MASTERS OF ROCK 2012 - TAG3: NIGHTWISH   STRATOVARIUS   DEATHSTARS   KORPIKLAANI   FIREWIND   CITRON   SEBASTIEN   ODIUM  
14.07.2012 @ Areál likérky Jelínek

Tag drei des Masters Of Rock 2012 begrüßte uns überraschenderweise mit Sonnenschein, was einige Metalheads dazu veranlasste sich bereits gegen 10:00 vor der Mainstage einzufinden. Der Tag wurde von LADY KATE eröffnet. Optisch, na ja wie soll man es nett ausdrücken, recht Ladylike war die gute Dame nicht. Doch stimmlich war dieser Auftritt ganz in Ordnung. Ein Vergleich mit Tarja wäre hier zwar zu weit hergeholt, doch Kate orientierte sich eindeutig an der Finnin und konnte einige verschlafene Gesichter wecken.

Nach dieser, nennen wir es, durchwachsenen Vorstellung, durften die Thrasher von ODIUM auf die Bretter. Die deutsche Band mit österreichischem Label existieren bereits seit 1993, gingen aber interessanterweise bisher spurlos an mir vorbei. Mit dem nächsten Album, das über Noisehead erscheinen wird, und diesem Auftritt sollte sich das aber nicht nur bei mir ändern. Mit viel Elan und Spielfreude nutzten die vier Herren und eine Dame ihre 40 Minuten Spielzeit bei strahlendem Sonnenschein sehr gut aus. Die Stimmung war hervorragend und die Menge vor der Bühne für die frühe Uhrzeit auf jeden Fall sehr beachtlich. Abwechslungsreich und professionell boten die Deutschen eine Mischung aus modernem EU-Thrash und der guten alten BayArea Kost in Form von alten METALLICA oder auch SLAYER. Die Musik und somit auch der Auftritt von ODIUM machten an diesem Tag schon richtig Spaß und dienten wunderbar als Muntermacher.





Groß angekündigt wurden die Symphonic Metaller von SEBASTIEN, die hier auf dem Masters Of Rock ein Heimspiel hatten. Das reichte den Männern aber nicht und so lud man sich kurzerhand mit Roland Grapow (MASTERPLAN, Ex-HELLOWEEN) und Apollo Papathanasio (FIREWIND, EVIL MASQUERADE, SPIRITUAL BEGGARS) kurzerhand prominente Gäste ein. Mit Katie Joanne von SIREN´S CRY sollte dann auch noch Österreichische Unterstützung dazu kommen. So gab es auf der Bühne neben einer wirklich gelungenen Leistung der Band ein reges Kommen und Gehen. Als aber Roland die Bühne mit Micro anstatt Gitarre betrat, musste ich erst ein zweites Mal hinsehen um den Mann zu erkennen. Mit Sonnenbrille, kurzen Haaren und legerer Kleidung war der einstige HELLOWEEN Gitarrist fast nicht zu erkennen. Stimmlich dafür aber Top. Katie und Apollo waren dafür leider großteils nur schwer zu vernehmen. Alles in allem boten SEBASTIEN aber eine wirklich schöne Performance, die Lust auf die Platten der Band macht.





Nachdem mir die Ziegenköpfe aus dem All von MILKING THE GOATMACHINE schon am X-Mas Festival zu anstrengend waren, ließ ich diese ohne es zu bereuen dieses Mal aus und so machten wir einen Abstecher in das nahegelegene Zentrum von Vicovize, wo wie jedes Jahr ein reges Treiben an schwarz gekleideten Leuten herrschte.

Während man auf die mitgereisten Freunde wartete, die sich mit einem kühlen Blonden stärkten, kam ich in den Genuss den Jungs von CITRON zu lauschen. Ohne wirklich großes Interesse, zogen die typischen 80er Jahre Rock Songs meine Aufmerksamkeit auf sich. Optisch sollte ich es nicht bereuen, doch dazu später mehr. Die Band spielt seit den 80er Jahren fast in derselben Besetzung zusammen und war noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs sogar auf Tournee in Westdeutschland. Schade eigentlich, dass man trotzdem bei uns bisher nicht in Erscheinung getreten ist. Frontmann Radim Paøízek war stimmlich Ok, und heizte die Menge in seiner Kutte ordentlich an. Besonders erwähnenswert wäre der Titel „Rock, Rock, Rock“ der es in Deutschland in einige Radiosendungen schaffte. Selbst in Tschechisch eine coole Nummer. Doch zum Schluss sollte die Musik kurz zum Nebendarsteller werden. Zwei bildhübsche junge Damen wurden als Tänzerinnen auf die Bühne geholt um ordentlich ab zu shaken. Doch zur Freude aller anwesenden Männer wurde die Bekleidung der Mädels immer weniger, bis zum Ende unter lautem Jubel blank gezogen wurde. So macht Rock echt Spaß.

