Night“ zu sein schienen, unterstützt.





Bei zwei Stages gibt es natürlich auch immer wieder Überschneidungen und so mussten sich im Anschluss die Leute zwischen den Wiener Power Rockern ECLIPTICA oder dem Polnischen Death Metal Geschwader VADER entscheiden. Dadurch, dass die Genres hier nicht viel weiter auseinander liegen konnten, war die Entscheidung wohl nicht sonderlich schwer, außerdem waren die Wege zwischen den Stages leicht überbrückbar und so kam ich in den Genuss von beiden Kapellen. Während ECLIPTICA mit zwei Sängern ihren rockigen Metal mit viel Melodie und Eingängigkeit im Zirkuszelt losließen, machten VADER auf der Hauptstage vor einer beachtlichen Zuschauermenge überhaupt keine Gefangenen.





Brutal und heftig wie eh und je servierten Piotr und seine Männer, dessen Namen ich mir gar nicht mehr merke, da sie ja sowieso nicht lange in der Band verweilen, ihr Set bestehend aus Granaten wie „Return To The Morbid Reich“, „Come And See My Sacrifice“ vom aktuellen Werk oder Klassikern der Marke „Sothis“ und „Wings“. Schlussendlich kann man sagen, egal für welche Band man sich entschieden hat, einen Fehler hatte man auf jeden Fall nicht gemacht.





Setlist VADER:

Come and See My Sacrifice
Devilizer
Cold Demons
Wings
Decapitated Saints
Helleluyah!!! (God Is Dead)
This Is The War

Richtig gespannt war ich im Anschluss auf die Normänner von GRAND MAGUS, die mit ihrem neuen Album „The Hunt“ trotz einiger Änderungen im Sound und einer weiteren im LineUp groß abräumen konnten. Gerade für Neuzugang Ludwig Witt (SPIRITUAL BEGGARS) war dieser Auftritt ein großer Moment, sollte er auf dem Metalfest seinen Einstand geben. Und diesen meisterte er mit Bravour. Fronter JB gut gelaunt und mit neuer Haarpracht und Rauschebart spielte sich mit Kollege und Bandbassist Fox schnell in die Herzen der Fans und lieferte mit Hits wie „I, The Jury“, „Hammer Of The North“ oder „Iron Will“ und den neuen Songs „The Hunt“ sowie „Valhalla Rising“ eine mehr als solide Show bei gutem Sound und strahlendem Sonnenschein. Die Doom-Rockenden Schweden dürfen jederzeit wieder bei uns reinschauen, wie man an den euphorischen Reaktionen der Fans erkennen konnte.





Setlist GRAND MAGUS:

Kingslayer
Like The Oar Strikes The Water
I, The Jury
Valhalla Rising
Hammer Of The north
Iron Will

Man muss dem Veranstalter trotz einiger Schnitzer in der Organisation schon zugutehalten, dass man wenigstens in Sachen Abwechslung sich reichlich Mühe gegeben hat. So gab es nach der Deathwalze VADER und dem Doom-Rock Hammer GRAND MAGUS auch mal etwas für die Power Metal Fans. Die Herren von POWERWOLF sind ja bekannt für großartige Live-Stimmung die so bemühten sich die deutschen Wölfe und ihr rumänischer Fronter wieder sehr um den Fans eine richtige Party zu servieren. Leider änderte man aber an der Show nicht wirklich etwas im Gegensatz zum Vorjahr und so kam so manch Besucher, der POWERWOLF im vergangenen Jahr schon zu Gesicht bekam nicht ganz auf seine Kosten. Ausgeglichen wurde das Ganze aber mit dem Charme des Fronters Attila Dorn und der enormen Spielfreude der Gebrüder Greywolf. „Panic In The Pentagram“, das den Männern gewidmete „Reusrrection By Errection“ für das sich Atila mit einem enormen aufblasbaren Penis ausrüstete und „We Drink Your Blood“ machten auf jeden Fall auch dieses Mal wieder viel Spaß. Kontrastprogramm servierten im Zelt erst die Kärtner von COUNTERWEIGHT und dann die Jungs von ENDIRYAH, die mit ihrem typischen Metalcore extrem Gas gaben und die Zuschauer mächtig ins Schwitzen brachten.





