SUMMER BREEZE 2012 - TAG1: GRAVEWORM   TANKARD   RAGE   BULLET   MUNICIPAL WASTE   TASTERS   DEVIL´S TRAIN  
15.08.2012 @ Festivalgelände

Das Summer Breeze im schönen Oberbayern reizte uns schon lange. Doch erst zum fünfzehnten Jubiläum schafften wir es uns endlich selbst ein Bild von diesem einzigartigen Festival zu machen. Das LineUp ist jedes Jahr wieder ein Augen- und Ohreschmaus. Abwechslungsreich, hochkarätig und ausgewogen präsentierte sich das Summer Breeze im schönen Dinkelsbühl auch im Jahr 2012. Die Anreise gestaltete sich als unkompliziert. Gut beschildert und dank guter Abwicklung gelangten wir schnell zum VIP/Presse-Camp. Reguläre Besucher hatten es aufgrund des großen Andrangs nicht ganz so gemütlich. Da musste man schon bis zu einer Stunde Wartezeit einrechnen, bevor man sein Lager errichten durfte. Wer Pech hatte, wurde kurzerhand auf den „N“ Campingplatz verfrachtet, wo es zwar etwas ruhiger war, aber dafür auch umso weiter weg vom Festivalgelände. Sollte man nicht mit seinen Freunden gemeinsam anreisen, so hatte man auch keine Chance irgendwie sein Auto in deren Nähe zu platzieren, weil die Ordner vorbildlich und platzsparend schlichteten.

Nach verrichteter Aufbauarbeit am Mittwochabend, konnte das Festival auch für uns endlich beginnen. Die Veranstalter nutzten kurzerhand den Feiertag und hängten somit noch einen vierten Tag an das reguläre Festival dran. Den Auftakt durften als schon am 15. August nach der obligatorischen Blaskapelle aus Illenschwang, welche schon für gute Stimmung sorgten, wie wir uns sagen ließen, um 15:00 Ihr ARSIRIUS bestreiten. Die Geschichte mit den Blasmusikkapellen war ja damals eine witzige Idee, die soweit ich weiß das Wacken Open Air einführte (berichtigt mich, falls ich mich irre), doch mittlerweile hat diese Running Gag schon einen wirklich langen Bart und man könnte sich mal wieder etwas Neues einfallen lassen. Am ersten Tag war der Zugang zu den Mainstages noch verwehrt, weshalb man nur die Camel Stage, zu der wir gleich noch kommen und die Party Stage eröffnet wurden. Weiter ging es mit den Teilnehmern des New Blood Award worunter sich WITHOUT WORDS, die jüngste Band des Festivals, OBSCURE SPHINX aus Warschau, den Franzosen AMOEBA, den Power Metallern GOODBYE TO GRAVITY und BUFFET OF FATE bestand.

Wie erwähnt schafften wir es erst den längeren Fußmarsch zum Partyzelt anzutreten, als MUNICIPAL WASTE bereits die Bretter betraten. Von der ferne rumpelte es gewaltig bei der Thrash-Punk Legende, die kürzlich mit „The Fatal Fest“ nach fünf Jahren Abstinenz sein Comeback feierte. Überraschen konnten die Amis nicht nur mit ihrer fulminanten Performance, gespickt mit Klassikern, sondern auch mit einer enormen Spielfreude. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf Betriebstemparatur gekommen ist, dem war nicht mehr zu helfen.

Setlist MUNICIPAL WASTE:

Unleash The Bastards
Mind Eraser
You´re Cut Off
Wolves Of Chernobyl
The Thrashin´ Of The Christ
Beer Pressure / Authority Complex
Acid Sentence
Black Ice
Wrong Answer
Intro
The Fatal Feast
Toxic Revolution
Bangover / Sweet Attack
Headbanger Face Rip / Terror Shark
Black President
Repossession
Sadistic Magician
Born To Party