Nun durften die griechischen Helden rund um Gitarrenwunder Gus G. zeigen, wie sich die neuen Songs der aktuellen Platte „Few Against Many“ auf der Bühne schlagen. Neben dem heftigen Opener „Wall Of Sound“, boten die Herren Apollo, Bob, Gus, Petros und Johan auch noch das wunderbare „The Undying Fire“ und das mit zäher Rhythmik ausgestattete „Losing My Sanity“, welcher sich wunderbar neben Hits wie „Head Up High“, „Mercenary Man“ und den Klassikern „I Am The Anger“ oder „Tyranny“ eingliederten. Zu Gus muss man sowieso nicht mehr viele Worte verlieren, denn wenn man schon mal von einer Legende wie Ozzy als hauseigenen Axtschwinger rekrutiert wird, dann sollte das schon etwas heißen und auch an diesem Tag bewies er, dass er bei seiner Arbeit unschlagbar ist. Aber auch Bob an Keyboard und Gitarre und die restlichen Jungs beherrschen ihre Instrumente souverän, wie das virtuose und ebenso heftige Instrumental „SKG“ zeigte. FIREWIND konnte zwar nicht so ein großes Feuer wie bei einem Club Gig entfachen, ließen aber keine Wünsche offen. Sie begeisterten bei ihrem viel zu kurzen Set von Anfang bis Ende. Immer wieder gerne.





Setlist FIREWIND:

Wall Of Sound
Head Up High
The Undying Fire
SKG
Losing My Sanity
I Am The Anger
Tyranny
Falling To Pieces


Als nächstes durften die beinahe schon als Legenden bezeichneten Finnen von KORPIKLAANI ran. Warum Legenden? - werden sich jetzt einige fragen. Doch wer beim 10. Master Of Rock das fünfte Mal auf die Bühne darf und das zu eigentlich schon recht später Stunde, der kann nur als legendäre Hauskapelle bezeichnet werden. Wenn man sich den Andrang vor der Bühne ansah, wusste man warum Sänger Jonne Järvelä und seine Waldschraten so gern gesehene Gäste sind.

Eröffnet wurde das Set mit dem „Hunting Song“ ehe es mit dem sehr starken und eingängigen neuen Hit „Kunnia“ erstmals laut wurde. Das Material von der neuesten Scheibe „Manala“ kam gut an, wobei nicht wirklich viel Veränderung zu bemerken war. Der neue Mann an der Violine Tuomas Rounakari integrierte sich perfekt und hatte sichtlich Freude an seiner Arbeit. Zum Finale sollten noch die Hits kommen, auf die die Anwesenden natürlich brennend warteten. Sei es „Vodka“, die Huldigung des Gerstensaftes „Beer Beer“ oder die Nummer bei der keiner mehr still stehen kann „Happy Little Boozer“. Solider und immer wieder unterhaltsamer Auftritt der bärtigen Nordländer.





Danach wurde es wieder ernster, denn auch STRATOVARIUS, die ja schon seit jeher für tiefgründige Power Metal Songs bekannt sind, hatten eine Feuerprobe zu überstehen, nachdem sich ja ihr langjähriger Drummer und Sympathieträger Jörg Michael (nun bei DEVIL´S TRAIN) verabschiedete. Der noch recht junge Neuzugang Rolf Pilve, der kurzzeitig schon für DREAMTALE trommelte, spielte sich mühelos durch das ansprechende Set der Finnen. Die Nummern der neuen Ära „Under Flaming Skies“, „Deep Unknown“, „Darkest Hours“ und „Infernal Maze“ reihten sich nahtlos an die Klassiker „Against The Wind“ oder die Happy Metal Songs „Eagleheart“ und „Hunting High And Low“, welcher das Konzert wunderbar abschloss. Zwischendurch gab es natürlich so manch Solo von Bassist Lauri, Gitarrist Matias oder Keyboard-Legende Jens Johansson, die allesamt ihr Können eigentlich nicht mehr unter Beweis stellen müssen. Nach so vielen Jahren weiß man einfach, dass ein STRATOVARIUS Auftritt ein geniales Erlebnis ist. Auch Frontmann Timo Kotipelto war gut gelaunt und stimmlich in bester Form. Irgendwie ging der Dauergrinsende Germane, der gerne auch mal vom Drumkit aufstand und zum Micro griff dann doch ab, aber STRATOVARIUS meistern auch diesen Verlust mit Bravour und festigen weiter ihren Stand am Metal-Olymp. Viel zu schnell verging auch dieser Auftritt, der sowohl für gute Stimmung („Eagleheart“), als auch Gänsehaut („Eternity“) sorgte.





