SUMMER BREEZE 2012 - TAG4: PARADISE LOST   OOMPH!   LACUNA COIL   SEPULTURA   UNLEASHED   AUDREY HORNE   NAGLFAR   TANZWUT   NIGHT IN GALES  
18.08.2012 @ Festivalgelände

Nach drei anstrengenden sowie atemberaubenden Festivaltagen voller Sonne, Metal und guter Stimmung gingen wir am Samstag ins Finale. Am letzten Tag standen uns noch so einige Highlights bevor. PARADISE LOST, SEPULTURA, UNLEASHED oder NAGLFAR sollten jeder für sich auf seine eigene Art noch für ordentlich Stimmung sorgen. Aber natürlich gab es auch auf der Partystage einiges zu entdecken. Am meisten freute ich mich dabei auf AUDREY HORNE, aber dazu später mehr.

Den Anfang machten WHILE HEAVEN SLEEPS bereits um 11:00 Uhr, was siuch nach drei Tagen Summer Breeze wie 6:00 Uhr morgens anfühlt. Nichts desto trotz schafften es schon einige aufrecht vor der Bühne zu stehen und das obwohl die Sonne nochmal ein Schippe im Gegensatz zum Vortag drauf legte. Mit der richtigen Einstellung machten die Metalcore Jungspunde von WHILE HEAVEN SLEEPS den richtigen Weckruf und animierten schon so manch Headbanger zur frühen Stunde.

Wer nun wach war, durfte den Melodic Deathern von NIGHT IN GALES lauschen. Kühler wurde es zwar nicht, aber dafür auch nicht weniger heftig. Die deutsche Kapelle ist sträflich unterbewertet und hätte ein paar mehr Zuschauer verdient, aber vielleicht klappt das ja schon beim nächsten Mal, denn Eindruck hinterließen sie auf jeden Fall bei den Zuschauern.

Wir wagten uns zunächst erst wieder zu den Mittelalter-Rockern von TANZWUT vor die Bühnen. Fronter Teufel und Co. waren weder wütend noch tanzten sie recht viel, doch boten sie angenehm erfrischenden Mittelaltersound, der Genrefans sicherlich mit Freude erfüllte. Ich persönlich kann mit dem Ganzen nicht viel anfangen, denn irgendwie wirkte hier alles zu aufgesetzt und fast etwas kitschig, aber wirklich einen Vorwurf kann man der deutschen Band nicht machen, dass sie durchaus Entertainer Qualitäten haben.





Setlist TANZWUT:

Weiße Nächte
Vulkan
Meer
Merseburger Zaubersprüche
Gift
Rückgratreißer
Der Wächter
Bitte Bitte
La Filha Dau Ladre


Ein letztes Mal sollte es noch etwas für Black Metal Jünger auf der Mainstage geben. Die Bösewichte von NAGLFAR enterten unter großem Jubel die Bühne und prügelten sich durch ihr kompromissloses Set. Zwar verzichten die Herren auf Corpsepaint und dergleichen, erfüllen aber alle musikalischen Klischees des Genres, was den Fans auch am neuen Album „Téras“ mundet. Ganze fünf Jahre musste man doch auf dieses Werk warten, doch es hat sich gelohnt, denn die Songs werden auch live abgefeiert und fügten sich nahtlos in das Set der Schweden ein. Dabei fiel auf, dass die Herren von NAGLFAR eines so richtig gut können – böse dreinschauen.





Setlist NAGLFAR:

Pale Horse
Spoken Words of Venom
The Darkest Road
The Perpetual Horrors
III: Death Dimension Phantasma
I Am Vengeance
The Brimstone Gate
A Swarm Of Plagues
Harvest

Es wurde erneut Zeit die Partystage zu eröffnen. Die Ehre hatte eine der besten Post-Rock Bands unseres Erdenrund. Die Norweger von AUDREY HORNE hätten eigentlich einen viel besseren und ein paar mehr Zuschauer verdient. Erneut zeigte die Truppe ihre Einzigartigkeit und ihr Können auf der Stage. Allem voran der sympathische Fronter Toschie fiel mit seiner Bühnenpräsenz auf. Die restliche Band lag da aber nur knapp dahinter und gab alles. Die Songs von AUDREY HORNE haben alle ihren ganz eigenen Charme und machen schon beim ersten Mal hören Spaß, auch wenn sie ihr volles Potential immer erst etwas später entfalten. Schön, dass man auch schon Songs vom kommenden vierten Album spielte, aber dass man das Meisterwerk „Le Fol“ komplett ignorierte, störte mich dann doch etwas. Mit der neuen Platte dürfen die Norweger sich aber schleunigst wieder bei uns auf den Bühnen melden – nicht verpassen!