Setlist POWERWOLF:

Sanctified With Dynamite
Prayer in the Dark
We Drink Your Blood
Raise Your Fist, Evangelist
Werewolves of Armenia
Resurrection by Erection
All We Need Is Blood
Saturday Satan
Lupus Dei

Mit ELUVEITIE wurden dann wieder etwas für die Stimmnung der Pagan-Fraktion getan. Obwohl deutlich später zu Spielen begonnen wurde, als im schmucken Programmheftchen angegeben (dafür wurde auch ein paar Minuten früher aufgehört zu spielen, scheinbar um das Ganze auszugleichen...oder so...),zogen die Helveten gewohnt souverän und ohne Schnitzer man durch Set und brachten so manches Tanzbein zum Schwingen. Die Playlist bestand fast ausschließlich aus Tracks aktuellen Scheibe (wie schon bei ihrem letzten Gastspiel in Österreich), und auch sonst bot die Show wenig Neues. Nichtsdestotrotz kamen eingefleischte ELUVEITIE Fans sicherlich auf ihre kosten, liefert die Band schließlich genau das, was von ihnen erwartet wird. Aber eben auch nicht mehr.





Setlist ELUVEITIE:

Helvetios
Luxtos
Neverland
Meet the Enemy
Uis Elveti
A Rose for Epona
Inis Mona
Alesia
Thousandfold
Kingdom Come Undone
Havoc

Nachdem ELUVEITIE ihren gefühlten hundertsten Auftritt in Österreich absolvierten und mit enormem Applaus von der Bühne verabschiedet wurden, kehrte eine Legende auf die Bildfläche zurück. Die Stoner-Rocker KYUSS sind ja schon seit einiger Zeit wieder unter dem Banner KYUSS LIVES! unterwegs und legten auch auf dem Metalfest einen souveränen Auftritt mit staubtrockenem Sound hin. Apropos Sound. Der Bass hätte nicht fetter klingen können, doch leider verpasste man Sänger John Garcia viel zu viele Höhen, was den Gesamteindruck eine Spur schmälerte. Auch wenn mich die Jungs aus dem sonnigen Kalifornien nicht vom Hocker reißen konnten, so musste man schon zugeben, dass die Band richtig was drauf hat und weiß, wie man echten Stoner-Rock spielt. Dem Legenden-Status hat man sich jedenfalls redlich verdient.





Setlist KYUSS:

Hurricane
One Inch Man
Gardenia
Asteroid
Supa Scoopa and Mighty Scoop
Thumb
Green Machine
Freedom Run
Whitewater
El Rodeo
100°

Auf dem Rückweg zum Zeltplatz um eine kurze Pause vor dem Doppelschlag BEHEMOTH / KREATOR einzulegen, fiel uns schnell auf, das da wohl ein Wetterchen aufzieht. Selbiges entwickelte sich aber binnen Sekunden zu einem Sturm, wie ich ihn noch nie erleben durfte und schon gar nicht auf einem Festival. Pavillons flogen wie Papier durch die Luft, Zelte drehten sich um, Absperrungen fielen um und zu allem Überfluss schossen Hagelkörner mit einem Zentimeter Durchmesser auf die Metalheads herunter. Vom Regenguss und der Windstärke brauche ich gar nicht erst reden. Nach einigen Minuten war der Spuk aber zum Glück vorbei und die die Menschen krochen aus ihren Verstecken und eine Welle an Freudengeschrei zog mit den Ausläufern des Sturmes über den Campingplatz. Irgendwo erschallte ein „...Odin, war das wirklich alles?!“ und Schadensbegutachtungen stellten sich ein. Abgesehen von zerstörtem Camping-Equipment, bis auf die Unterhose durchnässte Besucher und kleine Seen die bis zu 20 cm Tief waren, dürfte sich der Schaden aber zum Glück in Grenzen gehalten haben.

Leider gab es dann doch Opfer. Nach langem hin und her und endlosem Gewusel auf der Mainstage wurden die Auftritte von BEHEMOTH und KREATOR von den Behörden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Extrem schade und für die Fans natürlich eine große Enttäuschung, doch Sicherheit ging in diesem Falle vor. Dafür konnten sich die Fans über die Auftritte von SEPTICFLESH und SWALLOW THE SUN im Zelt freuen, das dem Sturm dann doch trotzte.




FOTOS + E-CARDS
www.metalfest.eu

maxomer
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Beitrag vom 15.06.2012
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