TIM RIPPER OWENS   SANDSTONE   SIREN´S CRY   SCUMSHOT    ENCLAVE   
25.09.2012 @ Viper Room

Fast exakt zwei Jahre nach seinem grandiosen Auftritt im Viper Room kehrt der Ripper, auch bekannt als Tim Owens, zurück nach Wien. Tim machte sich selbst zur Legende als er damals bei JUDAS PRIEST Rob Halford vertrat, bei ICED EARTH sang und sich auch Solo bzw. mit CHARRED WALLS OF THE DAMNED, YNGWIEE MALMSTEEN und BEYOND FEAR überzeugte. Unumstritten gehört dieser sympathische Mann aus den USA zu den besten Sängern unseres Erdenrund.

Den Beginn machten bereits um 19:00 Uhr die Nordiren von SANDSTONE. Der direkte Supporter musste aber aus diversen Umständen als Opener im fast leeren Viper Room gastieren. Auch wir kamen nicht rechtzeitig um zu sehen, was die Jungs drauf haben, was äußerst schade ist, denn die beiden letzten Werke „Purging The Past“ und „Cultural Dissonance“ gefielen mehr äußerst gut.

Somit begann der Abend für einige erst mit ENCLAVE. Bereits vor zwei Jahren durften sie für den Ripper eröffnen, konnte mich aber nicht wirklich begeistern. An diesem Abend schafften sie es aber leichter mich in den Bann zu ziehen. Fulminant und mit viel Spielfreude servierten sie anständigen Heavy Metal mit teils sehr brutalen Thrash Einflüssen, die augenscheinlich von alten METALLICA herrührten. Zwischendurch gab es aber auch mal einige Melodien und hohe Screams. Absolut anständige, was die Mödlinger hier lieferten.





Selbiges kann ich leider nur schwerlich von den nachfolgenden Herren und Dame von SCUMSHOT sagen. Stilistisch mochte der Death/Thrash Metal so gar nicht zum restlichen Programm passen, was mich von der Stimmung her schon sehr runterdrückte, was mich dazu veranlasste eine Pause zu machen. Unter anderen Umständen hätte das rumpelige Material vielleicht besseren Anklang gefunden.





Eigentlich hätten die Symphonic Metaller von DRAGONY nun die Bühne betreten sollen. Leider wurde daraus nichts, aber die befreundeten SIREN´S CRY sprangen tapfer in die presche um doch noch etwas melodisches Feeling aufkommen zu lassen. Man merkte sofort, dass die junge Band in Wien bereits eine breite Fanbase aufgebaut hat und so gesellten sie bisher die meisten Zuschauer vor die Bühne. Schwer verspäteten konnten die Wiener nicht ihr ganzes Set spielen und hatten auch mit schweren Soundproblemen zu kämpfen. So hörte man Frontdame Katie Joanne anfangs so gut wie gar nicht und klang im weiteren Verlauf hier und da etwas schief. Machte aber nicht, denn Spaß hatten die Zuschauer mit SIREN´S CRY trotzdem genug, merkte aber trotzdem, dass diese schon richtig heiß auf den Ripper waren.





Einige Monate zuvor gastierte bereits die IRON MAIDEN Legende PAUL DI`ANNO im Viper Room und schaffte es fast den Viper Room auszuverkaufen. Tim Owens und seine Männer schafften das leider nicht annährend. Trotzdem war die Stimmung schon beim Entern der Bretter wirklich großartig. Da war der Ripper natürlich gleich gut aufgelegt und startete mit seiner BEYOND FEAR-Nummer „And… You Will Die“ und im Anschluss das mit den Worten „What´s my Name?“ angekündigte „The Ripper“, welches den ersten JUDAS PRIEST Klassiker darstellte. Für Viper Room Verhältnisse war der Sound extrem gut und die mitgebrachten Musiker entpuppten sich als echte Vollprofis. Es sollten noch weitere PRIEST Hits aus verschiedenen Dekaden der Bandgeschichte kommen. „Victim Of Changes“ oder das übergeniale „Beyond The Realms Death“ erzeugten nicht nur gute Stimmung, sondern auch Gänsehautatmosphäre. Tim machte zwischendurch charmante Ansagen und bezog auch brav das Publikum mit ein. Gerade die Songs aus seiner Ära bei JUDAS PRIEST wie die heftigen „Burn In Hell“ und „Bloodstained“ kamen richtig gut an. Interessant auch, dass manch Ansage bereits auf dem 98er Live Album „Meltdown“ zu hören war.