In Windeseile spurteten wir zur Painstage um noch dem Rest von UNLEASHED zu lauschen. Die Schweden sind ja für ihre Livequalitäten bekannt. Johnny Hedlund brüllte bei unserer Ankunft bereits die Wikingerhymnen „Wir Kapitulieren Niemals“, „Destruction (Of The Race Of Men“ und „The Great Battle Of Odalheim“. Den Zuschauern gefielen die Nordmänner trotz südtropischer Hitze extrem gut, was sie mit Moshpits, gen Norden gereckte Fäuste und UNLEASHED-Chöre lautstark Kund taten. Die Band war sichtlich zufrieden und legten mit „Hammer Battalion“ und dem Klassiker „Death Metal Victory“ nochmal eins drauf. Recht viel mehr braucht man zu den Schwedischen Wikinger eignetlich nicht sagen. Wer die Band bereits live erleben durfte, weiß von deren Qualitäten.





Setlist UNLEASHED:

The Longships Are Coming
Fimbulwinter
Shadows In The Deep
Destruction (Of The Race Of Men)
Wir Kapitulieren Niemals
Into Glory Ride
Victims Of War
Hammer Battalion
Death Metal Victory

Zwischendurch ging es wieder einmal zur Camel Stage, wo fleißig Feuerzeuge und Gewinnchancen für das 70.000 Tons Of Metal verteilt wurden. Gerockt wurde natürlich auch und dafür waren die Heavy Rocker namens NITROGODS verantwortlich. Die All-Stars mit Claus „Oimel“ Larcher, Henny Wolter (Ex-PRIMAL FEAR, Ex-SINNER) und Klaus Sperling (FREEDOM CALL, MY DARKEST HOUR) feierten in 20-Minütigen Blöcken eine regelrechte Party auf der kleinsten der Stages. Zwischendurch wurde munter miteinander und den Fans geplauscht, aber der Fokus lag definitiv auf rockenden Songs á la MOTÖRHEAD. Eine spaßige Angelegenheit war das auf jeden Fall und zwischen den heftigen Bands dieses Tages brauchte man diese Auflockerung sowieso.





Die Mainstage wurde nun von den legendären Tribal-Thrashern SEPULTURA belagert. Die brasilianische Invasion angeführt von Gründervater Andreas Kisser und Fronthüne Derrick Green hielt wie immer, was sie verspricht. Fetter Sound, tolle Klassiker der Marke „Refuse/Resist“, „Territory“ und natürlich „Arise“ hielten die Zuschauer mühelos bei Laune. Neuere Songs zündeten nicht ganz so brutal, bereiteten aber auch Freude. Mit teilweise zwei Drummern, denn neben Schlagzeuger Eloy Casagrande, griff Derrick zwischendurch auch zu Drumsticks und einem kleinen Kit, erzeugte man mächtig Druck. Energie versprühte man trotz des vorangeschrittenen Alters noch genug und zeigte auch so manch Jungspund wie das zu funktionieren hat. So richtig laut wurde es gegen Ende nochmal dank der unumgänglichen Evergreens „Ratamahata“ und „Roots Bloody Roots“, die man ja auch ständig von den Cavalera Jungs geboten bekommt. Hier kann jeder selber entscheiden welche Version er bevorzugt. Die Thraher ließen jedenfalls keine Wünsche offen.





Unter anderem gespielt von SEPULTURA:

Beneath The Remains
Refuse/Resist
Kairos
Convicted In Life
Attitude
Choke
Sepulnation
Territory
Arise
Ratamahatta
Roots Bloody Roots

Kontrastreiher hätte das Programm nicht ablaufen können, denn im Anschluss ging es von Südamerika rüber in die südlichen europäischen Regionen. Genauer gesagt nach Italien, denn von dort stammen die Gothic Rocker LACUNA COIL. Im Gegensatz zu Kollegen wie WITHIN TEMPTATION oder NIGHTWISH gehen die Italiener ihr musikalisches Schaffen etwas mehr in Richtung Mainstream an, was nicht heißt, dass LACUNA COIL auf fette Riffs und aggressiven Gesang verzichten. Abwechselnd schwangen Andrea Ferro und Cristiana Scabbia das Micro und erzeugten somit eine schöne Dynamik. Ganz so mitreissen wie eben WITHIN TEMPTATION ein paar Tage zuvor konnten die Mailänder trotz gutem Material inklusive der neuen Songs von "Dark Adrenaline" trotz viel Elan und Mühe, nicht. Der Auftritt selbst war aber alles andere als schlecht. Fans der Band kamen hier sowieso voll auf ihre Kosten.





