BULLET   77´   SCREAMER  
02.10.2012 @ Arena

Mitte September erschien der neueste Streich der Schweden BULLET mit dem coolen Titel „Full Pull“. Nun gute drei Wochen später beehrten uns die 4 Herren auch schon im kleinen Saal der Arena in Wien, um zu beweisen, dass die neuen Songs auch live genauso gut funktionieren. Mit im Gepäck die Landsleute von SCREAMER die mir bisher ebenso unbekannt waren, wie das spanische Quartett 77‘.
Da mein letztes live Erlebnis nun schon einige Monde zurückliegt betrat ich voller Vorfreude eine schwach besuchte Arena, in der die Zeit bis zum ersten Gig mit einigen glorreichen Auftritten am aufgestellten Wuzzler überbrückt wurde. Unten den Anwesenden versammelte sich eine große Menge Kuttenträger und der Altersschnitt lag diesmal auch etwas höher, was eine gute Stimmung versprechen sollte. Und ich sollte Recht behalten. Selten so perfekt ausgewählte Anheizer gesehen die in der Halle nicht nur für geile Stimmung sorgten, sondern auch die Temperatur deutlich ansteigen ließen.

Irgendwie sollte dieser Abend als kurze Zeitreise in Erinnerung bleiben. SCREAMER, die den frühen Hoch-Zeiten des Heavy Metal's Tribut zollen, beförderten uns direkt in die 80er zurück. Stampfende Riffs die im Mittelteil in lange Solis übergehen und so schon bei MAIDEN funktionierten, gepaart mit der wunderbaren Stimme von Christoffer Svensson, der ungeahnte Höhen erreichte. Gerade mal drei Jahre nach Bandgründung (kaum zu glauben) liefern die Jungs Ihr Debüt Album "Adrenaline Distractions". Songs wie „Can You Hear Me“, das flotte „Screamer“ oder der eingängige Kracher „Rock Bottom“ der von den anwesenden lautstark mitgesungen wurde. So könnte die eiserne Jungfrau in ihren Anfangstagen in winzigen Klubs geklungen haben. Verdammt starkes Konzert und ich denke von SCREAMER wird man noch einiges hören.





Nachdem man von der ersten Band ordentlich aufgewärmt wurde, durften die Spanier von 77‘ auf die viel zu kleine Bühne. Ein erster Blick Richtung der Musiker ließ erkennen warum man diesen Namen wählte. Optisch orientierte man sich eindeutig an LED ZEPPELIN und Konsorten.

Doch nach dem ersten Ton aus dem Mund von Armand Valeta war klar, hier diente eine andere Größe als Vorbild. Was sollte man auch anderes tun als Sänger zu werden, wenn man mit einer Stimme gesegnet wurde, die der von Gesangsgott BON SCOTT so unglaublich ähnelt. Die ungläubigen Blicke und Lacher der umstehenden verdeutlichten, dass nicht nur ich so dachte. Wer glaubte, dass es die Spanier nach SREAMER wirklich schwer hatten die Stimmung zu halten der täuschte sich. Hier gab es keine Minute zu verschnaufen. 1977 erschien „Let There be Rock“ von AC/DC, womit nun auch der Bandname erklärt wäre und an welchen Sound man sich inspirierte. Besondere Erwähnung sollte hier noch Gitarrist LG Valeta finden, dem die Bühne wahrlich zu klein wurde. Akrobatische Einlagen, gefolgt von einem Ausflug durch die Menge und genialen Stunts auf der Bühne ließen so manchen Zuseher vor Überraschung den Mund offen stehen. Der Bursche ist ein geborener Entertainer. „Give Me A Dollar“, „Big Smoker Pig“ oder das coole „Your Game’s Over“ machten ordentlich Dampf und zeigten, dass nicht alles vom Vorbild geklaut wurde.





Wer jetzt noch nicht angeheizt wurde, dem ist nicht mehr zu helfen. Großes Lob an BULLET, die viel Mut zeigten sich zwei so Starke und junge Bands als Opener ins Boot zu holen. Wer sich selbst so unter Druck setzt, der muss sich seiner Stärken bewusst sein, und das sind die Jungs von BULLET. An die 100 hungrigen Metal Heads versammelten sich nun zum finalen Showdown vor der Bühne. Eröffnet wurde der Spaß gleich mit drei neuen Songs, von dem „Full Pull“ live wohl am besten funktionierte da sich diese Nummer perfekt zum mitgröhlen eignet. Doch auch mein persönliches Highlight „Rush Hour“ steht um nichts nach und funktioniert vor Publikum genauso gut. Sänger Hell Hofer ist gut drauf, wirkt hoch konzentriert und klatscht immer wieder mit den Fans ab. Stimmlich top, besonders bei den Screams zeigt der stämmige Herr was er auf dem Kasten hat. Bei „Roadking“ wirft sich Hell seinen schicken roten Umhang über und zeigt, dass die älteren Nummern einen Deut besser ankommen bei den Anwesenden. Nach kurzem Drumsolo von Gustav Hjortsjö ging es sofort weiter mit „One Deal With The Devil“ und „Stay Wild“ bei dem Gitarrist Hampus Klam ordentlich auftrumpfte. Bei BULLET merkte man von der ersten bis zur letzten Minute, dass die Jungs unheimlich gerne auf Tour sind und die Nähe der Fans suchten. Besonderes Lob an die Jungs von 77‘ die in der ersten reihe ordentlich mitrockten. Nach der Vorstellung der einzelnen Mitglieder verabschiedete man sich kurz hinter die Bühne um eine fulminante Zugabe abzuliefern. Der Überhit „Bite The Bullet“ der richtig laut mitgesungen wurde und live eine Macht ist und „All Fired Up“ beendeten einen souveränen Gig der Schweden, der durchnässte und heisere Fans zurück ließ.





Setlist BULLET:

Midnight Oil
Rush Hour
Full Pull
Turn It Up Loud
Dusk Til Dawn
Pay The Price
Roadking
One Deal With The Devil
Stay Wild
Rolling Home
Highway Pirates
Back On The Road
Bite The Bullet
All Fired Up

Als Fazit bleibt zu sagen, dass die kleinen Konzerte einfach die geilsten sind. Man kommt den Bands unheimlich nahe und es geht viel entspannter und persönlicher zu. Schade nur, dass so wenige Leute diese tolle Atmosphäre nicht nutzten. Trotzdem war es für die Anwesend ein gelungener Rock Abend, der jeden Kilometer von Linz nach Wien wert war. Alle drei Bands bitte gerne wieder, wenn möglich in der Gegend.




AndyVanHalen
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Beitrag vom 10.10.2012
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