OZZY & FRIENDS   BLACK LABEL SOCIETY   ALKBOTTLE  
26.06.2012 @ Stadthalle Wien

Der eigentliche Grund zur Anreise nach Wien sollten ja die Gründungsväter von BLACK SABBATH sein. Doch wie die meisten wissen, musste aufgrund der Erkrankung von Saitenhexer Tony Iommi und diversen Streitereien mit Schlagzeuger Bill Ward die Tour gecancelt werden. Doch glücklicherweise erklärte sich Mr. OZZY OSBOURNE himself bereit einzuspringen und so die Enttäuschung der Fans etwas zu lindern. Aus diesem Grund ließ der Madman seine Kontakte spielen und scharrte eine Gilde fantastischer Musiker um sich um unter dem Titel OZZY & FRIENDS diverse Stadien und Hallen zu rocken.





Als erster Anheizer wurden die Wiener von ALKBOTTLE gewonnen, die in der gut gefüllten Stadthalle Stimmung machten. Bei mäßigem Sound und der in den hintersten Reihen kaum vernehmbaren Stimme von Frontglatze Roman Gregory versuchten die Jungs ordentlich die Meute anzuheizen. Der Meidlinger Dialekt kam aber anscheinend nicht bei allen Besuchern gut an und so herrschte nur in den ersten paar Reihen gute Stimmung. Als Highlight könnte noch „Geh Scheissn“ bezeichnet werden bei dem sich doch einige zum Mitsingen animieren ließen.

Voller Freude wurde das gigantische Banner von BLACK LABEL SOCIETY angestarrt hinter dem eifrig gewerkt und aufgebaut wurde. Noch gut in Erinnerung ist der super Auftritt des Hünen Zakk Wylde und seiner Gang vom letzten Herbst in Wien. Doch leider war der Gig der zweiten Vorgruppe eine einzige Katastrophe. Wer immer für den miserablen Sound zuständig war, hätte eine Tracht Prügel verdient. Die Stimme von Zakk oder das normalerweise wuchtige Gitarrenspiel des bärtigen Riesen waren kaum zu hören und so klang ein Titel wie der andere. Einzig das geniale „Fire It Up” vom Album "Mafia" hatte einen halbwegs guten Sound und machte Spaß. Zakk Wylde und seine Mannen konnte man keinen Vorwurf machen, da ordentlich gepost und gerockt wurde. Doch wenn sich 45 Minuten der Bass überschlägt und fast jeder Schlag auf den Drums in den Ohren schmerzt, kann man nicht von einem gelungenen Konzert sprechen.





Setlist BLACK LABEL SOCIETY:

Crazy Horse
Funeral Bell
Overlord
Parade of the Dead
Fire it Up
Guitar Solo
Godspeed Hell Bound
Concrete Jungle
Stillborn

Mit der Angst im Nacken, dass der Sound bei OZZY genauso mies sein könnte, ging es in die letzte Pause, bevor der Prince Of Darkness endlich auf die Bühne kam. Als hinter dem schwarzen Vorhang auf einem riesigen Bildschirm ein Video als Intro startete, wurde es verdammt laut. Gänsehautatmosphäre garantiert, bei Einspielungen aus 44 Jahren BLACK SABBATH und OZZY’s Solokarriere. Untermalt mit Songs aus über vier Dekaden fiel der Vorhang und OZZY stürmte unter ohrenbetäubenden Jubel auf die Bühne. Und eines vorweg, auch mit 63 Jahren hat der Kerl noch Lust, Freude und Spaß an der Arbeit, dass die Hälfte viel wäre. Immer ein Lächeln im Gesicht und mit den ewigen „I love you All“ Bekundungen kann einem diese lebende Legende nur sympathisch sein.
Eröffnet wurde das Set mit fünf Solonummern unter denen sich Perlen á la „Bark At The Moon“, „Shot In The Dark“ oder das geile „Mr. Crowley“ befanden. Dass Herr Osbourne seine Kehlkopf Entzündung noch nicht ganz überstanden hatte merkte man bei den höheren Tönen deutlich, störte aber nur bedingt. Mit Fortdauer des Konzertes steigerte sich die Gesangsleistung jedoch immer mehr.





An der Seite des Meisters werke Schlagzeuger Tommy Clufetos der optisch eine coole Sau ist und unter anderem mit ALICE COOPER, TED NUGET oder ROB ZOMBIE unterwegs war. Gitarrist Gus G. von FIREWIND dürfte nun schon den Meisten ein Begriff sein, da er seit mittlerweile drei Jahren in Diensten von OZZY steht. Unglaublich präzise hochgeschwindigkeits Soli funktionierten genauso perfekt wie die gefühlvollen Parts. Bei aller Liebe zu Zakk Wylde, aber der Sound von Gus verleiht Mr. Osbourne eine Frischzellenkur vom feinsten. Und ohne mich jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, wage ich zu behaupten, dass die Songs den Originalen von Randy Rhoads um nichts nachstanden. Adam Wakeman agierte am Keyboard und Rob "Blasko" Nicholson (ex ROB ZOMBIE) am Bass komplettierten die Band. Dachte man es könnte die Stimmung nicht mehr besser werden, wurde man von einem gewissen Zylinderträger eines Besseren belehrt. Ex GUNS N‘ ROSES Legende Saul Hudson alias Slash persönlich erklomm cool die Bühne um gemeinsam mit BLACK SABBATH Urgestein Geezer Butler ein paar Nummern zu spielen.





„Iron Man“, „N.I.B.“ oder das düstere „War Pigs“ sind zeitlose Hits die live noch mehr Spaß machen. Nach drei Songs löste Zakk Slash an der Gitarre ab um weitere OZZY Songs zum Besten zu geben. “I Don't Want To Change The World“ oder „Crazy Train“ bei dem die Meute noch eine Spur lauter sangen, sollte schon das angebliche Ende dieses Konzertes sein.

Doch nach lauten Zugabe- und OZZY-Rufen gab es noch den Faserschmeichler „Mama, I'm Coming Home“ ehe alle Beteiligten des Abends noch einmal auf die Bühne stürmten. Mit drei Gitarristen die als lebende Legenden bezeichnet werden dürfen und zwei Bassisten unter denen sich ein Erfinder des Heavy Metals befand wurde „Paranoid“ in die Fans gefeuert. So wuchtig klang BLACK SABBATH noch nie.





Setlist OZZY & FRIENDS

Bark At The Moon
Mr. Crowley
Suicide Solution
I Don't Know
Shot in the Dark
Rat Salad
Iron Man
N.I.B.
War Pigs
Fairies Wear Boots
I Don't Want to Change the World
Crazy Train
Mama, I'm Coming Home
Paranoid

Und so ging ein fantastischer Abend viel zu schnell zu Ende. Und in Erinnerung bleibt, so viele Helden gemeinsam auf einer Bühne erleben zu dürfen. Und zum Price Of Darknes sei noch zu sagen, auch wenn nicht jeder Ton perfekt sitzt, egal wann oder wo gerne wieder und möge er uns noch lange erhalten bleiben. Und zu einer Reunion von BLACK SABBATH kann ich noch anmerken, die Hoffnung stirbt zuletzt.
www.black-sabbath.com

AndyVanHalen
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Beitrag vom 03.07.2012
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