Da wir etwas früher die Heimreise antreten mussten, stand uns mit PARADISE LOST der letzte Besuch auf der Mainstage bevor. Die Herren gastierten ja kürzlich noch in Wien und zogen dort alle Register. Auch auf dem Festival am späten Nachmittag und bei enormer Hitze versprühten sie ihre Magie, auch wenn man die Intensität eines Clubgigs leider nicht erreichte. Machte aber nichts, denn das Set, bestehend aus Klassikern und neueren Melancholie-Hymnen wie „The Enemy“, „Forever Failure“ oder dem Titeltrack des aktuellen Machtwerkes „Tragic Idol“ versetzten einen in die richtige Stimmung für die PARADISE LOST doch so bekannt sind. Das abschließende Trio „In This We Dwell“, „Faith Divides Us...” und “Say Just Words” erzeugten eine wohlige Traurigkeit und beendeten diesen wunderbaren Auftritt von PARADISE LOST. Ich freue mich schon sehr auf den Gig am Metal Invasion im Herbst.





Setlist PARADISE LOST:

The Enemy
Honesty In Death
Erased
Forever Failure
Tragic Idol
Pity The Sadness
One Second
As I Die
Fear Of Impending Hell
Enchantment
In This We Dwell
Faith Divides Us – Death Unites Us
Say Just Words

Gegen Ende stellten wir uns noch einer echten Nervenprobe. OOMPH! war nie mein Fall und auch die Auftritte am Masters Of Rock in den letzten Jahren blieben mir eher durchwachsen im Gedächtnis, doch was die Deutschen auf dem Summer Breeze boten, war wirklich alles andere als souverän. Die musikalische Seite von den Braunschweigern ist zwar Geschmackssache, doch die Präsentation dieser war an Kitsch nicht zu überbieten. Das fing mit den dumm aussehenden Seemansanzügen und der Joker-Schminke im Gesicht von Frontmann Dero Goi schon an und ging so weit, dass man in den ebenso peinlichen Ansagen Hasstiraden auf Popstars, wie speziell Justin Biber startete. Echte Profis haben so etwas nicht nötig und das Ganze war auch alles andere als lustig. Nach ein paar Songs wurde uns das einfach zu viel und so ließen wir nur „Unzerstörbar“, den MT-V Hit „Labyrinth“, das peinliche „Mein Schatz“ bis hin zu „Bis Der Spiegel Zerbricht“ über uns ergehen. Natürlich sollte aber gegen Ende noch die bekannteste Komposition der Band, nämlich „Augen Auf“ präsentiert werden.





Setlist OOMPH!

Unzerstörbar
Labyrinth
Mein Schatz
Kleinstadtboy
Träumst Du
Bis Der Spiegel Zerbricht
Mitten Ins Herz
Niemand
Gott Ist Ein Popstar
Mein Herz
Seemannsrose
Sandmann
Augen Auf!
Alway Look On The Bright Side

Auf dem Weg zum Auto, machten wir noch einen kurzen Stopp um SHINING auf die Finger zu schauen, um den Tag doch noch positiv ausklingen zu lassen. Brutal und kompromisslos wie man es von der Band und deren Platten gewohnt ist, raste man durch das kurze aber knackige Set und befriedigte mühelos alle angereisten Black Metal Fans.





Auch wenn wir uns leider nicht mehr um AMON AMARTH, SICK OF IT ALL, KATATONIA und der spätnächtlichen Einlage von HATESPHERE widmen konnten, ging das Summer Breeze für uns bis auf ein paar kleine Ausnahmen mehr als positiv zu Ende. Dieses perfekt inszenierte und durchorganisierte Festival, welches dreißig bis vierzigtausend Zuschauer fasst wird uns mit seinem 15-Jährigen Jubiläum äußerst positiv in Erinnerung bleiben. Für 2013 ist auf jeden Fall schon fix ein Eintrag im Kalender vorhanden.




FOTOS + E-CARDS
www.summer-breeze.de

maxomer
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Beitrag vom 27.08.2012
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