Setlist STRATOVARIUS:

Under Flaming Skies
Phoenix
Deep Unknown
Eternity
Against The Wind
Darkest Hours
Eagleheart
Infernal Maze
Forever
The Kiss Of Judas
-
Hunting High And Low

Und nun kam eines meiner persönlichen Highlights auf diesem Festival: NIGHTWISH! Gleich nach einem epischen Intro von Hans Zimmer, gaben die sympathischen Finnen mit einem ihrer neuesten Songs Gas: "Storytime"! Wie man das Publikum aufweckt verstehen sie nur zu gut und auch bei diesem Gig war die Menge sichtlich begeistert.





Anders als bei Hallenkonzerten war dies eine Show wo man auf Balladen gänzlich verzichtete und auch – Gott sei Dank – "Nemo" wieder in alter schnelle spielte und nicht die neue Version. Anette bewies bei diesem Konzert auch, dass sie durchaus die alten Songs zu singen versteht, und so begeisterte sie zum Beispiel mit "Come Cover Me" und auch das ganz neu ins Repertoire aufgenommene "Planet Hell" klingt schon viel besser als vor ein paar Monaten.
Auch das Bühnenbild lies keine Wünsche offen: mit den Pyros wurde ganz nach Nightwish-Manier auch dieses Mal nicht gespart und machte diesen Auftritt zu einem Erlebnis der Sinne.

Für alle NIGHTWISH-Fans war dieser Auftritt natürlich wie immer zu kurz, allerdings wird es für alle anderen genau richtig gewesen sein um Lust auf mehr zu machen.





Setlist NIGHTWISH:

Storytime
Wish I Had An Angel
Amaranth
Scaretale
Dead To The World
I Want My Tears Back
Come Cover Me
Last Of The Wilds
Planet Hell
Ghost River
Nemo
Over The Hills And Far Away
Song Of Myself
Last Ride Of The Day


Das Late-Night Special lag auch in diesem Jahr ganz in schwedischer Hand. Nach BLOODBOUND und PAIN durften die DEATHSTARS aus dem hohen Norden für richtig Stimmung in der kühlen Nacht sorgen. Nach 01:00 stolzierten die Herren Whiplasher, Skinny, Cat, Vice und Nightmare auf die Bühne und starteten ihr düsteres Metal Feuerwerk. Leider erstrahlte die Band auf der Bühne nicht mit neuem MakeUp, was daran liegen mag, dass sie erst mit Verspätung in Vizovice angekommen sind, oder schlicht an Faulheit. Das machten sie aber mit einer energiegeladenen und sehr Atmosphärischen Show wieder gut. „Mark Of The Gun“ und „Motherzone“ sorgten zu Beginn gleich für sehr gute Stimmung und zeigten, dass die letzte Tour mit RAMMSTEIN und der vorangegangene Masters Of Rock Auftritt Früchte trugen, denn die Zuschauerzahl war mehr als ansehnlich und die Reaktionen überschwänglich. Bei den Highlights „Tongues“, „Blood Stains Blondes“ und „Cyanide“ steigerte sich die Euphorie nochmal und der neue Song „M.E.T.A.L.“ vom kommenden vierten Album fügte sich auch schon sehr gut in die Setlist. So ging mit „Death Dies Hard“ und „The Revolution Exodus“ ein wirklich gelungener und sehr abwechslungsreicher Festivaltag zu Ende.





Setlist DEATHSTARS:

Mark Of The Gun
Motherzone
Semi-Automatic
New Dead Nation
Night Electric Night
Tongues
The Fuel Ignites
Blitzkrieg
Chertograd
Blood Stains Blondes
M.E.T.A.L.
Cyanide
Trinity Fields
Death Dies Hard
The Revolution Exodus

Die, die noch stehen konnten hielten tapfer durch und quälten sich nach drei langen Tagen zurück in die Zelte, um für den letzten und vielversprechenden Tag noch Reserven zu mobilisieren.


FOTOS + E-CARDS
www.mastersofrock.cz

maxomer
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Beitrag vom 12.08.2012
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