Es sollten noch ganz große Überraschungen kommen, denn mit „When The Eagle Cries“ gab er zum ersten Mal seit seinem Rauswurf bei ICED EARTH einen Song von Jon Schaffer zu hören. Schön, dass er die Differenzen bei Seite gelegt hat und auch wieder Freude an diesen Songs haben kann. Es folgte aber die größte Überraschung und eine wirklich sympathische Gäste des Rippers. Er holte kurzerhand SANDSTONE auf die Bühne, damit sie auch vor richtigem Publikum noch ihr Können zeige durften.

TIM RIPPER OWENS Set1:

And… You Will Die (BEYOND FEAR)
The Ripper (JUDAS PRIEST)
Victim Of Changes (JUDAS PRIEST)
Burn In Hell (JUDAS PRIEST)
Scream Machine (BEYOND FEAR)
When The Eagle Cries (ICED EARTH)
Beyond The Realms Of Death (JUDAS PRIEST)
Blood Stained (JUDAS PRIEST)

SANDSTON nutzten ihre Chance mit vollem Elan und unter Aufsicht des Rippers, der sogar mitfilmte. Die Iren entschieden sich für drei der härteren Songs und zeigten voller Spielfreude, dass sie ein würdiger Support für den Headliner waren und ungerechtfertigt den Auftakt machen mussten. Ihr Progressiv angehauchter Heavy Metal gefiel den Leuten ganz gut, auch wenn der eine oder andere ein Pinkel- oder Rauchpause einlegte. Nach knapp 15 Minuten bedankten sich SANDSTONE ausführlich und überließen Tim wieder die Stage.





Setlist SANDSTONE:

Reckless Thought
Trick Of Mind
I´m On Fire

Dieser feuerte SANDSTONE nochmal an und fuhr dann kompromisslos im Set weiter. Natürlich stand der Mann nun unter Zeitdruck und verzichtete ab sofort auf länger Ansagen. Zeit für Gänsehaut dachte er sich und intonierte mit perfekter Kopfstimme den Überhit „Diamonds & Rust“. Auch wenn ich mir vielleicht jetzt die Finger verbrenne, aber ich bin der Überzeugung, dass er diesen Song besser performte, als es Rob Halford jemals tat. Leider konnte man sich wegen der verkürzten Spielzeit nicht so viele Cover-Songs wie vor zwei Jahren leisten, doch Ronnie James Dio musste gleich doppelt gehultigt werden. „The Mob Rules“ und die BLACK SABBATH Hymne überhaupt: „Heaven And Hell“ ließen die Viper Room überkochen, während „One On One“ zwischendurch daran erinnerte, dass der Ripper ja einige Jahre bei JUDAS PRIEST verbrachte. Zum Schluss brachten aber leider alle lautstarken Rufe nach dem Ripper und sogar der Versuch des Veranstalter, dass die Band nach der Mitternachtsstunde nochmal auf die Bühne kamen, nichts und so verabschiedeten sich Tim Owens und seine Männer mit Händeschütteln und Winken von den zufriedenen Fans.





TIM RIPPER OWENS Set2:

Diamonds & Rust (JUDAS PRIEST)
Hell Is Home (JUDAS PRIEST)
The Mob Rules(BLACK SABATH)
The Human Race (BEYOND FEAR)
One On One (JUDAS PRIEST)
-
Heaven And Hell (BLACK SABBATH)

Was für ein Abend. Der Ripper zog alle Register und bewies einmal mehr sein einzigartiges Talent als Sänger und Entertainer. Man könnte ihm jetzt vorwerfen Klassiker wie „Breaking The Law“, „Painkiller“ oder „Living After Midnight“ vergessen zu haben, doch wurden diese doch im Frühjahr schon ausführlich Rob Halford und Glen Tipton vorgetragen. Wer auf der „Epitath Tour“ von JUDAS PRIEST nicht zugegen war ist dann sowieso selber schuld. Für mich ließ das Set und der Auftritt keine Wünsche offen. Hoffentlich bald auf ein Neues!


FOTOS + E-CARDS
www.timripperowens.com

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Beitrag vom 29.09.2012
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