Bei anderen Festivals kann man die 20-Minütige Umbaupause zwischen den Acts maximal zum Wasserlassen oder Bierholen nutzen, nicht so am Summer Breeze. Die Veranstalter machen das einzig Richtige und füllen die Auszeit mit nichts anderem als Metal. Dafür engagierte man am Freitag die All-Stars von DEVIL´S TRAIN und zerstückelte deren Auftritt einfach in fünf Teile. MYSTIC PROPHECY Fronter R.D. Liapakis, Ex-STRATOVARIUS Trommler Jörg Michael, seinen ehemaligen Kollegen Jari Kainulainen und Gitarris Laki Ragazas, der auch schon bei MYSTIC PROPHECY aushalf, störte das nur wenig. Energiegeladen und mit grinsenden Gesichtern bestritten die Männer ihre kurzen und knackigen Sets mit Material ihres Debüts und Coversongs von LED ZEPPELIN, QUEEN und weiteren prominenten Bands. Der Bandkracher „American Woman“ fand sogar drei Mal ins Set. Die Heavy-Rocker wussten, wie man mühelos die Zuschauer in Partylaune manövriert. Sehr klasse, was die Herren hier zelebrierten. Die immer wiederkehrenden GoGos waren da natürlich eine wunderbare Draufgabe.





Setlist DEVIL´s TRAIN:

Fire And Water
Devil´s Train
American Woman
Coming Home
-
Room 66-64
Sweet Devil´s Kiss
Born To Be Wild
Find New Love
-
Yellow Blaze
Forever
Immigrant Song
To The Ground
-
Roll The Dice
The Answers
Coming Home
American Woman
-
Fire And Water
Devil´s Train
Sweet Devil´s Kiss
American Woman

Zwischendurch ging es natürlich auch auf der Partystage wieder rund. Wer meint, dass aufgrund des Namens eine kleine Bühne aufgestellt wurde, der irrt gewaltig. Manch mittelgroßes Festival könnte schon leicht neidisch werden bei diesem Anblick. Neben der Main- und Painstage war das Ding aber wiederrum als winzig zu bezeichnen.

Es wurde Zeit für die Stimmungskanonen von BULLET aus Schweden. Mit ihren letzten Alben „Highway Pirates“ und „Bite The Bullet“ konnten die Heavy Metal Freaks zeigen, dass sie trotz augenscheinlichen Einflüssen von AC/DC und ACCEPT neben den Australiern von AIRBOURNE bestehen können. Der Sound war zwar etwas matschig, doch das machte den Schweden, die wahrlich eine BULLET im Arsch haben müssen, so wie sie über die Bühne fliegen, überhaupt nichts aus. Die Jungs rockten das Zelt als gäbe es kein Morgen. Als wäre die Stimmung nicht schon grandios genug, stachelten die Männer die Fangemeinde mit ihren größeren Hits „Stay Wild“ und „Bite The Bullet“ schütteten sie nochmal etwas Benzin ins Feuer. Mit diesem Auftritt spielten sich BULLET mühelos in die Herzen des gut gefüllten und stark erhitzten Partyzelts.





Setlist BULLET:

Full Pull
Turn It Up Loud
Rambling Man
Dusk Till Dawn
Rolling Home
Highway Pirates
Back On The Road
Heading For The Top
Roadking
Stay Wild
The Rebels Return
Bite The Bullet

Da hatten nach einem weiteren Besuch bei der Camel Stage und DEVIL´S TRAIN die Power Metal Veteranen von RAGE nicht leicht den Stimmungspegel so hoch zu halten. Aber RAGE wären nicht an der Position wo sie heute sind, wenn sie nicht auch dieses Kunststück schaffen würden. Nicht zum ersten Mal spielte das Trio auf dem Summer Breeze auf und wusste dank Erfahrung und Routine mit der Crowd mühelos fertig zu werden. Fetter Sound, ein stimmgewaltiger Peavy, ein heftig trommelnder André und der überaus virtuose Victor Smolski, der seine Gitarre bedient wie es auch zwei Gitarristen teilweise nicht vollbringen, sorgten eine Stunde lang für beste Unterhaltung. Egal ob neue Kracher wie „Twenty One“ oder das überbrutale „Serial Killer“ oder Klassiker der Marke „Higher Than The Sky“ und Soundchaser“, die Fans fanden Gefallen und dankten es mit lautstarken Gesängen und nicht weniger lautem Jubel. Überraschungen gab es mit „Refuge“ aus dem Jahre 1993 und dem pmpösen „Empty Hollow“ natürlich auch. RAGE sind und bleiben eine feste Größe im deutschen Heavy Metal Universum. Nur wenige Bands schaffen es Spielspaß und Routine so souverän zu verbinden wie die Männer aus Herne bzw. Weißrussland.





