TWO DAYS A WEEK - TAG1: FLOGGING MOLLY   SOCIAL DISTORTIAN   ANGELS AND AIRWAVES   ME FIRST AND THE GIMME GIMMES   DONOTS   H-BLOCKX   BROILERS  
31.08.2012 @ Wiesen

Da der Festival Kickoff-Tag grundsätzlich geeignet ist sämtliche sozialen Konventionen innerhalb kürzester Zeit abzulegen, ist es wenig verwunderlich mit brummendem Kopf aufzuwachen. Gesellt sich jedoch noch sehr starker und in weiterer Folge permanenter Regen hinzu, kostet es einiges an Überwindung sich aus Zelt und Pavillon zu wagen. Dennoch überwiegt die Lust auf Musik und so kämpft man sich trotzig durch all den Dreck und Gatsch rund ums Wohnquartier.

Unten angekommen waren die DONOTS bereits mitten im Set und die Herren um die beiden Knollmänner befanden sich in bester Spiellaune. Knapp 20 Jahre im Geschäft und dennoch spielte die Band als hätte es diese zwei Jahrzehnte nie gegeben. Das Publikum feierte frenetisch mit und zum Dank bekamen die DONOTS noch Super Mario und Luigi aus der Menge an ihre Seite gestellt. Die folgenden H-BLOCKX konnten die Stimmung leider nicht weiter am Brodeln halten. So war das Konzert geprägt von Ups and Downs, was einige zur Stärkung ihres Bierkonsums verleitete. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb gelang der Band ein krönender Abschluss, indem bei „Ring Of Fire“ der Circlepit gleich um das ganze FOH gezogen wurde. Als nächster Programmpunkt standen die BROILERS auf der Bühne und da sage noch einer deutsche Texte ziehen nicht! Die ersten Reihen übertrafen sich in puncto Textsicherheit, während die hinteren Reihen schon mal mit ihren pogenden Nachbarn zu kämpfen hatten. Soundtechnisch war dieses Set ein Hammer – Bläsersatz und Dame am Bass inklusive. Was soll da schon groß danebengehen? Eben. Nix.





Die durch Coverversionen zu einiger Popularität gelangten ME FIRST AND THE GIMME GIMMES versetzten das Publikum geradezu in Verzückung, was zu einem gewissen Teil wohl auch den potthässlichen Hawaihemden geschuldet war. Passend dazu swingte man sich eine Zeit lang gemütlich durchs Programm, bis es wieder deutlich punkiger zur Sache ging. Grundsätzlich ist vor diesen Herren nichts niet- und nagelfest, egal ob es von den BEACH BOYS, ELTON JOHN, R. KELLY, SIMON & GARFUNKEL oder wem auch immer stammt – quasi eine gratis Nachhilfe in Musikgeschichte für alle jüngeren Semester im Zelt. Bei all der guten Stimmung hätte man noch gern mehr gehört.





Doch nach einer umfassenden Umbaupause durfte dann Tom DeLonge, seines Zeichens BLINK-182 Urgestein, mit seinen ANGELS & AIRWAVES die Mädels in der ersten Reihe zum Kreischen bringen. Das Bühnenbild war so sphärisch gehalten, dass, wenn ein greller Schein das immerwährende Blau mal durchbohrte, man sich fast schon schrecken musste. Passend zum Licht war auch gleich das Thema Liebe zum roten Faden erkoren worden. Als im Text die Liebe zu einer Verflossenen begraben wurde, konnte man auch schon die Hoffnung auf eine Besserung des Sets mit ins Grab werfen. Doch glückbeseelte Mienen, denen ein „Mei, wor dies schei!“ ins Gesicht geschrieben stand, sprachen eine andere Sprache. War wohl der Girlie-Act des Abends.






Aber jetzt kam mit SOCIAL DISTORTION die immerhin dienstälteste Band des Festivals auf die Bühne. Live konnte von Verschleißerscheinungen, die sich im Laufe ihrer Karriere eingeschlichen haben, keine Rede sein. Mike Ness und seine Truppe hatten das vollgedroschene Zelt voll im Griff und legten ein Set hin, das – auch wegen des Top-Sounds – niemand so schnell vergessen wird. JOHNNY CASHs „Ring Of Fire“ entpuppte sich dann auch noch zur Lieblingscovernummer des Festivals.





Bleiben noch FLOGGING MOLLY als Headliner zu erwähnen, die die tagsüber laufend gesteigerte Stimmung nur noch endgültig entfesseln mussten. Und wer FLOGGING MOLLY kennt, weiß, dass so etwas für Dave King und Konsorten ein Kinderspiel ist. Tobende Massen und zufriedene Musiker, so soll es sein und so war es auch. Ein würdiger Abschluss für den ersten Tag.


FOTOS + E-CARDS


gast
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Beitrag vom 29.10.2012
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