TENACIOUS D   THE SIGHTS  
11.10.2012 @ Zenith

Mit „Rize Of The Fenix“ konnte das Blödel-Rock Duo Jack Black und Kyle Gass alias TENACIOUS D nicht ganz den wirklich enormen Erwartungen gerecht werden. Dennoch macht das Teil sehr viel Spaß und hat auch musikalisch einige sehr gute Momente. Ob sich die Herren auf der Bühne durchsetzen können, zeigten sie bereits auf dem Rock Im Park in diesem Jahr und natürlich mit den DVDs „The Complete Masterworks I und II“. Wer besagte Festivalauftritte verpasst hat, der kann sich über die aktuelle Tour von TENACIOUS D freuen. Der erste Gig fand am 11. Oktober im restlos ausverkauften Zenith in München statt. Jables und Kage, seit neuerem auch bekannt als Hollywood Jack und Rage Kage, nahmen sich also vor, die deutschen Hallen zu rocken.

Doch vorerst mussten sich die ungeduldigen Besucher in der bereits um 19:00 Uhr gut gefüllten Halle mit dem Supporter THE SIGHTS herumschlagen. Um 20:00 Uhr gingen die Lichter aus und alles war gespannt, was der Headliner so im Schlepptau hatte. Dass die Männer von THE SIGHTS einzeln keine guten Musiker wären, möchte ich gar nicht behaupten, doch herrschte auf der Bühne von erster Minute an Chaos. Classic Rock der 70er mit einem dicken Schuss Rock´n`Roll wurde uns entgegen geballter. Tamburin, Rassel, Saxophon und Keyboard durften da natürlich in dem Soundbrei nicht fehlen. Sänger Eddie Baranek tat gleich bei den ersten Vocals in den Ohren weh und traf nicht annähernd jeden Ton. Nach knapp 30 Minuten gab es dann aber zum Glück schon wieder etwas Schonung für die Ohren, denn JB und KG ließen sich dann doch etwas länger Zeit um die Bühne zu entern.





Ein riesiger „Rize Of The Fenix“ Phallus wurde aufgeblasen und in der vorderen Hälfte des Zenith wurde es extrem eng. Kalt werden konnte einem sicher nicht, umfallen war ebenso ein Ding der Unmöglichkeit. Mit sehr talentierten Bandmitgliedern, also Drummer, E-Giarrist und Bassist, hatten sich TENACIOUS D hervorragende Unterstützung geholt um die Halle zu rocken. Kurz nach Ihnen kamen Jack und Kyle in weißen Kapuzenanzügen auf die Bühne und ließen sich feiern. Dabaei bekamen sie ihre Akustikgitarren in die Hand gedrückt und los ging es mit dem Titeltrack und fünf weiteren Songs des aktuellen Albums, was vielleicht nicht die beste Entscheidung war. Klar, das abgefahrene „Senorita“, „Roadie“ oder „Deth Starr“, bei dem ein Alien die Bühne enterte, welches Prompt von Jack mit einer Spielzeugknarre von der Bühne gejagt wurde, machten Spaß, doch wie man merkte, war die Stimmung bei den richtigen Hits und Klassikern einfach besser. Der erste Beweis dafür war „Kielbasa“ vom Debüt.





Zuvor quälten uns Jack Black und Kyle Gass aber noch mit einer, wie ich zwar zugeben muss, wirklich gelungenen und authentischen Jazzeinlage, die laut JB eine Stunde und 73 Minuten dauern sollte, aber zum Glück nach knapp sechs doch abgebrochen wurde. Nett ja, aber da hätte ich doch viel lieber ein paar mehr Hits gehört. Nach „Kielbasa“ fingen die beiden Fronter mit einem gekünstelten Streit an, der natürlich „Dude I Totally Miss You“ bzw. „Kyle Quit The Band“ ankündigte. Schnell waren die Herren wieder versöhnt und es ging mit „The Metal“ so richtig ab. Leider war hier der Sound alles andere als brauchbar, so dass man Jack kaum verstand und die Gitarren komplett verschwammen. „Wonderboy“ und „Belzeboss“ wurden nicht nur abgefeiert sondern stimmkräftig mitgesungen. Bei „Kickapoo“, wo Kyle den Part von Meat Love und Jack den von Ronnie James Dio übernahm, den er würdig vertrat, und dem Überhit „Tribute“ wurden die Sänger eigentlich gar nicht gebraucht, denn in der Halle erschallte ein Chor sondergleichen. Doch Jack versuchte gar nicht die Zuschauer einzubinden und zog einfach sein Ding durch. Bei „Belzeboss“ vertrat Gitarrist John Konesky von der KYLE GASS BAND Dave Grohl bzw. dessen Rolle als der Teufel, der ja auf der CD sang, Gitarre und Drums spielte. Gegen Ende bewegte sich der "Phönix" dann noch und schoss Lametta auf die Zuschauer raus um das große Finale einzuleiten.

Nach knapp 90 Minuten verließ die Band die Bühne und verteilte noch ein paar Picks und Drumsticks. Kurz darauf erschienen KG und JB nochmal alleine und spielten „Baby“ und das allseits beliebte, wenn auch fragwürdige „Fuck Her Gently“.





Setlist TENACIOUS D:

Rize Of The Fenix
Low Haging Fruit
Senorita
Deth Starr
Roadie
Throw Down
Jazz
Kielbasa
Kackapoo
Dude (I Totally Miss You)
Kyle Quit The Band
Friendship
The Metal
Wonderboy
Belzeboss (The Final Showdown)
Tribute
Double Team
Classico (Acapella)
-
Baby
Dio
Fuck Her Gently


TENACIOUS D hinterließen bei mir trotz sehr bemühter Show einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen störte der schleppende Anfang etwas und zum anderen wirkte hier sehr viel aufgesetzt, wodurch einem einmal mehr bewusst wurde, dass hier mehr Schauspieler denn Rocker auf der Bühne standen. TENACIOUS D sind aber dennoch ein Erlebnis, dass ich nicht missen möchte. Ein unterhaltsamer Abend ist hier sowieso garantiert.
www.tenaciousd.com

maxomer
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Beitrag vom 13.10.2012
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