Setlist RAGE:

Twenty One
Paint The Devil On The Wall
Serial Killer
No Regrets
Refuge
Great Old Ones
Empty Hollow
Higher Than The Sky
Soundchaser

Wenn man schon ein Partyzelt aufstellt, dann dürfen natürlich die Metalalkoholiker von TANKARD nicht fehlen. Fronter Gerre, der wieder etwas an Körperumfang gewonnen, aber nie die Freude Metal verloren hat, ist bei allerbester Laune und brüllte die Klassiker in bester Thrash-Marnier in die Zuschauermenge raus, beschwert sich aber, so spät, sprich um Mitternacht spielen zu müssen, da man doch viel lieber schon betrunken Party machen möchte, wie Gerre bald bekannt gab. Das hinderte die deutschen Altmeister aber nicht ihre ganzen Hits, die sich in so vielen Jahren schon ansammelten, zum Besten zu geben. Dieses Mal fanden neben Pflichtsongs wie „Zombie Attack“, „Slipping From Reality“ oder „Stay Thirsty!“ zwei neue Songs, die sich sehr schön einfügten ins Set. „A Girl Called Cerveza“ und „The Metal Lady Boy“, welches eigentlich mit Metalqueen Doro Pesch eingesungen wurde, fanden sofort Anklang bei den Fans und bereicherten die Party enorm. Zu „Freibier“ wurde selbiges auch an die 32 ersten Damen, die sich auf die Stage trauten auch ausgeteilt. Auch wenn man die Zahl nicht ganz erreichte, moshten bald einige Damen gemeinsam mit TANKARD über die Stage und tranken das Erfrischungsgetränk über das die Herren ja so gerne Songs schreiben. Nach dem Rausschmeißer „(Empty) Tankard“ verlangten die Zuschauer trotz einer Stunde schweißtreibendem Thrash Metal noch nach einer Zugabe, die uns TANKARD aber leider nicht mehr bescheren konnten. Macht nichts, denn TANKARD kommen sicher bald wieder in unsere Nähe und erfreuen uns mit bierigem Metal. Prost!





Setlist TANKARD:

Zombie Attack
The Morning After
Rules For Fools
Slipping From Reality
Stay Thirsty!
A Girl Called Cerveza
Chemical Invasion
Minds On The Moon
Die With A Beer In Your Hand
The Metal Lady Boy
Freibier
(Empty) Tankard

Zu sehr später, oder auch schon sehr früher Stunde – wie auch immer man das sehen mag – spielten noch die Südtiroler von GRAVEWORM auf. Schnell fiel auf, dass man die verloren gegangene Dame am Keyboard, Sabine Mair nicht ersetzte, was den Sound von GRAVEWORM umso druckvoller machte. Die melodischen Töne kamen zwar vom Band, aber "Legions Unleashed“, „Awake“ oder das Cover „Fear Of The Dark“ der Legende IRON MAIDEN klangen in dieser Form noch nie so heftig.

Setlist GRAVEWORM:

The World Will Die
I - The Machine
Legions Unleashed
Hateful Design
Awake
See No Future
Abhorrence
Fear Of The Dark

Den Abschluss um 2:35 Uhr morgens machten dann die Metalcore Newcomer TASTERS, die wir aber aus Müdigkeitsgründen nur noch im Halbschlaf vom Zelt aus vernehmen konnten. Man musste ja für drei weitere mit Metal aller Art gefüllte Tage ausgeruht sein. Wir waren auf jeden Fall schon nach diesem gelungenen Festivalauftakt mehr als begeistert vom Summer Breeze und seinem 15. Geburtstag.


FOTOS + E-CARDS
www.summer-breeze.de

maxomer
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Beitrag vom 24.08.2012
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